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Wirtschaft & MärkteSamstag, 27. Juni 2026

Argentinien plant Verkauf von Pässen, London prüft Rückkehr der Investorenvisa

Zwei G20-Staaten arbeiten an neuen Wegen, um Kapital durch Aufenthalts- und Bürgerrechte anzuziehen – Buenos Aires will noch in diesem Jahr starten, während London ein abgeschafftes Programm wiederbelebt.

Die argentinische Regierung bereitet einem Bericht der Financial Times zufolge ein Programm vor, das ausländischen Staatsangehörigen gegen eine Investition die Staatsbürgerschaft gewährt. Demnach soll der „goldene Pass“ noch in diesem Jahr eingeführt werden und entweder eine nicht rückzahlbare Spende von rund 500.000 US-Dollar oder den Kauf von Nullkupon-Staatsanleihen im Wert von einer Million Dollar erfordern. Parallel dazu erwägt das britische Kabinett, die vor vier Jahren abgeschafften Investorenvisa in veränderter Form wieder einzuführen. Beide Initiativen zielen darauf ab, vermögende Privatpersonen anzuziehen, stoßen jedoch auf erhebliche Bedenken hinsichtlich Geldwäsche und Sicherheit.

Aus Sicht des argentinischen Wirtschaftsministeriums, das sich zu den Plänen nicht offiziell äußerte, soll das Programm dringend benötigte Devisen zur Bedienung der Staatsschulden mobilisieren. Nach der Umschuldung von 2020 und angesichts hoher Risikoaufschläge an den internationalen Kapitalmärkten sucht Buenos Aires nach alternativen Finanzierungsquellen. Berater der Regierung verweisen auf das strategische Interesse wohlhabender Europäer und US-Amerikaner, die angesichts politischer Polarisierung und steigender Steuerlasten nach Standortalternativen suchten. Der argentinische Pass ermöglicht visafreien Zugang zu rund 170 Ländern, und das Programm wäre deutlich günstiger als vergleichbare Angebote, etwa die Investorenvisa Neuseelands für drei Millionen Dollar. Anders als in vielen bestehenden Modellen soll voraussichtlich keine Wohnsitzpflicht gelten, was die steuerlichen Verpflichtungen der Antragsteller begrenzen würde.

In London wird die Debatte von der Labour-Regierung mit dem Argument des globalen Wettbewerbs um Talente und Kapital geführt. Der neue Vorschlag sieht Investitionen von fünf Millionen Pfund vor, die nach drei Jahren zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung und nach fünf Jahren zur Staatsbürgerschaft führen könnten. Das Innenministerium und das Schatzamt äußern jedoch Widerstand. Kritiker in beiden Ländern warnen vor Reputationsrisiken und der Gefahr, dass solche Programme als Einfallstor für illegale Finanzströme dienen. Die Europäische Union hat Staatsbürgerschaftsverkäufe im vergangenen Jahr faktisch unterbunden, nachdem der Europäische Gerichtshof das maltesische Modell als unzulässige Kommerzialisierung von Bürgerrechten einstufte. Auch Großbritannien hatte sein früheres Programm 2022 gerade wegen Bedenken hinsichtlich Geldwäsche und der Herkunft von Vermögen eingestellt.

Die argentinische Initiative wird von privaten Beratungsfirmen wie Arton Capital und der Latitud Group begleitet, die bereits wohlhabende Klienten für das Vorhaben interessieren. Der Technologieinvestor Peter Thiel, der sich seit April in Argentinien aufhält, wird von diesen Kreisen als inoffizieller Botschafter des Programms bezeichnet. Während Buenos Aires auf eine rasche Umsetzung drängt, bleibt der britische Vorstoß innerhalb der Regierung umstritten. Der weitere Verlauf wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, wirksame Kontrollmechanismen gegen Missbrauch zu etablieren – eine Anforderung, an der ähnliche Vorhaben in der Vergangenheit gescheitert sind.

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Argentinien plant Verkauf von Pässen, London prüft Rückkehr der Investorenvisa

Zwei G20-Staaten arbeiten an neuen Wegen, um Kapital durch Aufenthalts- und Bürgerrechte anzuziehen – Buenos Aires will noch in diesem Jahr starten, während London ein abgeschafftes Programm wiederbelebt.

Die argentinische Regierung bereitet einem Bericht der Financial Times zufolge ein Programm vor, das ausländischen Staatsangehörigen gegen eine Investition die Staatsbürgerschaft gewährt. Demnach soll der „goldene Pass“ noch in diesem Jahr eingeführt werden und entweder eine nicht rückzahlbare Spende von rund 500.000 US-Dollar oder den Kauf von Nullkupon-Staatsanleihen im Wert von einer Million Dollar erfordern. Parallel dazu erwägt das britische Kabinett, die vor vier Jahren abgeschafften Investorenvisa in veränderter Form wieder einzuführen. Beide Initiativen zielen darauf ab, vermögende Privatpersonen anzuziehen, stoßen jedoch auf erhebliche Bedenken hinsichtlich Geldwäsche und Sicherheit.

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In London wird die Debatte von der Labour-Regierung mit dem Argument des globalen Wettbewerbs um Talente und Kapital geführt. Der neue Vorschlag sieht Investitionen von fünf Millionen Pfund vor, die nach drei Jahren zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung und nach fünf Jahren zur Staatsbürgerschaft führen könnten. Das Innenministerium und das Schatzamt äußern jedoch Widerstand. Kritiker in beiden Ländern warnen vor Reputationsrisiken und der Gefahr, dass solche Programme als Einfallstor für illegale Finanzströme dienen. Die Europäische Union hat Staatsbürgerschaftsverkäufe im vergangenen Jahr faktisch unterbunden, nachdem der Europäische Gerichtshof das maltesische Modell als unzulässige Kommerzialisierung von Bürgerrechten einstufte. Auch Großbritannien hatte sein früheres Programm 2022 gerade wegen Bedenken hinsichtlich Geldwäsche und der Herkunft von Vermögen eingestellt.

Die argentinische Initiative wird von privaten Beratungsfirmen wie Arton Capital und der Latitud Group begleitet, die bereits wohlhabende Klienten für das Vorhaben interessieren. Der Technologieinvestor Peter Thiel, der sich seit April in Argentinien aufhält, wird von diesen Kreisen als inoffizieller Botschafter des Programms bezeichnet. Während Buenos Aires auf eine rasche Umsetzung drängt, bleibt der britische Vorstoß innerhalb der Regierung umstritten. Der weitere Verlauf wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, wirksame Kontrollmechanismen gegen Missbrauch zu etablieren – eine Anforderung, an der ähnliche Vorhaben in der Vergangenheit gescheitert sind.

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