
Digitale Betrugswelle: Argentinische Sozialbehörde warnt, Android-Angriffe steigen um 188 Prozent
Während die argentinische ANSES vor falschen Anrufen bei Rentnern warnt, melden Sicherheitsfirmen einen sprunghaften Anstieg von NFC-Attacken und US-Behörden beobachten gezielte Wiederholungstaten.
Die argentinische Sozialversicherungsbehörde ANSES hat eine dringende Warnung vor einer neuen Betrugswelle herausgegeben, die sich gezielt gegen Rentner, Pensionäre und Empfänger von Sozialleistungen richtet. Parallel dazu verzeichnete das russische Sicherheitsunternehmen Kaspersky in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 einen Anstieg von Angriffen auf Android-Geräte um 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – weltweit wurden mehr als 35.600 Attacken blockiert.
Nach Angaben der ANSES geben sich die Täter in Argentinien als Mitarbeiter der Behörde aus und kontaktieren die Opfer telefonisch oder per WhatsApp. Sie behaupten, es stehe ein außerordentlicher Bonus oder eine dringende Datenaktualisierung an, und fordern persönliche Daten, Bankinformationen oder die Installation von Fernzugriffssoftware. Die Behörde stellte klar, dass sie niemals Passwörter, Kartennummern oder Verifikationscodes auf diesen Wegen erfragt und sämtliche Trámites kostenlos und ohne Mittelsmänner erfolgen. Die Warnung fällt in eine Zeit, in der tausende Begünstigte die Auszahlungstermine für Juli prüfen – die ANSES hatte kurz zuvor die gestaffelten Zahlungstermine vor dem Unabhängigkeitstag am 9. Juli sowie die um 2,15 Prozent erhöhten Beträge für die Universal-Kinderzulage (AUH) und die Familienbeihilfen (SUAF) bekannt gegeben.
Die von Kaspersky beobachteten Android-Angriffe nutzen die NFC-Schnittstelle der Geräte aus. Kriminelle geben sich in Messenger-Diensten als Banken oder Behörden aus und bewegen die Opfer dazu, eine schädliche App zu installieren und anschließend ihre Bankkarte an das Smartphone zu halten, um die PIN einzugeben. Bei der als „Reverse NFC“ bezeichneten Methode wird die App als Standard für kontaktloses Bezahlen eingerichtet; die Täter überreden die Betroffenen dann, an einem Geldautomaten Geld auf ein vermeintlich sicheres Konto einzuzahlen, das tatsächlich den Betrügern gehört. Kaspersky-Experte Sergey Golovanov erklärte, diese komplexere Variante löse zunehmend die früher üblichen direkten NFC-Angriffe ab.
Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) warnt unterdessen vor einem Phänomen, das als „Sucker Lists“ bekannt ist: Betrüger führen Listen mit Namen, Telefonnummern und Details bereits geschädigter Personen und verkaufen diese weiter. So erklärt sich, warum ein Viertel aller Identitätsdiebstahl-Opfer laut dem Identity Theft Resource Center gleichzeitig mit zwei oder mehr Vorfällen kämpft. Die Täter geben sich als vermeintliche Helfer aus, die verlorenes Geld zurückholen könnten, und verlangen dafür Vorschussgebühren oder sensible Daten. Aus brasilianischer Perspektive ergänzt die Banco Inter, dass die meisten Betrugsmaschen – darunter der falsche Sicherheitsanruf, manipulierte Pix-Überweisungen und gefälschte Rechnungen – nicht auf technische Lücken, sondern auf emotionale Manipulation setzen. Die Bank setzt auf biometrische Gesichtserkennung und einen speziellen Rückholmechanismus der Zentralbank, betont jedoch, dass Kunden niemals Passwörter preisgeben oder Fernzugriffs-Apps installieren sollten.
Die Ermittlungen zu den verschiedenen Betrugswellen dauern an. Die ANSES hat ihre offiziellen Kanäle – die Webseite, die App „Mi ANSES“, die kostenlose Hotline 130 und den Chatbot Tina – als einzige legitime Kontaktwege bekräftigt. Kaspersky rät, Apps ausschließlich aus offiziellen Stores zu beziehen und keinen Anweisungen unbekannter Personen an Geldautomaten zu folgen. Ein abschließendes Lagebild liegt derzeit nicht vor; die Behörden mehrerer Länder mahnen zur Wachsamkeit.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
Latin American authorities warn vulnerable groups of a new wave of fraud, stressing the need for greater state intervention.
The mechanism portrays victims as passive and helpless, shifting the responsibility for protection onto the state rather than individual caution.
The role of banks or digital platforms as possible enablers is omitted, as is a discussion of existing criminal penalties.
Authorities warn, but the real solution lies in personal vigilance and tougher police action against criminals.
The mechanism shifts blame from insufficient state protections to citizens' lack of caution, and proposes repressive measures as the main remedy.
Structural causes of poverty that make benefit recipients easy targets are omitted, as is comparison with countries that have implemented effective banking safeguards.
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