
Marquez-Sieg und Rookie-Duell: Die MotoGP-WM geht in die Sommerpause
Während Marc Marquez in Deutschland seinen Titelanspruch untermauerte, sorgten in der Moto3 die Nachwuchsfahrer Veda Ega Pratama und Hakim Danish für asiatische Akzente.
Der Große Preis von Deutschland auf dem Sachsenring brachte eine Vorentscheidung im Titelkampf und rückte zugleich die neue Rivalität in der kleinen Klasse ins Licht. Marc Marquez gewann sowohl den Sprint als auch das Hauptrennen und verkürzte den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jorge Martin auf 18 Punkte. In der Moto3 beendete der Indonesier Veda Ega Pratama das Rennen als Achter, während sein malaysischer Widersacher Hakim Danish nur Zwölfter wurde – ein Duell, das weit über die Platzierungen hinaus die Schlagzeilen bestimmt.
Beide sind Rookies, beide stammen aus Südostasien und beide haben in ihrer Debütsaison bereits für Aufsehen gesorgt. Veda Ega, der in Brasilien als erster Indonesier auf einem Grand-Prix-Podium stand, betont, dass er nicht auf die Auszeichnung als bester Neuling schielt, sondern konsequent Punkte sammeln will. Hakim Danish wiederum hat mit Rang sieben in der Gesamtwertung das Interesse von fünf bis sechs Teams aus der Moto2 und Moto3 geweckt. Sein Manager Zulfahmi Khairuddin verhandelt nach eigenen Angaben mit mehreren Rennställen, legt dabei aber Wert auf ein langfristiges Entwicklungsumfeld und nicht allein auf das finanzielle Angebot. Dass die sozialen Medien die beiden Fahrer gegeneinander aufbringen, lässt Hakim Danish kalt: „Wir sind gut befreundet, haben in Deutschland zusammen zu Abend gegessen.“
Während die Nachwuchshoffnungen für positive Schlagzeilen sorgen, kämpft der österreichische Hersteller KTM mit einem ernsten technischen Problem. Die RC16-Motorräder von Pedro Acosta und Brad Binder erlitten in dieser Saison mehrfach plötzliche Leistungsverluste – zuletzt in Assen, nachdem es bereits in Barcelona zu einem Auffahrunfall gekommen war. KTM-Motorsportdirektor Pit Beirer räumte ein, dass „etwas im Motor nicht stimmt“ und man vorsorglich einige Aggregate aus dem Verkehr gezogen habe. Da die Motoren nach der Homologation nicht geöffnet werden dürfen, ist eine gründliche Fehlersuche während der Sommerpause nur eingeschränkt möglich. Acosta und Binder haben bereits sechs der acht erlaubten Motoren verbraucht, was den Handlungsspielraum weiter einengt.
Marc Marquez nutzt die Rennpause derweil, um seine rechte Schulter weiter zu rehabilitieren. Der 33-Jährige war im Mai operiert worden und fühlt sich eigenen Worten zufolge noch nicht vollständig hergestellt: „Mein Comeback ist noch nicht abgeschlossen.“ Er könne nicht mehr zwei Tage hintereinander hart trainieren, müsse nun auch Ruhetage einplanen. Veda Ega Pratama wiederum begegnete dem in sozialen Netzwerken diskutierten „Marquez-Fluch“ von Mandalika mit nüchterner Analyse: Die wechselhaften Winde an der Küstenstrecke seien eine technische Herausforderung, kein Mythos. Die Weltmeisterschaft wird am 7. August im britischen Silverstone fortgesetzt.
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