
FIFA verkauft Rasenstücke des WM-Finales – bis zu 3000 Dollar pro Stück
Der Weltverband kommerzialisiert das Endspiel in East Rutherford mit limitierten Souvenirs, während Ticketpreise und Rasenqualität für Kritik sorgen.
Mehr als eine Woche vor dem Anpfiff des WM-Finales am 19. Juli im MetLife Stadium von East Rutherford hat die FIFA damit begonnen, Teile des Spielfeldrasens als Sammlerstücke anzubieten. Im offiziellen Online-Shop des Verbands sind vier Editionen erhältlich, deren Preise von 450 US-Dollar (etwa 390 Euro) bis zu 3000 Dollar (rund 2600 Euro) reichen. Jede Kategorie ist auf 2026 Exemplare limitiert – eine Zahl, die auf das Turnierjahr verweist. Sollten alle Stücke verkauft werden, ergäbe sich ein Erlös von mehr als 11 Millionen Dollar. Die Lieferung erfolgt ausschließlich an Adressen in den USA, Großbritannien und Europa, und die Auslieferung beginnt erst nach dem Schlusspfiff.
Die günstigste Variante, die „Foundation Edition“, enthält ein etwa 6,4 Zentimeter großes, in Acrylharz konserviertes Rasenstück sowie einen USB-Stick mit einem Echtheitszertifikat. Die teuerste „Hero Edition“ bietet zusätzlich eine goldgravierte Metall-Eintrittskarte, eine Miniaturnachbildung des Finalballs und eine Trophäe aus geschliffenem Kristall. Hergestellt werden die Souvenirs vom britischen Unternehmen Keep Stub. Aus europäischer Perspektive wird die Aktion als weiterer Schritt einer umfassenden Kommerzialisierung des Turniers gesehen; deutsche und Schweizer Medien berichten mit einer Mischung aus Staunen und Kritik über die Preise.
Die Vermarktung des Rasens fällt in eine ohnehin hitzige Debatte um die Ticketpreise. Reguläre Karten für das Endspiel kosten bis zu 32.970 Dollar, Hospitality-Pakete mit Verpflegung liegen bei 34.500 Dollar. Auf der offiziellen Wiederverkaufsplattform der FIFA wurden zeitweise Angebote von mehr als 11 Millionen Dollar gelistet. FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigte das Vorgehen auf einer Pressekonferenz in New York mit dem Hinweis, man bewege sich im Rahmen der US-amerikanischen Gesetze, die einen Weiterverkauf weit über dem Nennwert erlauben. Aus Sicht von Fanorganisationen ist dies eine unverhältnismäßige Ausbeutung; internationale Anhängergruppen haben Klage gegen den Verband eingereicht.
Parallel dazu steht die Qualität des Rasens in der Kritik. Der auf einer Farm in North Carolina gezogene und Anfang Mai verlegte Naturrasen ersetzt in mehreren Stadien – darunter Seattle, Atlanta und East Rutherford – die sonst üblichen Kunstrasenflächen. Spieler und Trainer, unter ihnen Brasiliens und Frankreichs Delegationen sowie der frühere Bundestrainer Julian Nagelsmann, bemängelten nach Partien der Gruppenphase, der Boden sei zu trocken, stumpf und schwer bespielbar. Die Behörden der Bundesstaaten New York und New Jersey haben unterdessen Vorladungen an die FIFA verschickt, um mögliche Manipulationen bei der Preisangabe und der Sitzplatzzonierung zu untersuchen.
Die Kommerzialisierung des Finalrasens reiht sich ein in eine Serie exklusiver Produkte: Bereits im Mai hatte die FIFA limitierte Trikots für jede der 16 Gastgeberstädte zu je 375 Dollar aufgelegt. Mit 48 teilnehmenden Mannschaften und 104 Partien in drei Ländern ist die WM 2026 das bislang größte Turnier der Verbandsgeschichte – und aus Sicht nordamerikanischer Marktbeobachter zugleich ein Testfall dafür, wie weit sich globale Sportereignisse in einem weitgehend deregulierten Handelsumfeld kommerzialisieren lassen.
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | −0.80 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.20 | neutral |
Die FIFA verwandelt den Rasen in ein Luxusprodukt und schließt südamerikanische Fans aus.
Durch die Betonung der geografischen Exklusivität und des hohen Preises wird eine Erzählung von Gier und Ungerechtigkeit aufgebaut.
Es lässt die globale Kritik an der FIFA und die Perspektive der Fans aus, die das Souvenir als geschätztes Andenken sehen könnten.
Die FIFA tritt mit absurden Preisen auf die Fans und verwandelt das Feld in einen Reichen-Tand.
Durch die Verknüpfung des Rasenverkaufs mit der Ticketpreis-Kontroverse wird eine Kette der Gier aufgebaut, die jeden FIFA-Schritt moralisch verurteilbar macht.
Es lässt jede neutrale oder positive Perspektive aus, wie den Sammlerwert oder die Einnahmezahlen als einfache Geschäftstatsache.
Die FIFA bietet ein einzigartiges Souvenir, ein Stück Fußballgeschichte, erhältlich für diejenigen, die es sich leisten können.
Indem die Initiative als einfaches kommerzielles Produkt ohne moralisches Urteil präsentiert wird, wird die Kommodifizierung des Feldes normalisiert.
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