
Fenerbahçe verpflichtet Greenwood – Istanbuler Großangriff auf die europäische Elite
Während die türkischen Spitzenklubs mit spektakulären Transfers aufrüsten, vollzieht sich in der Premier League ein personeller Umbruch, der die Kader von Arsenal, Leeds und Brighton grundlegend verändert.
Der Transferhammer des Sommers kommt aus Istanbul: Fenerbahçe hat den englischen Stürmer Mason Greenwood für 39 Millionen Euro von Olympique Marseille verpflichtet und mit einem Vierjahresvertrag bis 2030 ausgestattet. Der 24-Jährige, der in der abgelaufenen Ligue-1-Saison mit 16 Treffern zu den torgefährlichsten Angreifern Frankreichs zählte, soll die seit 2014 währende türkische Meisterschaftsdürre beenden. Aus Manchester, wo Greenwood einst als Akademieprodukt sämtliche Nachwuchsrekorde brach, fließen dank einer Weiterverkaufsklausel rund 40 Prozent der Summe an den englischen Rekordmeister. Der Wechsel ist Teil einer konzertierten Aktion am Bosporus: Zuvor hatte der Stadtrivale Beşiktaş bereits den belgischen Nationalspieler Leandro Trossard von Arsenal loseisen können.
Der 31-jährige Trossard verlässt die Gunners nach zweieinhalb Jahren und 174 Pflichtspielen, in denen er 36 Tore und 34 Vorlagen beisteuerte. Für kolportierte 17 Millionen Pfund wechselt er an den Bosporus, wo er einen langfristigen Vertrag erhält. Aus Londoner Sicht markiert der Abgang einen Wendepunkt: Trossard war in der Meistersaison 2025/26 unter Mikel Arteta Stammkraft und stand sogar in der Champions-League-Finalniederlage gegen Paris Saint-Germain auf dem Platz. Nun sucht der Klub nach hochkarätigem Ersatz. Das Interesse an Christos Tzolis vom FC Brügge hat sich verdichtet; der griechische Nationalspieler könnte für rund 35 Millionen Euro an die Themse wechseln. Parallel sondiert der Klub die Verpflichtung von Julián Álvarez von Atlético Madrid, doch auch Barcelona und Real Madrid gelten als Mitbewerber.
Auch im übrigen England formieren sich die Kader neu. Leeds United steht vor der Verpflichtung des bosnischen Innenverteidigers Tarik Muharemovic von Sassuolo. Die Ablösesumme soll 34,1 Millionen Pfund betragen, wobei Juventus Turin aufgrund einer Klausel die Hälfte einstreicht. Der 23-Jährige, der bei der Weltmeisterschaft durch eine viel diskutierte Rote Karte gegen den US-Amerikaner Folarin Balogun auffiel, soll den zu Brighton abgewanderten Pascal Struijk ersetzen. Brighton selbst hat unterdessen den kroatischen U21-Nationalspieler Luka Vuskovic von Tottenham Hotspur verpflichtet. Der 19-Jährige, der in der vergangenen Saison bei Bundesligist Hamburger SV zum besten Nachwuchsspieler der Liga gewählt wurde, kostet die Seagulls rund 46 Millionen Pfund und erhält einen Fünfjahresvertrag.
Aus italienischer Perspektive richtet sich der Blick auf Gabriel Jesus. Der Brasilianer, dessen Vertrag bei Arsenal nur noch ein Jahr läuft, wird von den Nordklubs AC Mailand und Juventus Turin umworben. Die Londoner sollen bereit sein, den 29-Jährigen für etwa 20 Millionen Pfund ziehen zu lassen, nachdem er in der abgelaufenen Spielzeit nur noch 14 Ligaeinsätze verzeichnete und hinter Viktor Gyökeres und Kai Havertz ins zweite Glied gerückt war. Für die Serie-A-Vereine böte sich die Gelegenheit, einen technisch versierten Angreifer vergleichsweise günstig zu verpflichten.
Die Transferaktivitäten zeichnen das Bild eines Sommers, in dem die türkische Süper Lig mit finanzieller Potenz und sportlicher Perspektive in die Riege der ernsthaften Mitbewerber um internationale Spitzenkräfte vorstößt, während die Premier-League-Klubs ihre Kader für die kommenden Belastungen umbauen. Für Fenerbahçe steht nun die Champions-League-Qualifikation gegen Gornik Zabrze an, wo Greenwood seine Torjägerqualitäten erstmals auf europäischer Bühne unter Beweis stellen soll.
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