
EU sanktioniert sechs russische Forscher wegen Entwicklung des Froschgifts Epibatidin
Die Europäische Union hat Vermögenssperren und Einreiseverbote gegen Wissenschaftler und einen Militärangehörigen verhängt, die nach Brüsseler Darstellung an der Synthese des tödlichen Wirkstoffs beteiligt waren, der im Leichnam Alexej Nawalnys nachgewiesen wurde.
Der Rat der Europäischen Union hat restriktive Maßnahmen gegen sechs russische Staatsangehörige beschlossen, die nach Darstellung Brüssels an der Entwicklung des Nervengifts Epibatidin als chemische Waffe mitgewirkt haben. Betroffen sind vier Mitarbeiter des wissenschaftlichen Zentrums „Signal“, darunter Laborleiter Igor Babkin, eine Analytikerin des Staatlichen Forschungsinstituts für organische Chemie und Technologie (GosNIIOChT) sowie ein Abteilungsleiter der Militärakademie für Strahlen-, Chemie- und Biologieschutz. Die Sanktionierten unterliegen nun EU-weiten Vermögenssperren und Einreiseverboten; zudem ist es europäischen Unternehmen untersagt, ihnen direkt oder indirekt finanzielle Mittel oder wirtschaftliche Ressourcen bereitzustellen.
Aus Sicht der Europäischen Union stützen sich die Strafmaßnahmen auf Erkenntnisse, wonach die genannten Personen durch Forschung und Publikationen zur Synthese von Epibatidin beigetragen und damit die Entwicklung dieses hochtoxischen Stoffes als chemische Waffe vorangetrieben haben. Das Gift, ein Sekret südamerikanischer Baumsteigerfrösche, war nach Angaben aus London, Stockholm, Paris, Berlin und Den Haag in Gewebeproben Alexej Nawalnys nachgewiesen worden. Der Kremlkritiker war im Februar 2024 in einer russischen Strafkolonie gestorben; unabhängige Laboranalysen kamen im Februar 2026 zu dem Schluss, dass eine Vergiftung mit Epibatidin die wahrscheinliche Todesursache sei. Die EU wertet dies als erneuten Einsatz chemischer Kampfstoffe unter Verletzung der Chemiewaffenkonvention.
Das russische Außenministerium wies die Vorwürfe als „Informationswurf“ zurück und bestritt jegliche Beteiligung staatlicher Stellen. Aus Moskauer Perspektive handelt es sich um eine politisch motivierte Kampagne, die ohne belastbare Beweise geführt werde. Die nun sanktionierten Einrichtungen – insbesondere das GosNIIOChT – gelten in westlichen Sicherheitskreisen seit Langem als zentrale Akteure des russischen Chemiewaffenprogramms, das trotz offizieller Vernichtung der deklarierten Bestände fortbestehen soll. Die EU hat mit den neuen Listungen die Zahl der von ihrem Chemiewaffen-Sanktionsregime erfassten Personen auf 31 und der Organisationen auf sechs erhöht.
Die Entscheidung vertieft die seit dem ersten Nawalny-Anschlag 2020 bestehenden Spannungen zwischen der EU und Russland im Bereich der Nichtverbreitung chemischer Waffen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die sich traditionell für eine Stärkung des internationalen Chemiewaffenverbots einsetzen, unterstreicht der Fall die Dringlichkeit verbesserter Verifikationsmechanismen. Das Dossier bleibt in Bewegung: Weitere Sanktionen sind nach Brüsseler Lesart möglich, sollten neue Beweise für die Beteiligung zusätzlicher Akteure an der Entwicklung oder dem Einsatz von Epibatidin auftauchen. Die nächste Überprüfung der restriktiven Maßnahmen ist turnusgemäß innerhalb der kommenden zwölf Monate zu erwarten.
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Die Europäische Union hat sechs russische Staatsbürger sanktioniert, die an der Entwicklung von Epibatidin beteiligt waren, einem chemischen Kampfstoff, der nach dem Tod von Alexej Nawalny im Gefängnis in seinem Körper gefunden wurde. Die betroffenen Wissenschaftler arbeiteten im Signal-Zentrum und veröffentlichten Studien zur Synthese der Substanz. Die Maßnahmen sind Teil der Reaktion der EU auf den Einsatz chemischer Waffen.
Die Europäische Union hat unter dem Vorwand der angeblichen Beteiligung an der Entwicklung einer giftigen Substanz im Zusammenhang mit dem Tod von Alexej Nawalny Sanktionen gegen sechs russische Staatsbürger verhängt. Der Schritt wird als eine weitere politisch motivierte Aktion des Westens gegen Russland gesehen. Die Sanktionen richten sich gegen Wissenschaftler und Militärangehörige.
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