
Polizei von Manchester räumt Versäumnisse vor Synagogen-Anschlag ein
Trotz beschlagnahmter Mobiltelefone mit extremistischen Inhalten unterblieb die Auswertung – nun ermittelt die Aufsichtsbehörde.
Die Polizei von Greater Manchester hat nach eigenen Angaben eine Gelegenheit zur Verhinderung des tödlichen Anschlags auf eine Synagoge im Stadtteil Heaton Park versäumt. Wie Polizeichef Sir Stephen Watson vor Gericht offenlegte, waren dem Attentäter Jihad Al-Shamie bei früheren Festnahmen im Februar und September 2025 Mobilgeräte abgenommen worden, deren verschlüsselte Daten auf eine extremistische Gesinnung hindeuteten. Eine Auswertung unterblieb jedoch bis zu dem Angriff am 2. Oktober 2025, dem jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur, bei dem Al-Shamie zwei Gemeindemitglieder tötete und anschließend von Sicherheitskräften erschossen wurde.
Aus Sicht der Polizeiführung handelt es sich um ein klares Versäumnis. Sir Stephen Watson erklärte, es bestehe „kaum ein Zweifel“, dass die auf den Geräten enthaltenen Informationen weitere Ermittlungsschritte ausgelöst hätten, und sprach von einer „verpassten Chance“. Er bedauere zutiefst, dass die Angehörigen der Opfer dadurch zusätzlich belastet würden. Die unabhängige Polizeiaufsichtsbehörde (Independent Office for Police Conduct, IOPC) hat eine Überprüfung der Ermittlungspannen eingeleitet. Die bevorstehenden gerichtlichen Untersuchungen zu den Todesfällen werden nach Angaben der Behörde sämtliche Aspekte des Anschlags beleuchten.
Die Offenlegung der polizeilichen Fehler wurde durch den Abschluss des Strafverfahrens gegen einen Komplizen Al-Shamies ermöglicht. Ein Gericht in Manchester verurteilte den 31-jährigen Mohammad Bashir am Donnerstag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit einer Mindestverbüßungsdauer von 17 Jahren. Bashir hatte gemeinsam mit Al-Shamie im August 2025 eine feindliche Aufklärungsfahrt zur britischen Verteidigungsakademie in Shrivenham unternommen und anschließend gezielt ihre Mobiltelefone entsorgt. Die Staatsanwaltschaft wertete die Pläne für einen Angriff auf die Militäreinrichtung als weit fortgeschritten. Während Al-Shamie die Synagoge als alternatives Ziel wählte, hielt sich Bashir zum Tatzeitpunkt in Pakistan auf und wurde nach seiner Rückkehr festgenommen.
Parallel zu den Ermittlungen in Manchester wird in den Vereinigten Staaten derzeit ein Terrorismusprozess gegen Hadi Matar geführt, der 2022 den Schriftsteller Salman Rushdie mit einem Messer attackierte und dabei schwer verletzte. Aus Washingtoner Sicht steht in dem Bundesverfahren die Motivlage im Zentrum: Die Anklage in Buffalo argumentiert, Matar habe eine Fatwa des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Chomeini aus dem Jahr 1989 vollstrecken wollen. Der Fall unterstreicht nach Darstellung von US-Behörden die anhaltende Relevanz transnationaler islamistischer Bedrohungen. In Großbritannien richten sich die nächsten Schritte auf die Aufarbeitung der polizeilichen Unterlassung: Die IOPC-Prüfung und die Untersuchung des Coroners sollen klären, ob und in welchem Umfang die nicht ausgewerteten Daten den Anschlag hätten verhindern können.
| Israelische Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Chinesische Presse | +0.30 | aligned |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.60 | critical |
Manchester police admit they missed a crucial opportunity: the terrorist's phones contained clear evidence of his radicalization but were not examined in time.
The chief constable's confession is presented as irrefutable proof of failure, turning an admission into a condemnation.
The Israeli account does not mention the conviction of accomplice Bashir, which could have balanced the narrative with an investigative success.
British justice sentenced a Manchester attacker's accomplice to life in prison, demonstrating the effectiveness of counter-terrorism efforts.
The account focuses solely on the positive judicial outcome, omitting investigative failures, to construct a narrative of success.
The Chinese account omits entirely the Manchester police's admission of failing to check the phones, presenting only the positive trial outcome.
Manchester police failed in basic checks on the terrorist's phones despite clear evidence, and the chief constable apologized for the missed opportunity.
Through repetition of specific details and direct quotation of the apology, the account builds a case of institutional negligence.
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