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Medien & UnterhaltungMontag, 29. Juni 2026

Die Stimme von Lilo, das Gesicht des Schreckens: Daveigh Chases letzte Bilder

Der offizielle Obduktionsbericht nennt Aids und chronischen Substanzkonsum als Todesursache der 35-jährigen Schauspielerin, deren Karriere mit einer Disney-Prinzessin begann und in der Obdachlosigkeit endete.

Auf den letzten Aufnahmen, die von ihr existieren, sitzt sie in einem Zelt im heruntergekommenen Viertel Skid Row, ihr Körper auf 34 Kilogramm abgemagert. Es sind Bilder, die nichts mehr gemein haben mit der unbeschwerten hawaiianischen Mädchenstimme, die einst „Ohana heißt Familie“ sang, oder mit dem nassen, schwarzhaarigen Geist, der sich aus einem Fernsehbildschirm schälte. Daveigh Chase, die als Kind in zwei völlig gegensätzlichen Rollen Weltruhm erlangte, starb am 16. Juni in einem Krankenhaus in Los Angeles. Die amtliche Mitteilung des Leichenbeschauers, die nun veröffentlicht wurde, stellt klar: Todesursache war das erworbene Immundefektsyndrom Aids, als wesentlicher Begleitfaktor wird chronischer multipler Substanzgebrauch aufgeführt. Zuvor hatten ihr Lebensgefährte und erste Medienberichte von einer Meningitis und einer Blutvergiftung gesprochen, die zum Multiorganversagen geführt hätten.

Die Diskrepanz zwischen den ersten Schilderungen und dem forensischen Befund verweist auf ein Leben, das sich über Jahre hinweg in medizinischen und sozialen Grauzonen abspielte. Chase, 1990 in Las Vegas geboren, stand bereits mit sieben Jahren vor der Kamera. Der Durchbruch kam 2002, ein Jahr, das sie in die Popkultur einschrieb wie kaum eine andere Kinderdarstellerin: Sie lieh der kleinen Lilo in Disneys „Lilo & Stitch“ ihre Stimme, sprach im englischen Dub die Chihiro in Hayao Miyazakis „Chihiros Reise ins Zauberland“ und kroch als unheimliche Samara Morgan in Gore Verbinskis Horror-Neuverfilmung „The Ring“ aus dem Fernseher – eine Szene, die sich tief in das kollektive Gedächtnis des frühen 21. Jahrhunderts grub. Für diese Darstellung erhielt sie 2003 den MTV Movie Award als beste Filmbösewichtin.

Doch die Rollen, die folgten – eine wiederkehrende Figur in der HBO-Serie „Big Love“, die Fortsetzung „S. Darko“ – konnten an diesen frühen Höhenflug nicht mehr anknüpfen. Nach dem Low-Budget-Film „Jack Goes Home“ 2016 zog sich Chase, noch keine dreißig Jahre alt, aus der Filmbranche zurück. Was danach geschah, zeichnen die Berichte als eine stetige Abwärtsbewegung: Der Vater, John David Schwallier, sagte der „New York Times“, seine Tochter sei obdachlos gewesen und habe seit ihrem 13. Lebensjahr mit Drogen gekämpft; der Kontakt zwischen beiden war über Jahre abgebrochen. In den Tagen vor ihrem Tod hatte ihr Freund Roy Hernandez eine Spendenkampagne auf GoFundMe gestartet, um ihr einen letzten Wunsch zu erfüllen. Der ehemalige Manager der Schauspielerin, John Ryan, warf Hernandez daraufhin vor, die Situation auszunutzen, und betonte, die Familie trage alle Kosten.

Die Nachricht von Chases Tod hat international eine Welle der Erinnerung ausgelöst, die weniger der erwachsenen Frau als den von ihr verkörperten Kindheitsikonen gilt. In den sozialen Netzwerken Lateinamerikas, wo „El Aro“ längst ein fester Bestandteil der Horrorfilm-Folklore ist, kursierten Bilder der jungen Samara neben Szenen aus dem Disney-Zeichentrick – eine irritierende Doppelbelichtung, die das Unbehagen an dieser Biografie spiegelt. Die deutsche Berichterstattung, etwa in der „FAZ“ oder der „NZZ“, wird diesen Fall vermutlich als ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte kindlicher Hollywood-Stars lesen, deren Ruhm sie nicht zu schützen vermochte.

Am Ende bleibt das Bild einer Stimme, die aus dem Off kommt. Einer Stimme, die „Aloha“ sagt und gleichzeitig das Grauen beschwört. Die forensische Akte ist geschlossen, der Fallstatus des Los Angeles County Medical Examiner’s Office lautet noch immer „offen“. In den Straßen von Skid Row steht vielleicht noch das Zelt, in dem eine Frau lebte, deren Gesicht Millionen kennen, ohne ihren Namen je gehört zu haben.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

44%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Südostasiatische PresseLateinamerikanische Presse
Südostasiatische Presse
DistanzPragmatismus

Daveigh Chase, die ehemalige Kinderdarstellerin, die Lilo ihre Stimme lieh und Samara in The Ring spielte, starb mit 35 Jahren. Die Gerichtsmedizin von Los Angeles stellte als Todesursache AIDS-Komplikationen fest und wertete den Tod als natürlich.

Lateinamerikanische Presse/ Markt
OpferrollePragmatismus

Daveigh Chase, bekannt aus The Ring und Lilo & Stitch, starb mit 35 Jahren nach einem Leben, das von Obdachlosigkeit und Drogenabhängigkeit geprägt war. Die Gerichtsmedizin nannte AIDS-Komplikationen und chronischen Substanzkonsum als Ursachen und offenbarte ein tragisches Ende für den ehemaligen Kinderstar.

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Montag, 29. Juni 2026

Die Stimme von Lilo, das Gesicht des Schreckens: Daveigh Chases letzte Bilder

Der offizielle Obduktionsbericht nennt Aids und chronischen Substanzkonsum als Todesursache der 35-jährigen Schauspielerin, deren Karriere mit einer Disney-Prinzessin begann und in der Obdachlosigkeit endete.

Auf den letzten Aufnahmen, die von ihr existieren, sitzt sie in einem Zelt im heruntergekommenen Viertel Skid Row, ihr Körper auf 34 Kilogramm abgemagert. Es sind Bilder, die nichts mehr gemein haben mit der unbeschwerten hawaiianischen Mädchenstimme, die einst „Ohana heißt Familie“ sang, oder mit dem nassen, schwarzhaarigen Geist, der sich aus einem Fernsehbildschirm schälte. Daveigh Chase, die als Kind in zwei völlig gegensätzlichen Rollen Weltruhm erlangte, starb am 16. Juni in einem Krankenhaus in Los Angeles. Die amtliche Mitteilung des Leichenbeschauers, die nun veröffentlicht wurde, stellt klar: Todesursache war das erworbene Immundefektsyndrom Aids, als wesentlicher Begleitfaktor wird chronischer multipler Substanzgebrauch aufgeführt. Zuvor hatten ihr Lebensgefährte und erste Medienberichte von einer Meningitis und einer Blutvergiftung gesprochen, die zum Multiorganversagen geführt hätten.

Die Diskrepanz zwischen den ersten Schilderungen und dem forensischen Befund verweist auf ein Leben, das sich über Jahre hinweg in medizinischen und sozialen Grauzonen abspielte. Chase, 1990 in Las Vegas geboren, stand bereits mit sieben Jahren vor der Kamera. Der Durchbruch kam 2002, ein Jahr, das sie in die Popkultur einschrieb wie kaum eine andere Kinderdarstellerin: Sie lieh der kleinen Lilo in Disneys „Lilo & Stitch“ ihre Stimme, sprach im englischen Dub die Chihiro in Hayao Miyazakis „Chihiros Reise ins Zauberland“ und kroch als unheimliche Samara Morgan in Gore Verbinskis Horror-Neuverfilmung „The Ring“ aus dem Fernseher – eine Szene, die sich tief in das kollektive Gedächtnis des frühen 21. Jahrhunderts grub. Für diese Darstellung erhielt sie 2003 den MTV Movie Award als beste Filmbösewichtin.

Doch die Rollen, die folgten – eine wiederkehrende Figur in der HBO-Serie „Big Love“, die Fortsetzung „S. Darko“ – konnten an diesen frühen Höhenflug nicht mehr anknüpfen. Nach dem Low-Budget-Film „Jack Goes Home“ 2016 zog sich Chase, noch keine dreißig Jahre alt, aus der Filmbranche zurück. Was danach geschah, zeichnen die Berichte als eine stetige Abwärtsbewegung: Der Vater, John David Schwallier, sagte der „New York Times“, seine Tochter sei obdachlos gewesen und habe seit ihrem 13. Lebensjahr mit Drogen gekämpft; der Kontakt zwischen beiden war über Jahre abgebrochen. In den Tagen vor ihrem Tod hatte ihr Freund Roy Hernandez eine Spendenkampagne auf GoFundMe gestartet, um ihr einen letzten Wunsch zu erfüllen. Der ehemalige Manager der Schauspielerin, John Ryan, warf Hernandez daraufhin vor, die Situation auszunutzen, und betonte, die Familie trage alle Kosten.

Die Nachricht von Chases Tod hat international eine Welle der Erinnerung ausgelöst, die weniger der erwachsenen Frau als den von ihr verkörperten Kindheitsikonen gilt. In den sozialen Netzwerken Lateinamerikas, wo „El Aro“ längst ein fester Bestandteil der Horrorfilm-Folklore ist, kursierten Bilder der jungen Samara neben Szenen aus dem Disney-Zeichentrick – eine irritierende Doppelbelichtung, die das Unbehagen an dieser Biografie spiegelt. Die deutsche Berichterstattung, etwa in der „FAZ“ oder der „NZZ“, wird diesen Fall vermutlich als ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte kindlicher Hollywood-Stars lesen, deren Ruhm sie nicht zu schützen vermochte.

Am Ende bleibt das Bild einer Stimme, die aus dem Off kommt. Einer Stimme, die „Aloha“ sagt und gleichzeitig das Grauen beschwört. Die forensische Akte ist geschlossen, der Fallstatus des Los Angeles County Medical Examiner’s Office lautet noch immer „offen“. In den Straßen von Skid Row steht vielleicht noch das Zelt, in dem eine Frau lebte, deren Gesicht Millionen kennen, ohne ihren Namen je gehört zu haben.

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TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Südostasiatische PresseLateinamerikanische Presse
Südostasiatische Presse
DistanzPragmatismus

Daveigh Chase, die ehemalige Kinderdarstellerin, die Lilo ihre Stimme lieh und Samara in The Ring spielte, starb mit 35 Jahren. Die Gerichtsmedizin von Los Angeles stellte als Todesursache AIDS-Komplikationen fest und wertete den Tod als natürlich.

Lateinamerikanische Presse/ Markt
OpferrollePragmatismus

Daveigh Chase, bekannt aus The Ring und Lilo & Stitch, starb mit 35 Jahren nach einem Leben, das von Obdachlosigkeit und Drogenabhängigkeit geprägt war. Die Gerichtsmedizin nannte AIDS-Komplikationen und chronischen Substanzkonsum als Ursachen und offenbarte ein tragisches Ende für den ehemaligen Kinderstar.

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