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SportFreitag, 3. Juli 2026

Chip im Ball entscheidet: Portugal nach 2:1 gegen Kroatien im Achtelfinale

Ein vom Sensor im WM-Ball erkannter Hauchkontakt führte zur Aberkennung des späten Ausgleichs und löste eine Debatte über die Technologie im Fussball aus.

Portugal steht nach einem dramatischen 2:1-Sieg über Kroatien im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026. In der 13. Minute der Nachspielzeit nahm der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas den vermeintlichen Ausgleichstreffer von Josko Gvardiol nach Videobeweis zurück. Ausschlaggebend war ein kaum sichtbarer Kontakt des kroatischen Stürmers Igor Matanovic mit dem Ball, der von der im Spielgerät verbauten Sensorik registriert wurde und eine Abseitsposition des Passgebers Mario Pasalic zur Folge hatte. Zuvor hatte Ivan Perisic die Kroaten in Führung gebracht (53.), Cristiano Ronaldo per Handelfmeter ausgeglichen (68.) und Goncalo Ramos in der vierten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielt.

Die Technologie des offiziellen Spielballs „Trionda“ von Adidas erwies sich als spielentscheidend. Eine inertiale Messeinheit (IMU) im Inneren des Balls erfasst 500 Mal pro Sekunde Beschleunigung und Richtungsänderungen und übermittelt jeden noch so leichten Kontakt an das Videoschiedsrichter-Team. In der Fernsehübertragung wurde der Impuls als Ausschlag in einem herzfrequenzähnlichen Diagramm dargestellt. Die FIFA bestätigte nach dem Spiel, dass die Daten den Kontakt Matanovics belegten und der Schiedsrichter so den Abseitsverstoss korrekt feststellen konnte. Matanovic selbst räumte später ein, einen „leichten Kontakt mit dem Haar“ gespürt zu haben.

Die Entscheidung löste heftige Reaktionen aus. Kroatiens Trainer Zlatko Dalic beklagte, der VAR „töte die Emotionen“, und Kapitän Luka Modric kritisierte, die Technologie werde „selektiv oder je nach Grösse des Teams“ eingesetzt. Der als TV-Experte tätige Schwede Zlatan Ibrahimovic sprach von einem „regelrechten Raub“. Portugals Nationaltrainer Roberto Martinez hingegen verwies auf die Eindeutigkeit der Sensordaten: „Die Bälle haben jetzt einen Chip, und es ist sehr klar, dass der VAR deshalb eingegriffen hat.“ In kroatischen Medien wurde die Ironie des Moments hervorgehoben: Wäre Matanovic kahlköpfig gewesen, hätte der Treffer womöglich gezählt.

Jenseits der technischen Kontroverse stand der Abend im Zeichen des Gedenkens an den vor einem Jahr tödlich verunglückten portugiesischen Nationalspieler Diogo Jota. Vor dem Anpfiff wurde sein Bild auf der Stadionleinwand gezeigt, in der 21. Minute – seiner Rückennummer – erhoben sich die portugiesischen Fans und entrollten ein Banner. Nach dem Schlusspfiff hielt Ronaldo ein Trikot mit der Nummer 21 in die Kamera und trug es beim Gang über den Rasen. Der FC Liverpool, für den Jota zuletzt spielte, weihte zeitgleich an der Anfield Road das Denkmal „Forever 20“ ein.

Portugal trifft nun am Montag in Dallas auf den amtierenden Europameister Spanien. Für Kroatien endet das Turnier mit dem wahrscheinlich letzten WM-Auftritt des 40-jährigen Modric, der seinen Abschied vom internationalen Fussball bereits angekündigt hatte.

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Freitag, 3. Juli 2026

Chip im Ball entscheidet: Portugal nach 2:1 gegen Kroatien im Achtelfinale

Ein vom Sensor im WM-Ball erkannter Hauchkontakt führte zur Aberkennung des späten Ausgleichs und löste eine Debatte über die Technologie im Fussball aus.

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Die Technologie des offiziellen Spielballs „Trionda“ von Adidas erwies sich als spielentscheidend. Eine inertiale Messeinheit (IMU) im Inneren des Balls erfasst 500 Mal pro Sekunde Beschleunigung und Richtungsänderungen und übermittelt jeden noch so leichten Kontakt an das Videoschiedsrichter-Team. In der Fernsehübertragung wurde der Impuls als Ausschlag in einem herzfrequenzähnlichen Diagramm dargestellt. Die FIFA bestätigte nach dem Spiel, dass die Daten den Kontakt Matanovics belegten und der Schiedsrichter so den Abseitsverstoss korrekt feststellen konnte. Matanovic selbst räumte später ein, einen „leichten Kontakt mit dem Haar“ gespürt zu haben.

Die Entscheidung löste heftige Reaktionen aus. Kroatiens Trainer Zlatko Dalic beklagte, der VAR „töte die Emotionen“, und Kapitän Luka Modric kritisierte, die Technologie werde „selektiv oder je nach Grösse des Teams“ eingesetzt. Der als TV-Experte tätige Schwede Zlatan Ibrahimovic sprach von einem „regelrechten Raub“. Portugals Nationaltrainer Roberto Martinez hingegen verwies auf die Eindeutigkeit der Sensordaten: „Die Bälle haben jetzt einen Chip, und es ist sehr klar, dass der VAR deshalb eingegriffen hat.“ In kroatischen Medien wurde die Ironie des Moments hervorgehoben: Wäre Matanovic kahlköpfig gewesen, hätte der Treffer womöglich gezählt.

Jenseits der technischen Kontroverse stand der Abend im Zeichen des Gedenkens an den vor einem Jahr tödlich verunglückten portugiesischen Nationalspieler Diogo Jota. Vor dem Anpfiff wurde sein Bild auf der Stadionleinwand gezeigt, in der 21. Minute – seiner Rückennummer – erhoben sich die portugiesischen Fans und entrollten ein Banner. Nach dem Schlusspfiff hielt Ronaldo ein Trikot mit der Nummer 21 in die Kamera und trug es beim Gang über den Rasen. Der FC Liverpool, für den Jota zuletzt spielte, weihte zeitgleich an der Anfield Road das Denkmal „Forever 20“ ein.

Portugal trifft nun am Montag in Dallas auf den amtierenden Europameister Spanien. Für Kroatien endet das Turnier mit dem wahrscheinlich letzten WM-Auftritt des 40-jährigen Modric, der seinen Abschied vom internationalen Fussball bereits angekündigt hatte.

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