
Antarktis: Von Mantelwellen, Dinosauriern und schmelzenden Riesen – neue Einblicke in die Erdgeschichte
Geologische Prozesse, Fossilienfunde und die Drift des Eisbergs A23a zeigen, wie tief die Vergangenheit der Antarktis mit globalen Klimaentwicklungen verwoben ist.
Die Antarktis vereiste vor 34 Millionen Jahren, Millionen Jahre vor der Arktis – ein Prozess, den Mantelwellen auslösten, wie eine Studie in Science zeigt. Diese langsamen Störungen im Erdinneren, ausgelöst durch das Auseinanderbrechen Gondwanas, hoben die Gamburtsev-Berge im Osten des Kontinents über eine kritische Höhenschwelle von 1500 bis 2000 Metern. Dort konnte sich selbst bei globalen Temperaturen von 5 Grad über heutigem Niveau eine dauerhafte Eisdecke bilden. Die Entdeckung unterstreicht das Zusammenspiel von Topographie und Klima.
Unter dem Eispanzer Ostantarktikas haben Forscher zudem eine riesige fächerförmige Beckenstruktur identifiziert, die East Antarctic Fan-Shaped Basin Province. Sie verbindet zuvor getrennt betrachtete Senken wie das Wilkes- und das Aurora-Becken zu einem kontinentalen System, das durch verteilte Rotationsextension während der Gondwana-Fragmentierung entstand. Die in Nature Geoscience publizierte Arbeit stellt die Annahme einer geologisch stabilen Ostantarktis infrage und liefert neue Hinweise auf die Trennung von Australien und Antarktis vor rund 70 Millionen Jahren.
Dass die Antarktis einst von Dinosauriern bewohnt war, belegt ein Wirbelknochen, der 1985 entdeckt, aber erst jetzt als erster Dinosaurierfund des Kontinents identifiziert wurde. Das Fossil eines jungen Titanosauriers aus der späten Kreidezeit (82 Millionen Jahre) lag jahrzehntelang in einer Sammlung des British Antarctic Survey. Es zeigt, dass langhalsige Sauropoden über die Antarktis zwischen Südamerika und Australien wanderten, als der Kontinent noch von gemäßigten Wäldern bedeckt war. Parallel dazu rekonstruierten taiwanesische Forscher ein Nest des Oviraptors und fanden mittels Wärmesimulationen, dass diese Dinosaurier neben Körperwärme auch Sonnenwärme zur Brut nutzten – ein Verhalten, das zwischen dem von Vögeln und Reptilien steht.
In der Gegenwart liefert der Zerfall des Eisbergs A23a ein sichtbares Zeichen des Wandels. Der 1986 von der Filchner-Eisschelf abgebrochene Koloss, zeitweise 3900 Quadratkilometer groß, trieb nach Jahrzehnten der Bodenhaftung ab 2020 nordwärts, geriet in einen Taylor-Wirbel und zerbrach schließlich im Südatlantik. Satelliten und Forschungsschiffe dokumentierten den Prozess, der Nährstoffeinträge und mögliche Folgen für die lokale Nahrungskette umfasst. Die Beobachtungen liefern Daten für Modelle zum Verhalten von Eismassen unter wärmeren Bedingungen.
Weitere Funde runden das Bild ab: In Kolumbien belegen Fossilien der 45 Fuß langen Riesenschlange Titanoboa, dass im Paläozän Äquatortemperaturen von rund 33 Grad Celsius herrschten – etwa 10 Grad über heutigen Werten. Und ein römischer Münzschatz in einer Keramikkrug, fast 1800 Jahre alt, verweist auf wirtschaftliche Unsicherheiten der Spätantike. Nächster Meilenstein: Die detaillierte Analyse der A23a-Wasserproben auf Nährstoffverteilung, die Aufschluss über die Produktivität des Südpolarmeers geben wird.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | −0.30 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
| Arabische Golfpresse | +0.20 | neutral |
South America views Antarctica as a thermometer for its own climate: the new data confirm that glacial changes will directly affect our seasons.
The discovery is reduced to a matter of regional weather impact, making the news familiar to the local audience.
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