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SportMittwoch, 15. Juli 2026

Argentinien gegen England im WM-Halbfinale: Wenn Fussball Geschichte schreibt

Das Duell in Atlanta ist sportlich wie politisch aufgeladen – die Rivalität reicht bis zum Krieg um die Falklandinseln 1982 zurück.

Im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta treffen Argentinien und England an diesem Mittwoch im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 aufeinander. Es ist das sechste Aufeinandertreffen bei einer WM, und wie kaum ein anderes Spiel ist es von Erinnerungen durchzogen: an Diego Maradonas «Hand Gottes» 1986, an Elfmeterdramen und nicht zuletzt an den Krieg um die Malvinas, wie die Falklandinseln in Argentinien heissen.

Der bewaffnete Konflikt von 1982, ausgelöst durch die Invasion der argentinischen Militärjunta und beendet mit der britischen Rückeroberung, kostete 649 Argentinier und 255 Briten das Leben. Seither ist jede Fussballbegegnung beider Nationen symbolisch aufgeladen. In Argentinien gelten die Tore Maradonas im Viertelfinal von Mexiko als sportliche Revanche; in England wird der Sieg von 2002 in der Gruppenphase als Wiederherstellung der Ordnung erinnert.

Unter Präsident Javier Milei, der Margaret Thatcher einst als grosse Führerin würdigte, schien sich das Verhältnis zuletzt zu entspannen. Ein Abkommen über die Identifizierung gefallener argentinischer Soldaten und direkte Flüge zu den Inseln wurde 2024 geschlossen. Doch mit dem Amtsantritt von Aussenminister Pablo Quirno im Oktober schwenkte Buenos Aires auf einen konfrontativeren Kurs zurück. Quirno nannte das Referendum der Inselbewohner von 2013, bei dem diese für den Verbleib bei Grossbritannien stimmten, eine «Falle» und bekräftigte den Souveränitätsanspruch.

In London wird dieser Kurswechsel mit Sorge registriert. Ben Judah, Forscher bei Chatham House, spricht von einem faktisch aufgegebenen Kooperationsabkommen. Auslöser für die Verhärtung ist auch das Vorantreiben des Ölprojekts Sea Lion durch zwei ausländische Firmen in den Gewässern um die Inseln. Argentinien wertet dies als Verstoss gegen UN-Resolutionen. Gleichzeitig nährt ein durchgesickertes Pentagon-Memorandum in britischen Diplomatenkreisen die Befürchtung, die Regierung Trump könnte die amerikanische Unterstützung für die britische Souveränität überdenken.

Auf den Rängen und in den sozialen Netzwerken ist die Rivalität längst entfacht. Argentinische Fans singen «El que no salta es un inglés», und Vizepräsidentin Victoria Villarruel sprach von «Piraten und Usurpatoren». Die britische Botschaft in Buenos Aires reagierte mit einem ironischen Memo. Trainer Lionel Scaloni bemühte sich derweil um Mässigung: «Es ist ein Fussballspiel, wir können die Dinge nicht vermischen.» Der Sieger der Partie trifft am Sonntag im Endspiel auf Spanien.

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Mittwoch, 15. Juli 2026

Argentinien gegen England im WM-Halbfinale: Wenn Fussball Geschichte schreibt

Das Duell in Atlanta ist sportlich wie politisch aufgeladen – die Rivalität reicht bis zum Krieg um die Falklandinseln 1982 zurück.

Im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta treffen Argentinien und England an diesem Mittwoch im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 aufeinander. Es ist das sechste Aufeinandertreffen bei einer WM, und wie kaum ein anderes Spiel ist es von Erinnerungen durchzogen: an Diego Maradonas «Hand Gottes» 1986, an Elfmeterdramen und nicht zuletzt an den Krieg um die Malvinas, wie die Falklandinseln in Argentinien heissen.

Der bewaffnete Konflikt von 1982, ausgelöst durch die Invasion der argentinischen Militärjunta und beendet mit der britischen Rückeroberung, kostete 649 Argentinier und 255 Briten das Leben. Seither ist jede Fussballbegegnung beider Nationen symbolisch aufgeladen. In Argentinien gelten die Tore Maradonas im Viertelfinal von Mexiko als sportliche Revanche; in England wird der Sieg von 2002 in der Gruppenphase als Wiederherstellung der Ordnung erinnert.

Unter Präsident Javier Milei, der Margaret Thatcher einst als grosse Führerin würdigte, schien sich das Verhältnis zuletzt zu entspannen. Ein Abkommen über die Identifizierung gefallener argentinischer Soldaten und direkte Flüge zu den Inseln wurde 2024 geschlossen. Doch mit dem Amtsantritt von Aussenminister Pablo Quirno im Oktober schwenkte Buenos Aires auf einen konfrontativeren Kurs zurück. Quirno nannte das Referendum der Inselbewohner von 2013, bei dem diese für den Verbleib bei Grossbritannien stimmten, eine «Falle» und bekräftigte den Souveränitätsanspruch.

In London wird dieser Kurswechsel mit Sorge registriert. Ben Judah, Forscher bei Chatham House, spricht von einem faktisch aufgegebenen Kooperationsabkommen. Auslöser für die Verhärtung ist auch das Vorantreiben des Ölprojekts Sea Lion durch zwei ausländische Firmen in den Gewässern um die Inseln. Argentinien wertet dies als Verstoss gegen UN-Resolutionen. Gleichzeitig nährt ein durchgesickertes Pentagon-Memorandum in britischen Diplomatenkreisen die Befürchtung, die Regierung Trump könnte die amerikanische Unterstützung für die britische Souveränität überdenken.

Auf den Rängen und in den sozialen Netzwerken ist die Rivalität längst entfacht. Argentinische Fans singen «El que no salta es un inglés», und Vizepräsidentin Victoria Villarruel sprach von «Piraten und Usurpatoren». Die britische Botschaft in Buenos Aires reagierte mit einem ironischen Memo. Trainer Lionel Scaloni bemühte sich derweil um Mässigung: «Es ist ein Fussballspiel, wir können die Dinge nicht vermischen.» Der Sieger der Partie trifft am Sonntag im Endspiel auf Spanien.

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