
„Das Viagra half“: Wie ein Gerücht Englands Höhenmission nach Mexiko begleitet
Vor dem Achtelfinale in Mexico City sah sich das englische Team mit Fragen zu einem unkonventionellen Höhenmittel konfrontiert – die Wissenschaft kennt das Präparat, die Mannschaft nahm es mit Humor.
Es hätte eine gewöhnliche Pressekonferenz vor einem WM-Achtelfinale sein können, doch die eigentliche Überraschung lieferte ein Medikament, das gewöhnlich nicht im Mannschaftskoffer vermutet wird. Englands Trainer Thomas Tuchel konterte die Frage, ob seine Spieler Viagra gegen die Höhenluft von Mexico City einsetzten, mit trockenem Lächeln: „Diese Information und Unterstützung hat mich nicht erreicht.“ Mittelfeldspieler Jordan Henderson setzte noch einen drauf: „Nun, das Viagra half, denke ich … ich scherze!“ So wurde aus einer sportmedizinischen Randnotiz das bizarre Vorspiel eines K.o.-Duells, das ohnehin von der dünnen Luft auf 2240 Metern beherrscht wird.
Das Gerücht war nicht aus der Luft gegriffen. Britische und italienische Medien hatten berichtet, der Wirkstoff Sildenafil könne als Vasodilatator die Lungengefäße weiten und so die Sauerstoffaufnahme in der Höhe verbessern. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verbietet das Mittel nicht, doch wissenschaftliche Studien sehen einen möglichen Nutzen überwiegend erst oberhalb von 3800 bis 4000 Metern – für das Azteca-Stadion also kaum relevant. Italienische Experten wie der Androloge Gian Luca Milan hatten dennoch immer wieder auf das Potenzial im Höhensport hingewiesen, was die Frage an Tuchel von einer bloßen Provokation zu einer ernstgemeinten Nachfrage werden ließ.
Die Höhe ist Mexikos zwölfter Mann. Seit 2013 hat die Auswahl an der legendären Spielstätte kein Spiel mehr verloren, in 89 Partien gelangen 70 Siege. Englands Betreuerstab versuchte, jeden Vorteil zu nutzen: Man reiste einen Tag früher an, doch Tuchel räumte ein, dass eine vollständige Akklimatisation unmöglich sei. Störende Autokorsos und Feuerwerkskörper mexikanischer Fans vor dem Teamhotel – eine bewährte Guerillataktik, die schon Ecuador zugesetzt hatte – erschwerten die ohnehin kurze Regeneration. Die Sicherheitskräfte riegelten das Viertel schließlich ab, um den Engländern eine ruhige Nacht zu ermöglichen.
Jenseits aller Witze steht nun das sportliche Kräftemessen. Englands Weg ins Achtelfinale war mühsam: Ein später Doppelpack von Harry Kane rettete gegen die Demokratische Republik Kongo ein 2:1. Mexiko dagegen zog mit einem souveränen 2:0 über Ecuador in die Runde der letzten 16 ein. Für den Sieger winkt das Viertelfinale – für den Verlierer die Erkenntnis, dass auch die ungewöhnlichste Vorbereitung nicht vor der Höhenluft schützt.
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
The report jokes about the story but appeals to science: 'It's not true, but here's why it could work.'
Two registers are contrasted – sensationalism and scientific seriousness – making coverage of an otherwise embarrassing topic plausible.
The news is analyzed with scientific detachment: 'It's not true, but science says it could have an effect.'
Scientific studies are referenced to legitimize discussion of a sensitive topic, defusing embarrassment with irony.
The context of disruptive Mexican fans, adding a chaotic dimension to England's preparation, is absent.
The coach denies: 'We won't use Viagra.' Full stop.
Reduction to essentials: all surrounding elements are stripped away to present the news in its purest, most incontrovertible form.
The scientific basis that other blocs use to explain the rumor's origin is omitted.
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