
Cannes: Blanchett beklagt schnellen Tod der #MeToo-Bewegung, Bardem geißelt toxische Männlichkeit
Die Schauspieler Cate Blanchett und Javier Bardem üben in Cannes scharfe Kritik: #MeToo sei erstickt, toxische Männlichkeit regiere in Politik und Hollywood.
Cate Blanchett hat den raschen Niedergang der #MeToo-Bewegung in Hollywood beklagt. Bei einem öffentlichen Gespräch am Rande der Filmfestspiele von Cannes sagte die australische Schauspielerin, die Bewegung sei „sehr schnell getötet worden“. Sie zeigte sich zugleich offen für eine Zusammenarbeit mit Künstlern, die Fehlverhalten eingestanden und Wiedergutmachung geleistet hätten. Blanchetts Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die Nachwirkungen der Weinstein-Affäre erneut vor Gericht verhandelt werden – jener Skandal, der 2017 die globale #MeToo-Debatte auslöste.
Nur einen Tag zuvor hatte Javier Bardem auf demselben Festival eine deutliche Abrechnung mit toxischer Männlichkeit gehalten. Der spanische Schauspieler nannte in einer Pressekonferenz zu seinem neuen Film „El ser querido“ namentlich Benjamin Netanyahu, Donald Trump und Wladimir Putin als Verkörperungen eines schädlichen Machogehabes. Bardem, der für seine politischen Stellungnahmen bekannt ist, stellte eine direkte Verbindung zwischen Hollywoods Machtstrukturen und globalen politischen Führungsstilen her. Seine Kritik richtete sich gegen einen Führungskult, der Aggression und Dominanz belohne.
Die unterschiedlichen, aber sich ergänzenden Auftritte der beiden Oscar-Preisträger in Cannes zeichnen ein düsteres Bild des gesellschaftlichen Wandels. Während Blanchett auf die Stagnation in der Filmbranche verwies – Drehorte blieben weiterhin von Männern dominiert –, lenkte Bardem den Blick auf das größere politische Umfeld. Aus europäischer Perspektive wird deutlich, dass die Debatte über Geschlechtergerechtigkeit und Machtmissbrauch nicht auf Hollywood beschränkt ist, sondern eng mit autoritären Tendenzen in der Weltpolitik verflochten erscheint.
Die Aussagen der beiden Schauspieler werfen die Frage auf, warum die #MeToo-Bewegung an Dynamik verloren hat. Beobachter in Washington und Brüssel verweisen auf Gegenreaktionen und eine erschöpfte öffentliche Aufmerksamkeit. In Deutschland und Österreich wird die Entwicklung mit Sorge verfolgt, da hierzulande ähnliche Debatten um Machtmissbrauch in Kultur und Politik noch immer nachwirken. Ob die Filmfestspiele von Cannes als Katalysator für eine neue Welle des Protests dienen können, bleibt abzuwarten – die Worte von Blanchett und Bardem deuten jedoch auf ein anhaltendes Unbehagen hin.
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Cate Blanchett kritisierte Hollywood dafür, die #MeToo-Bewegung schnell beiseite geschoben zu haben, und sagte, der Schwung für Veränderung sei ins Stocken geraten. Sie betonte, dass Filmsets weiterhin von Männern dominiert werden, und forderte Offenheit gegenüber Künstlern, die Wiedergutmachung leisten. Die Berichterstattung stellt ihre Äußerungen als Klage über verlorene Fortschritte dar.
Die israelische Berichterstattung hebt Blanchetts Äußerungen über die systemischen Missstände hervor, die #MeToo aufgedeckt hat, und stellt sie als tief verwurzeltes Problem in allen Branchen dar. Sie erinnert an den historischen Protest von 2018 in Cannes und betont den anhaltenden Kampf für Geschlechtergleichheit. Der Ton ist analytisch und konzentriert sich auf die langfristigen Auswirkungen der Bewegung.
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