
Waldbrände in Südeuropa: Massenevakuierungen in Frankreich, drei Feuerwehrleute gestorben
Mehr als 20.000 Menschen mussten in der Gironde vor einem rasenden Feuer fliehen; in Spanien und Italien kämpfen Einsatzkräfte gegen zahlreiche Großbrände.
In der südwestfranzösischen Region Gironde sind seit Mittwoch mehr als 20.000 Anwohner und Urlauber vor einem sich rasch ausbreitenden Waldbrand in Sicherheit gebracht worden. Das Feuer war in einem dichten Kiefernwald nahe der Gemeinde Saumos ausgebrochen und fraß sich binnen weniger Stunden in Richtung des Touristenortes Lège-Cap-Ferret am Bassin d’Arcachon vor. Nach Angaben der Präfektur standen am Donnerstag rund 700 Feuerwehrleute im Einsatz, unterstützt von Löschflugzeugen; die Flammen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine Fläche von etwa 3.400 Hektar erfasst.
Bei den Löscharbeiten sind in Frankreich in dieser Woche zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Sie starben am Dienstag bei einem Brand nahe dem Flughafen von Bordeaux. In Italien erlag ein 59-jähriger Feuerwehrmann am Mittwoch den Folgen eines Zusammenbruchs während der Bekämpfung eines Großfeuers bei San Cataldo auf Sizilien. Die italienische Insel erlebt derzeit Dutzende von Bränden; nach Behördenangaben waren allein am Mittwoch rund 6.000 Kräfte von Feuerwehr, Forstschutz und Zivilschutz im Einsatz, um die von starker Hitze und Trockenheit angefachten Feuer einzudämmen.
Zur Ursache des Brandes in der Gironde gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Der Bürgermeister von Le Porge, Martial Zaninetti, äußerte die Vermutung, das Feuer könne durch eine Maschine zur Unterholzbeseitigung ausgelöst worden sein; die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. In der benachbarten italienischen Region Kalabrien sprach der örtliche Zivilschutzchef von vorsätzlicher Brandstiftung: Unbekannte hätten mit brennbarem Material getränkte Lappen an den Schwänzen streunender Katzen befestigt, um die Flammen zu verbreiten. Auch diese Darstellung ist bislang nicht amtlich bestätigt.
Die Brände treffen auf eine seit Monaten von außergewöhnlicher Dürre geprägte Vegetation. In Spanien, wo die Wetterbehörde AEMET vor „außergewöhnlicher Gefahr“ durch Temperaturen von bis zu 44 Grad warnte, kämpften die Einsatzkräfte am Donnerstag gegen mehrere große Feuer, darunter eines in der Provinz Guadalajara, das seit einer Woche rund 32.000 Hektar verwüstet hat. Ein weiterer Brand nahe Toledo südlich von Madrid erzwang zeitweise Evakuierungen und die Sperrung von Bahnstrecken. Klimaforscher der Gruppe World Weather Attribution sehen in der gegenwärtigen Trockenheit eine durch den menschengemachten Klimawandel verschärfte Entwicklung.
Die Lage in der Gironde blieb am Donnerstag angespannt. Die Präfektur bezeichnete die Situation als „weiterhin ungünstig“; die Flammen waren am Vormittag nördlich von Lège eingedämmt, doch starke Winde und Temperaturen über 30 Grad ließen ein Wiederaufflammen befürchten. Die Evakuierungen dauerten an, mehrere Notunterkünfte wurden eingerichtet. Die Ermittlungen zu den Brandursachen in Frankreich und Italien sind im Gange.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.50 | critical |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.30 | critical |
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