
Chinas Smartphone-Industrie setzt auf agentische KI und extreme Akkulaufzeiten
Mit dem ersten serienreifen agentischen Smartphone und neuen Geräten mit bis zu 7.700 mAh Akkukapazität verschieben chinesische Hersteller die Grenzen mobiler Autonomie.
Die Vorstellung des StepX Neo durch das chinesische KI-Unternehmen StepFun markiert einen Einschnitt: Erstmals kommt ein Smartphone in den Handel, das mit einem nativen agentischen Betriebssystem (Step AOS) und einem integrierten KI-Agenten (Step Amoo) ausgeliefert wird. Der Agent führt mehrstufige Aufgaben – von der Reiseplanung über Übersetzungen bis zur Zollformular-Ausfüllung – eigenständig und offline aus, ohne dass der Nutzer einzelne Apps öffnen muss. Das System zerlegt Smartphone-Funktionen in vier atomare Fähigkeitsgruppen (Kommunikation, Anwendungen, Dateien, Systemwerkzeuge) und kombiniert sie nach dem MCP-Standard, was eine flexible Aufgabenabwicklung ermöglicht.
Parallel vertiefen Alibaba und Honor ihre Zusammenarbeit für ein agentisches Betriebssystem. Auf der World AI Conference (WAIC) in Shanghai richtet Honor am Samstag ein Unterforum zu „verkörperter Intelligenz“ aus, bei dem Alibabas Token-Foundry-Einheit sowie Qualcomm China und Insta360 sprechen. Honor entwickelt ein „Next-Generation Terminal Operating System“ (Agentic OS), das über klassische Smartphone-Assistenten hinausgehen soll. Beobachter in Shenzhen sehen darin eine Antwort auf den wachsenden Wettbewerb um KI-Telefone, der durch StepFuns Vorstoß zusätzliche Dynamik erhält.
Jenseits der KI-Agenten treiben chinesische Hersteller die physische Ausdauer der Geräte voran. Das Honor 600 Smart 5G, das in Frankreich für umgerechnet rund 3,8 Millionen Rupiah (ca. 220 Euro) angeboten wird, setzt mit einem 7.700-mAh-Akku und dem weltweit ersten Snapdragon 4 Gen 4 Chipsatz auf extreme Laufzeiten: 93 Stunden im Mischbetrieb oder 28 Stunden Videowiedergabe. Zertifizierungen nach IP64 und Falltests aus 2,5 Metern Höhe unterstreichen den Anspruch auf Robustheit. Im Einstiegssegment positioniert Xiaomi das Redmi 15C mit 6.000 mAh und 22 Stunden Videolaufzeit, während das Redmi Note 14 Pro 5G in der Mittelklasse auf AMOLED-Adaptivität und schnelles Laden setzt. OnePlus wiederum setzt im höheren Preissegment auf Silizium-Kohlenstoff-Akkus, die laut Tests von Tom’s Guide eine höhere Energiedichte ohne dickeres Gehäuse ermöglichen.
Huawei rundet das Bild mit seiner globalen Produktoffensive in Kuala Lumpur ab, wo das Pura 90s Series mit 200-Megapixel-Teleskopkamera und KI-gestützter Bildoptimierung vorgestellt wurde. Die Geräte zielen auf ein nahtloses Zusammenspiel im Huawei-Ökosystem, ergänzt durch die FreeClip 2 S Kopfhörer und das MatePad Air Tablet. Aus europäischer Perspektive bleibt die Marktverfügbarkeit vieler dieser Modelle ungewiss; das Honor 600 Smart 5G ist zunächst nur für Frankreich bestätigt, während StepFun noch keine internationalen Vertriebspläne nannte. Der nächste Gradmesser wird das Honor-Unterforum auf der WAIC, das konkrete Details zum Agentic OS und der Alibaba-Partnerschaft liefern dürfte.
| Südostasiatische Presse | +0.20 | neutral |
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| Chinesische Presse | +0.10 | neutral |
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