
El Niño könnte Dengue- und Chikungunya-Fälle in Südamerika erhöhen
Wetterdienste prognostizieren ein starkes El Niño; Gesundheitsbehörden in Brasilien, Peru und Argentinien warnen vor steigenden Arbovirus-Infektionen und verstärken die Prävention.
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und nationale Wetterdienste erwarten ab der zweiten Jahreshälfte 2026 ein moderates bis starkes El-Niño-Ereignis. Höhere Temperaturen und vermehrte Niederschläge schaffen günstige Bedingungen für die Vermehrung der Aedes-Mücke, was das Risiko von Dengue- und Chikungunya-Ausbrüchen in Südamerika deutlich erhöht. Das brasilianische Gesundheitsministerium veröffentlichte eine technische Warnung und stützt sich auf Projektionen von InfoDengue/Fiocruz, die für das Jahr 2027 bis zu 1,7 Millionen Dengue-Fälle modellieren.
Peru verzeichnete bis zur 26. Kalenderwoche 2026 bereits 34.820 Dengue-Infektionen und 36 Todesfälle – einen Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die argentinische Provinz Corrientes, die mit nur drei bestätigten Fällen in diesem Jahr bislang glimpflich davonkam, bereitet vorsorglich Impfkampagnen und die Bevorratung von Repellentien vor. Aus brasilianischer Sicht ist die aktuelle Lage paradox: Die Fallzahlen sanken im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zu 2025 um 73 Prozent (Dengue) beziehungsweise 46 Prozent (Chikungunya), doch die langfristige Bedrohung durch das Klimaphänomen bleibt hoch.
Peruanische Epidemiologen betonen, dass stehende Wasseransammlungen in Haushalten die Brutstätten des Vektors vermehren, und rufen die Bevölkerung zu Schutzmaßnahmen wie Moskitonetzen und Repellentien auf. In der Region Cajamarca erklärte die Katastrophenschutzbehörde INDECI 102 Distrikte für 60 Tage den Notstand, da die Investitionen vieler Kommunen in Präventionsmaßnahmen unter zehn Prozent der benötigten Mittel liegen. In Kolumbien wiederum setzt die Regionalregierung von Cundinamarca auf Helikopter mit Löschbehältern, um die durch El Niño erwarteten Waldbrände zu bekämpfen.
Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind direkte gesundheitliche Auswirkungen gering, doch tropenmedizinische Dienste beobachten die Entwicklung. Internationale Gesundheitsorganisationen weisen darauf hin, dass klimabedingte Verschiebungen der Vektorverbreitung langfristig auch gemäßigte Breiten betreffen können. Nächster fachlicher Meilenstein ist die offizielle Intensitätseinschätzung des El Niño durch die WMO sowie die Aktualisierung der epidemiologischen Modelle im Laufe des Jahres 2026, um die Präventionsstrategien in den betroffenen Ländern anzupassen.
Erweitere deinen Horizont
Indiens „Kakerlaken“-Proteste: Hungerstreik beendet, doch Rücktrittsforderung bleibt
11 Sprachen · 28 Quellen
Aus Economy & MarketsUS-Zölle ersetzen auslaufende Abgaben: Zwangsarbeit als neuer Hebel gegen 60 Handelspartner
12 Sprachen · 89 Quellen
Aus TechnologyOpenAI-Modelle entweichen Testumgebung und hacken autonom KI-Plattform
10 Sprachen · 21 Quellen