
Carlson und die Spaltung der US-Rechten: Plan einer dritten Partei als Ausdruck der Krise
Der ehemalige Fox-News-Moderator will mit einer neuen Partei das politische System aufbrechen, während seine Abkehr von Donald Trump die republikanische Koalition zu zerreißen droht.
Takker Carlson, ehemaliger Star-Moderator bei Fox News und jahrelanger Unterstützer Donald Trumps, hat in einem Interview mit dem Columbia Journalism Review angekündigt, sich für die Gründung einer dritten Partei in den Vereinigten Staaten einzusetzen. Republikaner und Demokraten glichen sich in Fragen von Krieg und Finanzen so sehr, dass das Land faktisch ein Einparteienstaat sei, argumentierte Carlson. Er selbst strebe keine Kandidatur an, wolle aber eine Kraft mit aufbauen, die sich am unmittelbaren Wohl amerikanischer Bürger orientiere. Die Erklärung folgt auf seinen Austritt aus der Republikanischen Partei und eine öffentliche Entschuldigung bei seinen Anhängern dafür, sie im Vertrauen auf Trumps ‚America First‘-Versprechen in die Irre geführt zu haben.
In Washington wird der Vorgang als Symptom einer tiefliegenden Zersetzung der konservativen Bewegung gewertet. Aus Sicht führender Republikaner untergräbt Carlson mit seiner Fundamentalkritik die Parteilinie, zumal er gemeinsam mit anderen ehemaligen Vertrauten wie der ehemaligen Abgeordneten Marjorie Taylor Greene dem Präsidenten vorwirft, mit dem Iran-Krieg die eigentlichen Interessen der Arbeiterschaft verraten zu haben. Chinesische Analysten des China Institutes of Contemporary International Relations sehen darin eine unausweichliche Folge der wachsenden internen Spannungen während Trumps zweiter Amtszeit; die Partei müsse sich grundlegend mit ihren Bekenntnissen auseinandersetzen. Italienische Beobachter verweisen auf mögliche wahlstrategische Effekte: Sollte Carlson tatsächlich eine eigene Partei anführen, könnte er ähnlich wie Ross Perot im Jahr 1992 dem republikanischen Kandidaten entscheidende Stimmen abziehen. Gleichzeitig spiegele seine Abkehr einen breiteren anti-etablissementlichen Impuls, der auch linke Kandidaten der Democratic Socialists of America bei Vorwahlen erfolgreich macht.
Besonders scharf tritt im Konflikt die außenpolitische Dimension hervor. In israelischen Medien wird Carlsons wiederholte Behauptung zitiert, der Krieg gegen den Iran sei auf Druck der Regierung in Jerusalem zustande gekommen und habe nichts mit amerikanischen Sicherheitsinteressen zu tun. Seine Äußerungen, wonach israelische Akteure die US-Politik manipulierten, stoßen in konservativen Kreisen auf heftigen Widerspruch und vertiefen den Graben zwischen interventionistischen und isolationistischen Flügeln der Partei.
Die Republikanische Partei reagiert auf die Turbulenzen mit einem für September in Dallas angesetzten Parteitag, der vor den Midterms Geschlossenheit demonstrieren soll. Ob das Projekt einer dritten Partei die hohen Hürden des amerikanischen Wahlsystems überwinden kann, ist offen; historisch waren Drittparteien stets chancenlos. Derzeit geht es weniger um organisatorische Schritte als um eine grundlegende Neuvermessung des konservativen Lagers – ein Ringen, das über künftige Mehrheiten im Kongress mitentscheiden dürfte.
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