
Apple entfernt sämtliche VK-Anwendungen aus dem App Store – Moskau wertet Schritt als politisch motiviert
Die Aktien des russischen Technologiekonzerns VK fielen auf ein Rekordtief, nachdem Apple am 25. Juni ohne Vorwarnung alle Apps der Gruppe aus dem russischen App Store gelöscht hatte.
Am 25. Juni entfernte Apple sämtliche Anwendungen des russischen Internetkonzerns VK aus dem App Store, darunter die sozialen Netzwerke VKontakte und Odnoklassniki, den Kurznachrichtendienst VK Messenger, die Musik- und Videoplattformen sowie die E-Mail-Dienste von Mail.ru. Die Aktien von VK gaben im Tagesverlauf um bis zu fünf Prozent nach und markierten mit 186 Rubel ein historisches Tief. Für Nutzer von Apple-Geräten bedeutet der Schritt, dass sie keine Push-Benachrichtigungen mehr erhalten und die Apps weder aktualisieren noch neu installieren können; bereits installierte Anwendungen bleiben vorerst funktionsfähig.
Das US-Unternehmen begründete die Löschung auf Anfrage der BBC mit der Einhaltung von Sanktionsvorschriften, ohne jedoch zu präzisieren, auf welche Sanktionen es sich bezieht. VK selbst ist nicht auf Sanktionslisten der USA oder der EU verzeichnet, allerdings unterliegt der Vorstandsvorsitzende Wladimir Kirijenko, Sohn des Kreml-Beraters Sergej Kirijenko, seit 2022 westlichen Strafmaßnahmen. VK erklärte, man habe Apple umfassende juristische Gutachten vorgelegt, die die Sanktionsfreiheit des Unternehmens belegten, und bezeichnete die Löschung als „einseitig, ohne Vorwarnung und inakzeptabel“. Bereits Anfang Juni hatte Apple den staatlich geförderten Messenger Max aus dem App Store entfernt, ebenfalls unter Verweis auf Sanktionen.
Aus Moskauer Sicht handelt es sich um einen politisch motivierten Akt digitaler Diskriminierung. Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, der Vorgang stelle die Verlässlichkeit von Apple als Anbieter kommerzieller Dienste infrage, und empfahl betroffenen Nutzern den Wechsel zu Android oder „unseren Systemen“. Das Ministerium für digitale Entwicklung (Minzifry) sprach von „unlauterem Wettbewerb“ und rief die russische Wettbewerbsbehörde FAS dazu auf, den Fall zu prüfen. Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, nannte die Löschung „politische Zensur“ und eine „Säuberung des Informationsraums“. In der Staatsduma warfen Abgeordnete Apple vor, sich an einer „hybriden Kriegsführung“ gegen russische Nutzer zu beteiligen und die eigenen Gründungsprinzipien zu verraten. Die Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa riet, generell nach Alternativen zum iPhone zu suchen, da das Gerät „jederzeit nutzlos werden“ könne.
Parallel zu den politischen Reaktionen verhängte ein Moskauer Amtsgericht am selben Tag eine Geldstrafe von 500.000 Rubel gegen Apple wegen wiederholter Verstöße gegen Pflichten als Organisator der Informationsverbreitung im Internet. Die russische Medienaufsicht Roskomnadsor begann zudem nach Angaben des Senders Doschd damit, Teile des für die Nutzerauthentifizierung zuständigen Datenverkehrs von Apple zu blockieren. Das Minzifry kündigte an, mit Apple in Kontakt zu treten und Aufklärung zu verlangen; sollten keine zufriedenstellenden Erklärungen erfolgen, müsse über die Fortsetzung jeglicher Zusammenarbeit mit dem Konzern entschieden werden. Ein bereits im Parlament eingebrachter Gesetzentwurf sieht die verpflichtende Vorinstallation des russischen App-Stores RuStore auf Apple-Geräten vor, was bei Nichtbefolgung zu Bußgeldern oder einem Verkaufsverbot führen könnte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Apple hat alle Anwendungen des russischen sozialen Netzwerks VK aus seinem App Store entfernt. VKontakte, 2006 gestartet, ist eine der beliebtesten Plattformen in Russland. Das Unternehmen hat sich noch nicht zu den Gründen der Entfernung geäußert.
Die Entfernung der VK-Anwendungen aus dem App Store ist ein politisch motivierter und inakzeptabler Schritt, der zig Millionen russischsprachigen Nutzern schadet. Die russischen Behörden verlangen von Apple Erklärungen und schließen Vergeltungsmaßnahmen nicht aus, während den Nutzern geraten wird, auf Android oder einheimische Plattformen umzusteigen. Der Vorfall stellt die Zuverlässigkeit der Apple-Dienste in Russland infrage.
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