
Hunderttausende kehren in den Südlibanon zurück – doch Israels Sicherheitszone blockiert Grenzdörfer
Mehr als 640.000 Binnenvertriebene sind seit der Waffenruhe im Juni in ihre Heimatorte zurückgekehrt, während eine halbe Million weiterhin kein Zuhause hat und ein fragiles Rahmenabkommen die Zukunft der Region bestimmt.
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit dem 21. Juni mehr als 640.000 libanesische Binnenvertriebene in ihre Herkunftsorte im Süden des Landes und in den südlichen Vororten Beiruts zurückgekehrt. Die Waffenruhe war durch eine amerikanisch-iranische Verständigung zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten ermöglicht worden. Dennoch verharren laut IOM rund 500.000 Menschen weiterhin in der Flucht, da Dutzende grenznahe Ortschaften durch die israelischen Angriffe weitgehend zerstört wurden und Israel dort eine etwa zehn Kilometer tiefe „Sicherheitszone“ aufrechterhält. Trotz der Feuerpause kommt es nach israelischen Militärangaben weiterhin zu vereinzelten Schlägen gegen Hisbollah-Ziele.
Aus israelischer Sicht ist der Verbleib eigener Truppen in dieser Zone notwendig, solange die vom Iran unterstützte Hisbollah eine Bedrohung darstellt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigte, dass sich die Streitkräfte erst nach einer Entwaffnung der Miliz zurückziehen würden. Ein unter amerikanischer Vermittlung in der vergangenen Woche paraphiertes Rahmenabkommen zwischen Libanon und Israel sieht einen schrittweisen israelischen Abzug sowie die Entwaffnung der Hisbollah vor, enthält jedoch keinen Zeitplan. Die Hisbollah lehnte das Abkommen umgehend ab. Der libanesische Präsident Joseph Aoun betonte, die Rahmenvereinbarung legitimiere keine israelische Besatzung; die libanesische Armee werde nach einem Abzug die volle Verantwortung für Sicherheit und Stabilität im Süden übernehmen. Aoun bezeichnete die souveräne Entscheidung, den libanesischen Weg vom iranisch-amerikanischen Konflikt zu trennen, als Problem für jene, die an eine Fremdbestimmung gewöhnt seien.
Die humanitären Folgen des Konflikts sind gravierend. Nach Angaben lokaler Behörden wurden rund 4.300 Menschen getötet und mehr als eine Million vertrieben, vor allem aus dem Südlibanon. In Beirut und Umgebung haben die Behörden mit der Räumung wilder Zeltlager begonnen, während die Zahl offizieller Notunterkünfte sinkt. In der libanesischen Diaspora, die weltweit Millionen Menschen umfasst, wächst laut Vertretern des Lebanese Diaspora Network die vorsichtige Hoffnung, dass die Regierung in Beirut sich erstmals von der Hisbollah lösen und einen dauerhaften Frieden aushandeln könnte. Gleichzeitig wird die physische und emotionale Traumatisierung der Vertriebenen als tiefgreifend beschrieben.
Der Krieg im Libanon war Anfang März eskaliert, nachdem die Hisbollah als Vergeltung für die Tötung des iranischen Obersten Führers Ali Chamenei bei amerikanisch-israelischen Angriffen Ende Februar Raketen auf Israel abgefeuert hatte. Die anschließende israelische Luft- und Bodenoffensive führte zu massiven Zerstörungen. Die im Juni erzielte amerikanisch-iranische Übereinkunft legte die Grundlage für die Waffenruhe, doch die Umsetzung des Rahmenabkommens bleibt ungewiss. Analysten in Beirut bezweifeln, dass der libanesische Staat die Entwaffnung der Hisbollah durchsetzen kann. Die nächsten Verhandlungsrunden sollen die Modalitäten des israelischen Rückzugs und die Stationierung der libanesischen Armee in zwei „Pilotzonen“ konkretisieren.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.60 | critical |
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| Arabische Golfpresse | +0.30 | aligned |
Die libanesische interne Opposition demontiert das Rahmenabkommen, indem sie dessen Nichtumsetzung und das Fehlen eines wahren Konsenses anprangert.
Sie betont interne Spaltungen und politische Manöver, um zu suggerieren, dass das Abkommen fragil ist und nicht den Volkswillen repräsentiert.
Sie verschweigt die konkreten Pläne der Regierung für Wohnraum und Kommunikation sowie Salams Erklärung, keinen Konflikt mit der Hisbollah zu suchen.
Die libanesische Regierung bekräftigt ihre Souveränität und strebt den vollständigen israelischen Rückzug und Wiederaufbau an.
Sie zitiert offizielle Erklärungen und konkrete Pläne, um das Abkommen als diplomatischen Erfolg in der Umsetzungsphase darzustellen.
Sie verschweigt interne Spaltungen und Berris Opposition gegen das Abkommen sowie Kritik an seiner Umsetzung.
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