
Ein verlorener Scherz und die Stille der Wüste: Wie Timothée Chalamet die Welt zu „Dune: Part Three“ begrüßte
Bei einem weltweiten IMAX-Event entschuldigte sich der Schauspieler bei deutschen Fans für das WM-Aus – doch der Ton blieb stumm, während die ersten Bilder des finalen Teils die Zuschauer in Atem hielten.
In Berlin schwenkten die Zuschauer ihre Handylichter, der Saal glich einem sanft leuchtenden Meer. Moderator Daniel Boschmann hatte das Publikum gebeten, die Lichter wie auf einem Konzert zu schwenken, und auf den Bildschirmen der weltweit zusammengeschalteten Kinos stach Berlin besonders hervor. Timothée Chalamet, gerade überraschend auf die Bühne in Los Angeles getreten, unterbrach seine Antwort, lachte und fragte: „Was geht in Berlin ab? Seid ihr auf einem Rave?“ Wenig später setzte er noch einen drauf: „Es tut mir leid, was Deutschland bei der WM passiert ist.“ Er grinste in die Kamera und wartete auf eine Reaktion – doch in Berlin kam der Satz nie an. Eine technische Panne hatte die Leitung stumm geschaltet. Erst später tauchten Mitschnitte des Moments in sozialen Netzwerken auf und machten den verlorenen Scherz zu einem kleinen digitalen Mythos.
Acht IMAX-Säle von Chicago über Montreal und London bis Abu Dhabi und Mexiko-Stadt waren an diesem Abend live verbunden, um den ersten Trailer zu „Dune: Part Three“ zu feiern. Regisseur Denis Villeneuve sprach zunächst allein, dann holte er Chalamet auf die Bühne. Der Schauspieler scherzte mit jedem zugeschalteten Kino, erkundigte sich bei einem Verbindungsabbruch nach Montreal besorgt bei Villeneuve, ob mit dessen Familie alles in Ordnung sei, und geriet ins Schwärmen, als er auf seine Kollegin Anya Taylor-Joy zu sprechen kam: „Anya ist in diesem Film etwas ganz Besonderes. Schon als sie am ersten Drehtag ans Set kam, war das atemberaubend. Sie ist wirklich furchteinflößend und großartig.“ Villeneuve gab das Kompliment postwendend zurück: „Ich freue mich darauf, dass ihr seht, was Timothée in diesem Film macht. Das ist wirklich beeindruckend.“
Der dritte Teil, basierend auf Frank Herberts „Dune Messiah“, setzt fast zwei Jahrzehnte nach Paul Atreides’ Machtübernahme ein. Der Trailer zeigt eine von heiligen Kriegen zerrissene Galaxis, eine Chani, die Paul an sein Versprechen erinnert, niemals Macht in seinem Namen zu ergreifen, und einen neuen, gestaltwandelnden Gegenspieler, gespielt von Robert Pattinson. Chalamet selbst nannte die Geschichte eine Warnung vor charismatischen Anführern: „Herbert schrieb ‚Messiah‘, weil viele Leute Paul als klassischen Helden interpretierten, und er zeigen wollte, dass selbst Menschen mit guten Absichten korrumpiert werden können.“ Villeneuve betonte, er habe den Film nicht aus Nostalgie gedreht, sondern aus innerer Notwendigkeit: „Ich wachte nachts immer wieder auf, die Bilder wurden stärker und stärker.“
Dass die Wüste dabei mehr ist als Kulisse, zeigte sich in den Schilderungen der Dreharbeiten im Liwa Desert in Abu Dhabi, der zum dritten Mal als Planet Arrakis diente. Der emiratische Stuntperformer Mohammed F Mostafa, der über 31 Tage hinweg mit dem Team arbeitete, erzählte, wie ihn der Anruf des Stuntkoordinators erreichte: „Er sagte: ‚Hör zu, Mann, ich habe ein Projekt für dich, und es ist groß.‘“ Mostafa musste in einer Sequenz seine schwächere Hand einsetzen und hofft, dass seine Beteiligung andere emiratische Talente ermutigt. Villeneuve erinnerte sich an die Morgen in der Wüste: „Die Energie zu spüren, wenn die Sonne aufgeht, die Aufregung in den Augen der Crew – jeden Morgen hatte ich diese Gänsehaut.“ Chalamet verglich den Weg zum Set mit einer Safari, die Stille der Morgenstunden sei außergewöhnlich gewesen.
Als die Veranstaltung zu Ende ging, blieb ein doppeltes Echo: der unhörbare Scherz in Berlin, der sich später als digitales Fundstück verbreitete, und die Erinnerung an eine Wüste, die vor Drehbeginn noch still dalag. Beides erzählt von einer globalen Gemeinschaft, die sich nicht nur über Bildschirme verbindet, sondern über geteilte, flüchtige Momente – sei es ein missglückter Witz oder das erste Licht des Tages auf den Dünen von Arrakis.
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