
Warshs Inflationsaussage dämpft Renditen – Dollar gibt nach, Aktien erholen sich
Die Bemerkung des Fed-Präsidenten, die Inflationsrisiken hätten abgenommen, löste einen Rückgang der Treasury-Renditen und eine globale Entspannung aus, während die Märkte weiterhin eine Zinserhöhung im September einpreisen.
Die Erklärung von Kevin Warsh, dem Präsidenten der US-Notenbank, dass „die Risiken für die Inflation in den letzten Wochen abgenommen zu haben scheinen“, hat am Mittwoch die Renditen amerikanischer Staatsanleihen sinken lassen und dem Dollar weltweit Auftrieb genommen. Der DXY-Index, der den Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, gab von seinem Tageshoch bei 101,60 Punkten auf 101,22 Punkte nach. Die Rendite der zweijährigen T-Note fiel von 4,195 % auf 4,156 %. An den Aktienmärkten führte dies zu einer Erholung von den Tagestiefs: Der S&P 500 reduzierte seine Verluste auf 0,19 %, der Nasdaq auf 0,65 %, während der Dow Jones nahezu unverändert schloss.
Die Äußerung Warshs auf dem EZB-Forum in Sintra wirkte als Katalysator für eine Neubewertung der Zinserwartungen. Händler hatten zuvor mit mindestens einer Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr gerechnet, nachdem robuste Arbeitsmarktdaten und eine hartnäckige Inflation die Wetten auf eine straffere Geldpolitik verstärkt hatten. Der ADP-Bericht über die Beschäftigung im Privatsektor zeigte mit 98.000 neuen Stellen im Juni zwar einen geringeren Zuwachs als erwartet, wurde aber als Beleg für einen weiterhin angespannten Arbeitsmarkt gewertet. Aus Washingtoner Sicht bleibt die Unsicherheit hoch: Warsh selbst verweigerte jede Forward Guidance, betonte jedoch das Ziel, die Inflation auf 2 % zurückzuführen.
Die globalen Märkte reagierten uneinheitlich. In Europa gab der Stoxx 600 um 0,24 % nach, der DAX notierte kaum verändert. Deutlicher fielen die Verluste im Technologiesektor aus: Der VanEck Semiconductor ETF brach um 5,4 % ein, belastet von einer breiten Verkaufswelle bei KI-Aktien wie Nvidia und AMD. Dagegen stieg Meta um 8,8 %, nachdem Berichte über den Aufbau eines Cloud-Geschäfts für überschüssige KI-Rechenkapazitäten die Runde machten. Die Ölpreise gaben nach, da die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nachließen und der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus allmählich wieder zunahm. Brent-Rohöl fiel um 1,1 % auf 72,12 Dollar je Barrel.
In Brasilien geriet der Real unter doppelten Druck. Neben der globalen Dollarstärke belasteten innenpolitische Faktoren die Währung: Die US-Sanktionen gegen brasilianische Staatsbürger und Unternehmen wegen mutmaßlicher Verbindungen zum PCC sowie die nahenden Präsidentschaftswahlen verstärkten die Risikoaversion. Der Dollar stieg um 0,90 % auf 5,2094 Real und markierte damit den schlechtesten Wert unter den 33 liquidesten Währungen. Der Ibovespa gab um 0,19 % nach, wobei die Schwergewichte Petrobras unter dem fallenden Ölpreis litten. Beobachter in São Paulo verwiesen zudem auf die AtlasIntel-Umfrage, die einen Vorsprung von Lula vor Flávio Bolsonaro zeigte, was die politische Unsicherheit unterstreiche.
Das nächste richtungsweisende Ereignis ist der offizielle US-Arbeitsmarktbericht am Donnerstag. Anleger erhoffen sich davon Klarheit über den Zustand der Konjunktur und die Wahrscheinlichkeit einer Zinswende. Der US-Markt bleibt am Freitag wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen, was die Handelsaktivität zusätzlich dämpfen dürfte.
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Die asiatischen Märkte sind angesichts des Stillstands der US-iranischen Gespräche und der Furcht vor einer Zinserhöhung der Fed vorsichtig. Der Yen fällt auf ein 40-Jahres-Tief, während die Spannungen um die Straße von Hormus die Unsicherheit schüren. Anleger bleiben wegen möglicher japanischer Interventionen in Alarmbereitschaft.
Die globalen Märkte geben vor der Rede von Fed-Chef Warsh und den US-Arbeitsmarktdaten nach. Der Dollar legt zu und setzt Schwellenländerwährungen wie den brasilianischen Real unter Druck, während der Ölpreis fällt. Alle Augen richten sich auf den unerwartet hawkischen Ton von Warsh, der Wetten auf eine Zinserhöhung neu belebt hat.
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