
Trump wirbt für US-Alleingang bei künftigen Weltmeisterschaften
Bei einem Empfang in New York würdigte FIFA-Präsident Infantino die Rolle der US-Regierung für den Erfolg des Turniers, während Präsident Trump eine erneute Bewerbung ohne die Co-Gastgeber Kanada und Mexiko ins Spiel brachte.
Am Vorabend des WM-Finales zwischen Spanien und Argentinien haben US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino im New Yorker Trump Tower die politische Dimension des Turniers unterstrichen. Trump forderte den Weltverband auf, die Vereinigten Staaten erneut als Ausrichter zu wählen – „diesmal lassen wir Mexiko und Kanada außen vor“. Infantino seinerseits erklärte, die Weltmeisterschaft wäre „ohne Sie nicht so ein unglaublicher Erfolg gewesen“ und nannte das Turnier das „größte menschliche, soziale und kulturelle Ereignis, das die Menschheit je gesehen hat“. Aus Washingtoner Sicht wird der sportliche Großanlass damit zur Bühne für die Bekräftigung nationaler Führungsansprüche, während die FIFA-Spitze ihre enge Abstimmung mit der gastgebenden Regierung öffentlich zur Schau stellt.
Internationale Beobachter verweisen in diesem Zusammenhang auf die umstrittene Aufhebung der Rotsperre des US-Stürmers Folarin Balogun. Trump bestätigte bei dem Empfang, er habe Infantino nach dem Platzverweis im Achtelfinale angerufen und seinen „Widerspruch“ mitgeteilt. Die FIFA setzte die automatische Sperre daraufhin aus – ein laut europäischen und nahöstlichen Medien „beispielloser“ Vorgang, der Fragen nach der Unabhängigkeit des Verbands aufwirft. Das Internationale Olympische Komitee lehnte es laut russischen Agenturberichten ab, Infantino wegen möglicher Verletzung der politischen Neutralität zu sanktionieren. In FIFA-Kreisen wird betont, die Entscheidung sei ohne Einflussnahme von außen getroffen worden.
Trumps Vorstoß für eine erneute US-Bewerbung zielt auf das Jahr 2038, die nächste noch offene Männer-WM. Die Turniere 2030 und 2034 sind bereits an transkontinentale Bewerbergruppen um Spanien, Portugal und Marokko sowie an Saudi-Arabien vergeben. Nach den Rotationsregeln der FIFA wären Nordamerika und Ozeanien für 2038 antrittsberechtigt. Trump brachte zudem eine gemeinsame Kandidatur mit China ins Spiel – ein Szenario, das Infantino laut Trump als Möglichkeit skizziert habe. Aus mexikanischer Sicht wurde die Anwesenheit von Verbandspräsident Mikel Arriola bei dem Empfang als Zeichen fortgesetzter Kooperation gewertet, während kanadische Stimmen bislang zurückhaltend blieben.
Das Turnier selbst hat mit 6,67 Millionen Stadionbesuchern und einer Auslastung von 99,7 Prozent alle bisherigen Zuschauerrekorde gebrochen. Die Endspielteilnehmer Spanien und Argentinien treten am Sonntag im MetLife Stadium in East Rutherford an, wo Trump als erster amtierender US-Präsident einem WM-Finale beiwohnen und die Trophäe überreichen wird. Der US-Sender Fox Sports wies darauf hin, dass er als Teil des internationalen Übertragungssignals keine Kontrolle über mögliche Bildaufnahmen des Präsidenten habe. Der formelle Bewerbungsprozess für 2038 wird voraussichtlich in einigen Jahren beginnen; die politischen Weichenstellungen zwischen Washington und Zürich sind mit dem New Yorker Abend jedoch bereits sichtbar geworden.
| Lateinamerikanische Presse | −0.40 | critical |
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| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
Lateinamerika verurteilt den Ausschluss von Mexiko und Kanada als Akt amerikanischer Arroganz.
Durch die Betonung des Ausschlusses von Mexiko und Kanada appelliert es an die regionale Identität und ein Gefühl der Kränkung.
Lässt den Hinweis auf eine mögliche gemeinsame WM mit China aus, der in anderen Blöcken vorkommt.
Der Iran betrachtet Trumps Vorschlag mit Skepsis und sieht darin ein weiteres Zeichen der US-Hegemonie.
Indem er den Vorschlag ohne direkten Kommentar, aber im Kontext anderer kritischer Nachrichten berichtet, deutet er die einseitige Natur der Aktion an.
Erwähnt nicht den Vorschlag einer gemeinsamen WM mit China, der in anderen Blöcken vorkommt.
Europa analysiert Trumps Vorschlag als politischen Schachzug, der die internationale Zusammenarbeit im Fußball destabilisieren könnte.
Indem er den Vorschlag in die Fußballgeopolitik einordnet, stellt er ihn als Risiko für die globale Governance des Sports dar.
Erwähnt nicht die Möglichkeit einer gemeinsamen WM mit China, die in der südostasiatischen Presse erscheint.
Südostasien nimmt Trumps Vorschlag mit Humor und hebt dessen informellen und unseriösen Charakter hervor.
Indem es Trumps scherzhaften Ton hervorhebt, minimiert es die Ernsthaftigkeit des Vorschlags und vermeidet eine tiefgehende Analyse.
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