
Disneys „Moana“ im Sturm der Kritik – und eine Schule, die zwei Stars formte
Während die Realverfilmung an den Kinokassen enttäuscht, blickt eine australische Schule stolz auf ihre Absolventinnen Catherine Lagaʻaia und Milly Alcock.
Es war ein ungewöhnlicher Prüfungsort für eine Abiturientin: Während Catherine Lagaʻaia in den Vereinigten Staaten die Disney-Realverfilmung von „Moana“ drehte, legte sie per Sonderregelung ihre Abschlussprüfungen der New South Wales Education Standards Authority ab. Die damals 17-Jährige, Tochter des Schauspielers Jay Lagaʻaia, hatte die Rolle der polynesischen Häuptlingstochter ergattert – ihre erste überhaupt. Dass sie parallel zum Set-Alltag E-Mails mit Aufgaben hin- und herschickte und schließlich in Amerika die HSC-Examen ablegte, zeugt von einer Entschlossenheit, die ihr ehemaliger Lehrer Daniel Kavanagh an der Newtown High School of Performing Arts in Sydney schon früh bemerkt hatte.
Die staatliche Schule, die neben regulären Schülern auch per Vorsprechen ausgewählte Talente aufnimmt, hat binnen weniger Jahre zwei junge Frauen hervorgebracht, die nun in den Sommerkinos der Welt zu sehen sind. Neben Lagaʻaia, die am 11. Juli 2026 als Moana auf der Leinwand steht, spielt die 26-jährige Milly Alcock die Titelrolle in „Supergirl“. Alcock, die einst als stille, analytische Schülerin auffiel und mit einem Teilstipendium an einer Theaterreise nach Großbritannien teilnahm, hatte die Schule 2018 ohne regulären Abschluss verlassen, als sie die Rolle in der Serie „Upright“ an der Seite von Tim Minchin erhielt. Heute hängen im örtlichen Kino von Newtown die Filmplakate beider Absolventinnen nebeneinander – ein seltenes Bild für einen einzelnen Vorort.
Die Realverfilmung von „Moana“ folgt einem bekannten Disney-Muster: Nach dem animierten Original von 2016, das weltweit 684 Millionen Dollar einspielte und für zwei Oscars nominiert war, soll nun die fotorealistische Neuauflage ein neues Publikum erreichen. Gedreht wurde auf der hawaiianischen Insel Oʻahu, die bereits die Zeichentrickvorlage inspiriert hatte; die Darsteller lernten monatelang das Navigieren in Auslegerkanus. Dwayne Johnson, der wie im Animationsfilm den Halbgott Maui verkörpert, musste sich für die Rolle einen künstlichen Muskelanzug anlegen – eine ironische Note für den ehemaligen Wrestler. Lin-Manuel Miranda steuerte einen neuen Song bei, während die tierischen Begleiter Heihei und Pua vollständig am Computer entstanden.
Doch was als sommerliches Familienvergnügen geplant war, stößt in der angelsächsischen Presse auf scharfe Ablehnung. Der „Guardian“ spricht von einem „kompetenten, aber sinnlosen und uninspirierten Remake“, Dwayne Johnsons Darbietung wirke „wie auf Autopilot“. „The Independent“ vergibt einen Stern und nennt den Film „eine Verschwendung von Zeit und Talent“. Das Branchenblatt „Variety“ hingegen lobt die „Schönheit, die komödiantische Persönlichkeit und den märchenhaften Zauber“. Besonders die schiere Menge an computergenerierten Bildern wird kritisiert: „Empire“ findet, die Bezeichnung „Live-Action“ sei irreführend, und der „Telegraph“ meint, der Film hätte „von einer ChatGPT-Eingabeaufforderung stammen können“. Einzig der „Hollywood Reporter“ sieht „fesselnde Familienunterhaltung, die vor visuellem Interesse und leuchtenden Farben nur so strotzt“.
An den Kinokassen zeichnet sich unterdessen ein ernüchterndes Bild ab. Mit einem Produktionsbudget von 250 Millionen Dollar – 100 Millionen mehr als das Original – steuert der Film am Startwochenende in Nordamerika auf Einnahmen von 40 bis 45 Millionen Dollar zu, weit unter den ursprünglichen Prognosen. Zum Vergleich: Die Fortsetzung „Moana 2“ hatte 2024 mit 139,7 Millionen Dollar eröffnet. Während Disney auf die Langstrecke hofft, bleibt in Newtown ein anderes Bild haften: Zwei junge Frauen, die einst im selben Schulflur lernten, blicken nun von Kinoplakaten auf die Welt – die eine als Häuptlingstochter, die andere als Superheldin. Und irgendwo in Sydney erinnert sich ein Lehrer an ein elfjähriges Mädchen, das vor allem durch seine Fähigkeit zu zuhören auffiel.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.80 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Wir feiern unsere lokalen Stars, während wir die Mängel des Films anerkennen; der Erfolg der Schule ist unbestreitbar, aber der Film selbst ist eine Enttäuschung.
Durch die Gegenüberstellung der lokalen Erfolgsgeschichte mit dem kritischen und kommerziellen Misserfolg des Films entsteht ein ausgewogenes, aber leicht enttäuschendes Bild.
Der Live-Action-Moana ist ein kläglicher Fehlschlag, eine flache und langweilige Neuauflage, die den Geist des Originals verrät.
Durch die Verwendung starker negativer Adjektive und die Zitierung des kritischen Konsenses präsentiert die Erzählung den Film als eindeutige Enttäuschung, ohne Raum für alternative Ansichten.
Der Block lässt den positiven lokalen Blickwinkel auf die Schule der Stars und die Kinokassenleistung aus und konzentriert sich ausschließlich auf die kritische Aufnahme.
Der Live-Action-Moana ist eine Sommerveröffentlichung, eine treue Adaption mit einigen Änderungen, mit einer neuen Schauspielerin.
Indem die Erzählung den Film als einfaches Ereignis ohne bewertende Sprache präsentiert, vermeidet sie eine Stellungnahme und informiert die Leser lediglich über seine Existenz.
Der Block lässt jegliche kritische Aufnahme oder Kassendaten aus und präsentiert nur die grundlegenden Fakten der Veröffentlichung.
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