
Chinesische Marken drängen mit Hybrid- und Elektro-SUVs in Argentinien und Brasilien auf den Markt
DFSK, GWM und LEPAS lancieren neue Modelle mit elektrifizierten Antrieben und aggressiver Preispolitik, während etablierte Hersteller ihre Baureihen überarbeiten.
Die chinesische DFSK bringt in Argentinien den E5 Plus auf den Markt, ein siebensitziges Plug-in-Hybrid-SUV, das mit einem Einführungspreis von 33.800 US-Dollar und einer kombinierten Reichweite von bis zu 1.150 Kilometern positioniert wird. Zeitgleich hat GWM in Brasilien den vollelektrischen ORA 5 zu einem Kampfpreis von 159.000 Real lanciert und den Preis des kleineren ORA 03 um 20.000 Real gesenkt. Beide Marken nutzen dabei Importvorteile: In Argentinien profitiert der E5 Plus von einem zollfreien Kontingent für Fahrzeuge mit einem FOB-Wert unter 16.000 US-Dollar, während GWM in Brasilien auf eine lokale Produktionsstrategie setzt, die künftig auch für DFSK in Argentinien erwogen wird.
Die Vorstöße folgen einem Muster: Die chinesischen Hersteller besetzen mit elektrifizierten Modellen Segmente, die von etablierten Anbietern nur zögerlich bedient werden. In Indonesien präsentierte LEPAS den E4 EV auf einer globalen Plattform, die sowohl batterieelektrische als auch Plug-in-Hybrid-Antriebe unterstützt und eine Reichweite von 500 Kilometern verspricht. Aus Sicht von Marktbeobachtern in Buenos Aires zielen die Neueinsteiger gezielt auf preissensible Familienkunden, die bislang von den hohen Einstiegshürden für Hybride abgeschreckt wurden. DFSK etwa rechnet für 2026 mit 800 Zulassungen allein des E5 Plus und einem Markenwachstum von 20 Prozent.
Die Reaktion der etablierten Wettbewerber erfolgt auf zwei Ebenen. Toyota hat in Argentinien den Corolla Cross überarbeitet und die Hybridvarianten sowie die GR-Sport-Ausstattung aufgewertet, während Jeep den Renegade 2027 mit einem neuen Infotainmentsystem und durchgängigem Turbomotor vorstellt. Ford wiederum bringt mit der Ranger Black eine betont urbane Ausführung seiner Pick-up-Baureihe, die mit einer Sechsgang-Automatik und Hinterradantrieb auf Komfort statt Geländetauglichkeit setzt. Diese Modellpflegen zielen darauf ab, die Preis-Leistungs-Lücke zu den chinesischen Angeboten zu verkleinern, ohne die Margen übermäßig zu belasten.
Für die deutschen Hersteller, die in Lateinamerika traditionell im Premiumsegment stark sind, erwächst aus dieser Dynamik zunächst kein direkter Preisdruck. Allerdings könnten die chinesischen Marken mit ihren skalierbaren Plattformen und der Fähigkeit, lokale Montagekapazitäten aufzubauen, mittelfristig auch in höhere Fahrzeugklassen vordringen. Der nächste konkrete Schritt ist die für den kommenden Monat angekündigte Markteinführung des DFSK Glory 600, eines weiteren Siebensitzer-SUVs, sowie die Entscheidung über ein mögliches Montagewerk in Argentinien, die der DFSK-Lateinamerika-Chef bei der Präsentation des E5 Plus als offen bezeichnete.
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Chinesische Marken drängen mit Hybrid- und Elektro-SUVs auf den argentinischen und brasilianischen Markt und bieten wettbewerbsfähige Preise und hohe Reichweiten. Modelle wie der DFSK E5 Plus und der GWM ORA 5 zielen auf Familien und Stadtfahrer ab und fordern etablierte Hersteller heraus. Die Markteinführungen werden als strategische Schritte zur Ausweitung der chinesischen Präsenz in der Region gesehen.
Die Expansion chinesischer Marken nach Südamerika spiegelt einen globalen Trend wider, wirft jedoch Fragen zur Ladeinfrastruktur auf. Während die neuen SUVs fortschrittliche Technologie und wettbewerbsfähige Reichweiten bieten, bleibt die Netzzuverlässigkeit ein kritischer Faktor für die Masseneinführung. Die Erfahrung in Südostasien zeigt, dass der Erfolg ebenso vom Ökosystem wie vom Produkt abhängt.
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