
EU genehmigt Paramounts Warner-Übernahme unter Auflagen – Vollzug in den USA vorerst gestoppt
Die Europäische Kommission hat die 110-Milliarden-Dollar-Transaktion unter der Bedingung freigegeben, dass Paramount die Vertriebspartnerschaft mit Universal in Europa beendet; in den USA blockiert ein Gericht den Zusammenschluss vorläufig.
Die Europäische Kommission hat am Mittwoch die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance im Volumen von rund 110 Milliarden Dollar genehmigt. Die Zustimmung ist an Auflagen geknüpft: Paramount muss innerhalb von 13 Monaten nach Abschluss der Transaktion seine Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen United International Pictures (UIP) im Europäischen Wirtschaftsraum beenden und darf für zehn Jahre keine Vereinbarung zur gemeinsamen Filmauswertung mit Universal Pictures eingehen. Aus Sicht der Brüsseler Wettbewerbshüter hätte die gebündelte Distribution von Paramount-, Warner- und Universal-Filmen über UIP zu schlechteren Konditionen für Kinobetreiber und letztlich zu Nachteilen für Verbraucher geführt.
Die kartellrechtliche Prüfung ergab, dass auf der Produktionsebene genügend konkurrierende Studios verbleiben – darunter Disney, NBC Universal, Sony sowie kleinere Anbieter wie Amazon MGM und europäische Produktionsfirmen. Im Bereich der Filmauswertung hingegen sahen die Beamten eine zu hohe Konzentration. Paramount verpflichtete sich zudem, Warner-Filme nicht auf einen Vertriebskanal zu verlagern, der auch Filme von Universal oder Disney bearbeitet. Ein unabhängiger Treuhänder soll die Einhaltung der Zusagen überwachen.
Während die europäische Freigabe einen wichtigen regulatorischen Meilenstein darstellt, bleibt der Vollzug in den Vereinigten Staaten blockiert. Eine Bundesrichterin in Kalifornien erließ am Montag auf Antrag von zwölf Bundesstaaten eine einstweilige Verfügung, die den Zusammenschluss für mindestens 14 Tage untersagt. Die klagenden Staaten, angeführt von Kalifornien, argumentieren, die Fusion werde den Wettbewerb in der Filmauswertung und im Kabelfernsehen erheblich einschränken und Arbeitsplätze gefährden. Die Writers Guild of America schloss sich der Kritik an und warnte vor Lohndruck und weniger Chancen für Drehbuchautoren. Das US-Justizministerium hatte die Transaktion im Juni ohne Auflagen gebilligt.
Für Paramount erhöht die Verzögerung den finanziellen Druck. Sollte der Abschluss nicht bis zum 30. September erfolgen, wird eine tägliche Ausgleichszahlung von rund sieben Millionen Dollar an die Warner-Aktionäre fällig. Die Aktie von Warner Bros. notierte zuletzt mit deutlichem Abschlag zum Angebotspreis von 31 Dollar, was auf Skepsis der Anleger hinsichtlich eines zeitnahen Vollzugs hindeutet. Im Vereinigten Königreich prüft die Wettbewerbsbehörde CMA den Deal noch; eine erste Entscheidung wird bis zum 7. August erwartet. Weitere Freigaben liegen unter anderem aus Australien, China und Saudi-Arabien vor.
Das nächste verfahrensentscheidende Datum ist der 3. August. An diesem Tag wird die kalifornische Richterin in einer Anhörung darüber befinden, ob die einstweilige Verfügung in eine längerfristige Unterlassungsanordnung übergeht. Ein solcher Schritt könnte die Transaktion für Monate aussetzen und den Zeitplan der Konzerne weiter gefährden.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.10 | neutral |
The EU approval is a win for Paramount, but the real challenge lies in the US. We see this as a strategic step forward, albeit conditional.
By highlighting the EU approval as a 'needed win' and omitting the US court block, the narrative creates an impression of progress and minimizes obstacles.
The US court order temporarily blocking the deal is not mentioned, which would introduce significant uncertainty.
Die EU-Zustimmung ist an strenge Auflagen gebunden, und die US-Blockade sowie die Proteste zeigen, dass der Deal auf breiten Widerstand stößt. Wir bewerten die Fusion skeptisch.
Durch die Verknüpfung von EU-Auflagen, US-Richterstopp und Branchenprotesten entsteht das Bild eines Deals, der von allen Seiten unter Druck steht.
Die Darstellung des Deals als strategischer Erfolg für Paramount, wie sie in der atlantischen Presse vorkommt, wird nicht erwähnt.
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