
Die Doppelgängerin und der Parodist: Wenn ein Fussballstar zum Spiegel wird
Während der Weltmeisterschaft entzündete Erling Haalands markantes Gesicht eine globale Welle der Nachahmung – von Moskau über Buenos Aires bis Miami.
Die Frage einer Mutter, in ein Smartphone gesprochen, setzte eine Lawine in Gang: „Findet ihr nicht, dass meine Tochter einer berühmten Person ähnelt?“ Im Video posiert Anastasia Kostromitina, 24, dann in derselben Haltung wie der norwegische Stürmer Erling Haaland, das Kinn vorgeschoben, die Brauen zusammengezogen. Die Ähnlichkeit ist so verblüffend, dass innerhalb weniger Tage Millionen Menschen das Clip teilten – es war der Auftakt zu einem Phänomen, das während der Fussball-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko immer neue Blüten trieb.
Kostromitina, ein russisches Model, das in Moskau lebt und auf der Fashion Week lief, nahm den Wirbel mit einer Mischung aus Verwunderung und Gelassenheit auf. Sie erzählte, sie habe den Vergleich vor vier Jahren zum ersten Mal gehört und zunächst nicht verstanden, warum man sie mit einem Fussballer verglich. Inzwischen hat sie ihren Frieden damit gemacht: „Ich kann schön sein und ich kann lustig sein“, sagte sie einem britischen Radiosender. Die virale Welle spülte ihr neue Werbeverträge und Einladungen ins Haus – etwa in eine Moskauer Bar, wo sie im norwegischen Trikot auf die Bühne stieg und eine Trommel schlug, während auf den Bildschirmen Haaland selbst zu sehen war. Ihre Videos summieren sich auf über hundert Millionen Aufrufe, doch der Stürmer, so sagte sie, habe sich bislang nicht bei ihr gemeldet.
Was in Russland als heitere Laune begann, nahm andernorts andere Formen an. In Miami organisierte die Beauty-Influencerin Emma Kate Willman, die selbst durch ihre Ähnlichkeit mit Haaland und ein Haartutorial bekannt wurde, einen Lookalike-Contest. Im Viertel Brickwell traten junge Männer in norwegischen Trikots gegeneinander an; der Gewinner, ein norwegischer Fan, erhielt zwei Tickets für das Viertelfinalspiel gegen England. In Argentinien hingegen entzündete sich an derselben Physiognomie ein Streit über die Grenzen der Parodie. Die Komikerin Momi Giardina hatte in einer Fernsehsendung eine Haaland-Imitation aufgeführt und sah sich danach einer Flut von Beschimpfungen und sogar Morddrohungen ausgesetzt. Sie entschuldigte sich bei jenen, die sich im Namen Haalands verletzt fühlten, betonte aber, sie bereue nichts: „Ich habe mich nicht lustig gemacht, es war ein Spiel, ein Kind, das sich verkleidet.“ Ihr Kollege Homero Pettinato sprang ihr bei und sagte, die Kontroverse sei nur deshalb so heftig, weil sie eine Frau sei.
Die drei Episoden zeichnen eine Karte der kulturellen Brechungen, die ein einziges Gesicht auslösen kann. In Russland wird die Doppelgängerin zur willkommenen Abwechslung im WM-Alltag, zur Einladung, über Identität zu schmunzeln. In den Vereinigten Staaten verwandelt sich die Ähnlichkeit in ein Event, das Gemeinschaft stiftet und Eintrittskarten verspricht. In Argentinien dagegen prallen humoristische Tradition und eine empfindliche digitale Öffentlichkeit aufeinander, wobei die Frage, wer wen imitieren darf, rasch in Geschlechterdebatten mündet. Gemeinsam ist allen Schauplätzen die stumme Abwesenheit des Originals: Haaland, der nach dem Ausscheiden Norwegens gegen England längst zu Hause ist, hat weder auf die Nachricht Giardinas noch auf die unzähligen Markierungen Kostromitinas reagiert.
So bleibt der Stürmer eine Leinwand, auf die Fans und Zufallsbetrachter ihre eigenen Geschichten projizieren. In Moskau verglich das Model Kinderfotos und sagte: „Es ist verrückt, aber wir könnten wirklich Familie sein.“ In Buenos Aires schickte eine Komikerin eine Nachricht an den Star, ohne Antwort. Und in Miami schlug ein Fan die Trommel, als wäre er selbst der Torschütze. Das letzte Bild gehört vielleicht Kostromitina, die im Scheinwerferlicht einer Bar steht, die norwegische Fahne auf der Brust, und einen Rhythmus schlägt, der von überall und nirgendwo zugleich zu kommen scheint.
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.50 | aligned |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | +0.60 | aligned |
Momi Giardina defends herself and apologizes, while Anastasia Kostromitina enjoys her viral fame. The bloc gives voice to personal reaction and defense of the parody.
By telling the story from the local protagonist's perspective, the bloc makes the controversy a personal matter rather than a critique of the player.
Does not mention the Miami lookalike contest or organizer Emma Kate Willman, which appear in other blocs.
The Miami event celebrates lookalike culture playfully, with a contest and a prize winner. The bloc presents the phenomenon as collective fun.
By describing a concrete event with prizes, the bloc turns virality into an entertainment opportunity, avoiding any controversy.
Does not reference the controversy around Momi Giardina nor the statements of the Russian model.
Anastasia Kostromitina tells of her viral rise with surprise and gratitude. The bloc emphasizes the view count and global reach of the phenomenon.
Using impressive numbers and direct quotes from the model, the bloc legitimizes the fame as a deserved and harmless success.
Does not mention Momi Giardina's parody nor the Miami contest, focusing solely on the Russian model.
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