
Ein Appartement für 115 Millionen Dollar: Was die neuen Ranglisten der Reichen über unsere Zeit erzählen
Während Singapur das vierte Jahr in Folge als teuerste Stadt der Welt für Luxusausgaben gilt, zeigt sich in Dubai und Zürich, wie Währungsstärke und Stabilitätsversprechen die globalen Ströme des Wohlstands lenken.
Sechs Schlafzimmer, der Blick auf den Golf, der Preis: 114,9 Millionen Dollar. Im ersten Halbjahr 2026 wechselte eine Wohnung in den Aman Residences in Dubais Stadtteil Jumeirah Second für diesen Betrag den Besitzer – die teuerste Einzeltransaktion in einem Markt, der in den ersten sechs Monaten 296 Verkäufe oberhalb der Zehn-Millionen-Dollar-Marke verzeichnete. Laut dem Immobilienberater Knight Frank stieg der Wert dieser Luxusverkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Die Käufer kamen aus aller Welt, die Verträge wurden meist vor der jüngsten regionalen Eskalation geschlossen, doch die Registrierungen zogen sich über Wochen hin – ein administratives Echo, das die anhaltende Sogwirkung des Emirats auf internationales Kapital nicht schmälert.
Diese Momentaufnahme aus Dubai fügt sich in ein grösseres Bild, das der Vermögensverwalter Julius Bär mit seinem jährlichen Lifestyle-Index zeichnet. Die Rangliste, die anhand von zwanzig Luxusgütern und -dienstleistungen – von Wohneigentum über Business-Class-Flüge bis zu Degustationsmenüs – die Kosten eines gehobenen Lebensstils in 25 Städten vergleicht, führt Singapur zum vierten Mal in Folge an. Ausschlaggebend sind die notorisch hohen Preise für Immobilien und Fahrzeuge sowie die Stärke des Singapur-Dollars. Auf den zweiten Platz rückte in diesem Jahr Zürich vor, drei Ränge höher als zuvor. Der Grund, so die Studienautoren, sei primär die Aufwertung des Frankens, der in unsicheren Zeiten als Wertaufbewahrungsmittel gesucht werde. Monaco, Hongkong und London komplettieren die ersten fünf Plätze.
Aus Schweizer Perspektive ist der Aufstieg Zürichs ein Signal, das über reine Kaufkraft hinausweist. Der Index, dessen Datenerhebung Ende Februar 2026 abgeschlossen wurde und die Auswirkungen des Iran-Krieges noch nicht abbildet, zeigt eine Welt, in der Wechselkursschwankungen die Lebenshaltungskosten der Vermögenden stärker prägen als lokale Inflation. Während in Zürich Wohneigentum, Fahrräder, Handtaschen und Gesundheitsleistungen im globalen Vergleich besonders teuer sind, bleiben Privatschulen vergleichsweise günstig. Christian Gattiker, Forschungsleiter bei Julius Bär, kommentierte: «In diesem Umfeld werden stabile Städte und Länder noch attraktiver.» Der Index beziffert den durchschnittlichen Preisanstieg für einen Luxuslebensstil in US-Dollar auf 10,2 Prozent – ein Anstieg, der weniger auf Teuerung als auf Währungsverschiebungen zurückgeht.
Während die Rangliste der teuersten Städte die Kosten des Luxus vermisst, zeichnet der Livability-Index der Economist Intelligence Unit ein anderes Bild von urbaner Lebensqualität. Hier führt Kopenhagen mit nahezu perfekten Werten in Stabilität, Bildung und Infrastruktur. Zürich belegt Rang fünf, mit hundert Punkten in Gesundheit und Bildung, aber leichten Abzügen bei Stabilität und Kultur. Die Gleichzeitigkeit dieser Ranglisten – hier die exorbitanten Preise für ein Luxusleben, dort die stille Exzellenz der Alltagsinfrastruktur – beschreibt eine Spannung, die viele globale Vermögende heute umtreibt. In Dubai, das im Julius-Bär-Index auf Platz 14 rangiert, wird diese Spannung zum Standortvorteil: Die Dirham-Bindung an den Dollar schützt vor Währungsturbulenzen, während Immobilienpreise im Vergleich zu asiatischen und europäischen Spitzenmärkten als relativ attraktiv gelten.
Die Umfrage unter 360 vermögenden Privatpersonen, die Julius Bär für den Index durchführte, offenbart einen bemerkenswerten Optimismus im Nahen Osten. Ein Drittel der Befragten aus der Region berichtete von erheblichem Vermögenszuwachs im vergangenen Jahr, 43 Prozent planen höhere Investitionen und Ausgaben. In Dubai manifestiert sich diese Zuversicht nicht nur in Rekordverkäufen von Luxusimmobilien, sondern auch in einem Markt, der selbst in konfliktreichen Zeiten seine Anziehungskraft behält. Faisal Durrani von Knight Frank betonte, dass die Kernstärken des Emirats – Infrastruktur, globale Anbindung, wirtschaftsfreundliches Umfeld – weiterhin intakt seien. So bleibt das Bild einer globalen Vermögenselite, die zwischen Singapurs Kostendruck, Zürichs Stabilitätsprämie und Dubais Wertversprechen navigiert – stets auf der Suche nach einem Ort, an dem sich Sicherheit und Lebenskunst nicht ausschliessen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Chinesische Presse | 0.00 | neutral |
| Arabische Golfpresse | +0.60 | aligned |
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
Copenhagen leads the global livability ranking through balanced excellence across all metrics, without isolated peaks.
The Atlantic bloc relies on the authority of the EIU and quotes its director directly to legitimize the ranking, presenting it as objective and indisputable data.
The Atlantic bloc omits the Julius Baer Lifestyle Index and the ranking of most expensive cities for luxury, thus avoiding the contrast between high cost and high livability.
Singapore retains the top spot as the most expensive city for luxury due to high property and car prices, the two heaviest-weighted categories in the index.
The Chinese bloc presents the index data as pure facts without evaluative commentary, and explains Zurich's rise with a macroeconomic factor (strong franc), providing seemingly neutral causality.
The Chinese bloc omits the EIU livability ranking and any mention of Copenhagen, focusing solely on luxury spending.
Dubai offers unbeatable value in global luxury, with competitive prices and a diversified economy ensuring stability and growth.
The Gulf bloc selects and emphasizes only positive indicators for Dubai (record sales, optimism, diversification), omitting data showing a broader real estate slowdown and Singapore's top position as the most expensive city.
The Gulf bloc omits that Singapore is the most expensive city for luxury and that Zurich rose to second place, as well as the livability ranking, to focus attention solely on Dubai's strengths.
Zurich rises to second most expensive for the wealthy due to the strong franc, a symbol of stability in uncertain times.
The continental European bloc attributes Zurich's cost increase to a single macroeconomic factor (the Swiss franc), presenting it as a clear and neutral explanation, without discussing other possible factors or implications for livability.
The continental European bloc omits the EIU livability ranking and the Dubai context, focusing solely on Zurich's rise and the franc's role.
Erweitere deinen Horizont
Trump warnt am Mount Rushmore vor „kommunistischer Bedrohung“ der amerikanischen Identität
6 Sprachen · 25 Quellen
Aus Economy & MarketsSpaceX rückt in den Nasdaq 100 auf – passive Milliardenströme und erste Analystenurteile
6 Sprachen · 11 Quellen
Aus TechnologyIndien stoppt WhatsApps Nutzernamen-Funktion – Sicherheitsbedenken vor dem Start
3 Sprachen · 5 Quellen