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Medien & UnterhaltungMontag, 22. Juni 2026

Ein Schaf, ein Drache, ein toter Prinz

Die dritte Staffel von House of the Dragon beginnt mit einer verlustreichen Seeschlacht, die den Krieg der Targaryen endgültig entfesselt und eine Buchfigur stillschweigend ersetzt.

Am Anfang steht ein Schaf auf einem grünen Hügel und grast. Allein. Die Süddeutsche Zeitung notierte dieses stille Bild, das die dritte Staffel von House of the Dragon eröffnet – und fügte hinzu, dass Schafe in dieser Serie selten lange unbehelligt bleiben. Wenige Szenen später ist die Idylle verflogen. Die Kamera taucht in die Gischt der Meerenge, wo sich die Flotte der Schwarzen unter Corlys Velaryon und die Schiffe der Triarchie gegenüberstehen. Drachen stürzen vom Himmel, Feuer regnet auf Holz und Segel, und was als geordnete Schlacht beginnt, zerfällt in ein Chaos aus Rauch, Blut und brüllenden Kreaturen.

Im Zentrum dieses Infernos steht Jacaerys Velaryon, der älteste Sohn von Königin Rhaenyra. Auf seinem Drachen Vermax versucht er, die Oberhand zu gewinnen, doch eine neu hinzugekommene Reiterin – Rhaena Targaryen auf dem wilden Drachen Schafdieb – verliert die Kontrolle über ihr Tier. Schafdieb attackiert wahllos Freund und Feind, zwingt Vermax in die Reichweite der feindlichen Geschütze. Ein gewaltiges Projektil durchbohrt den Drachen, er stürzt ins Meer, und Jacaerys, der sich aus dem Sattel befreit, wird an der Wasseroberfläche von Armbrustbolzen getroffen. Die letzte Einstellung zeigt seinen leblosen Körper, der reglos in den Wellen treibt – ein Bild, das die spanische Zeitung El Financiero als schmerzhaften Verlust für die Schwarzen beschreibt.

Der Auftakt der neuen Staffel, die nach zwei Jahren Pause weltweit am 21. Juni auf HBO und Max erschien, markiert einen Wendepunkt in der sogenannten Tanz der Drachen. Aus Sicht der Produzenten um Showrunner Ryan Condal war die Entscheidung, die Schlacht am Gullet gleich zu Beginn zu zeigen, eine bewusste Zuspitzung: Nach einer von vielen Zuschauern als zögerlich empfundenen zweiten Staffel sollte nun die volle Wucht des Bürgerkriegs entfesselt werden. Gleichzeitig nimmt sich die Serie eine Freiheit, die unter Kennern der Buchvorlage Feuer und Blut von George R. R. Martin für Diskussionen sorgt. Die Figur der Nettles, eines mutigen Mädchens niedriger Herkunft, das im Roman den wilden Drachen zähmt, wird in der Serienadaption durch Rhaena Targaryen ersetzt. Das US-Magazin Time sieht darin eine Bestätigung langgehegter Fanspekulationen und weist darauf hin, dass damit eine der wenigen schwarzen Figuren der Vorlage entfällt.

Die Resonanz auf den Staffelstart fällt gemischt aus. Während Branchenblätter wie Forbes die opulente Inszenierung der Schlacht würdigen, bemängelt der britische Independent eine „enttäuschende Oberflächlichkeit“ und vermisst den erzählerischen Tiefgang des Vorgängers Game of Thrones. In Indien, wo die Serie auf JioHotstar mit einem Tag Verzögerung anläuft, verfolgen Fans die Entwicklungen ebenso gespannt wie in Mexiko, wo El Universal den minutengenauen Sendeplan veröffentlichte. Die globale Gleichzeitigkeit des Streamings macht die Geschicke von Westeros zu einem geteilten kulturellen Ereignis, bei dem die Uhrzeit der Verfügbarkeit – 9 p.m. ET in den USA, 6:30 a.m. IST am Folgetag in Indien – selbst zur Nachricht wird.

Am Ende der ersten Episode bleibt ein doppelter Eindruck. Da ist die technische Virtuosität einer Schlacht, die das Auge überwältigt, und da ist die Stille nach dem Gefecht, wenn der Körper des Prinzen im Wasser treibt. Rhaenyra, so deutet El Financiero an, werde von nun an eine erbarmungslose Rächerin sein. Der Krieg, den die Serie so lange vorbereitet hat, hat endlich begonnen – und er fordert bereits in der ersten Stunde seinen ersten königlichen Preis.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

0%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Lateinamerikanische Presse
DistanzPragmatismus

Die dritte Staffel beginnt mit der spektakulären Schlacht am Schlund, einem Seegefecht, das Rhaenyras Fraktion einen schmerzhaften Verlust zufügt. Die Episode stellt auch Cregan Stark vor, der das Bündnis mit dem Norden festigt. Episodenführer und Veröffentlichungskalender begleiten die triumphale Rückkehr der Serie.

Kontinentaleuropäische Presse/ DACH+
IronieSkepsis

Erst Drachen, dann Demokratie: Die Serie kehrt mit einer imposanten Seeschlacht zurück, doch der Blick bleibt ironisch und distanziert. Schafe kommen wie immer schlecht weg, und in Westeros tut sich endlich etwas. Das Spektakel wird mit einer gewissen Skepsis gewürdigt, zwischen politischen Intrigen und langem Warten.

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Ein Schaf, ein Drache, ein toter Prinz

Die dritte Staffel von House of the Dragon beginnt mit einer verlustreichen Seeschlacht, die den Krieg der Targaryen endgültig entfesselt und eine Buchfigur stillschweigend ersetzt.

Am Anfang steht ein Schaf auf einem grünen Hügel und grast. Allein. Die Süddeutsche Zeitung notierte dieses stille Bild, das die dritte Staffel von House of the Dragon eröffnet – und fügte hinzu, dass Schafe in dieser Serie selten lange unbehelligt bleiben. Wenige Szenen später ist die Idylle verflogen. Die Kamera taucht in die Gischt der Meerenge, wo sich die Flotte der Schwarzen unter Corlys Velaryon und die Schiffe der Triarchie gegenüberstehen. Drachen stürzen vom Himmel, Feuer regnet auf Holz und Segel, und was als geordnete Schlacht beginnt, zerfällt in ein Chaos aus Rauch, Blut und brüllenden Kreaturen.

Im Zentrum dieses Infernos steht Jacaerys Velaryon, der älteste Sohn von Königin Rhaenyra. Auf seinem Drachen Vermax versucht er, die Oberhand zu gewinnen, doch eine neu hinzugekommene Reiterin – Rhaena Targaryen auf dem wilden Drachen Schafdieb – verliert die Kontrolle über ihr Tier. Schafdieb attackiert wahllos Freund und Feind, zwingt Vermax in die Reichweite der feindlichen Geschütze. Ein gewaltiges Projektil durchbohrt den Drachen, er stürzt ins Meer, und Jacaerys, der sich aus dem Sattel befreit, wird an der Wasseroberfläche von Armbrustbolzen getroffen. Die letzte Einstellung zeigt seinen leblosen Körper, der reglos in den Wellen treibt – ein Bild, das die spanische Zeitung El Financiero als schmerzhaften Verlust für die Schwarzen beschreibt.

Der Auftakt der neuen Staffel, die nach zwei Jahren Pause weltweit am 21. Juni auf HBO und Max erschien, markiert einen Wendepunkt in der sogenannten Tanz der Drachen. Aus Sicht der Produzenten um Showrunner Ryan Condal war die Entscheidung, die Schlacht am Gullet gleich zu Beginn zu zeigen, eine bewusste Zuspitzung: Nach einer von vielen Zuschauern als zögerlich empfundenen zweiten Staffel sollte nun die volle Wucht des Bürgerkriegs entfesselt werden. Gleichzeitig nimmt sich die Serie eine Freiheit, die unter Kennern der Buchvorlage Feuer und Blut von George R. R. Martin für Diskussionen sorgt. Die Figur der Nettles, eines mutigen Mädchens niedriger Herkunft, das im Roman den wilden Drachen zähmt, wird in der Serienadaption durch Rhaena Targaryen ersetzt. Das US-Magazin Time sieht darin eine Bestätigung langgehegter Fanspekulationen und weist darauf hin, dass damit eine der wenigen schwarzen Figuren der Vorlage entfällt.

Die Resonanz auf den Staffelstart fällt gemischt aus. Während Branchenblätter wie Forbes die opulente Inszenierung der Schlacht würdigen, bemängelt der britische Independent eine „enttäuschende Oberflächlichkeit“ und vermisst den erzählerischen Tiefgang des Vorgängers Game of Thrones. In Indien, wo die Serie auf JioHotstar mit einem Tag Verzögerung anläuft, verfolgen Fans die Entwicklungen ebenso gespannt wie in Mexiko, wo El Universal den minutengenauen Sendeplan veröffentlichte. Die globale Gleichzeitigkeit des Streamings macht die Geschicke von Westeros zu einem geteilten kulturellen Ereignis, bei dem die Uhrzeit der Verfügbarkeit – 9 p.m. ET in den USA, 6:30 a.m. IST am Folgetag in Indien – selbst zur Nachricht wird.

Am Ende der ersten Episode bleibt ein doppelter Eindruck. Da ist die technische Virtuosität einer Schlacht, die das Auge überwältigt, und da ist die Stille nach dem Gefecht, wenn der Körper des Prinzen im Wasser treibt. Rhaenyra, so deutet El Financiero an, werde von nun an eine erbarmungslose Rächerin sein. Der Krieg, den die Serie so lange vorbereitet hat, hat endlich begonnen – und er fordert bereits in der ersten Stunde seinen ersten königlichen Preis.

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DistanzPragmatismus

Die dritte Staffel beginnt mit der spektakulären Schlacht am Schlund, einem Seegefecht, das Rhaenyras Fraktion einen schmerzhaften Verlust zufügt. Die Episode stellt auch Cregan Stark vor, der das Bündnis mit dem Norden festigt. Episodenführer und Veröffentlichungskalender begleiten die triumphale Rückkehr der Serie.

Kontinentaleuropäische Presse/ DACH+
IronieSkepsis

Erst Drachen, dann Demokratie: Die Serie kehrt mit einer imposanten Seeschlacht zurück, doch der Blick bleibt ironisch und distanziert. Schafe kommen wie immer schlecht weg, und in Westeros tut sich endlich etwas. Das Spektakel wird mit einer gewissen Skepsis gewürdigt, zwischen politischen Intrigen und langem Warten.

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