
Alternative Antriebe erreichen in Schwellenländern Rekordanteile – Verbrenner unter Druck
In Indien, China und Kolumbien verschieben Käufer ihre Präferenzen rasant zu Elektro- und Hybridfahrzeugen, während die Produktion in Argentinien und Russland rückläufig ist.
In Indien überschritt der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben – komprimiertes Erdgas, Hybride und reine Elektroautos – im Juni erstmals die Marke von 40 Prozent der Einzelhandelsverkäufe. Nach Angaben des Händlerverbands FADA stieg der kombinierte Marktanteil auf 40,2 Prozent, nach 33,3 Prozent im Vorjahresmonat. CNG-Modelle allein kamen auf 24,3 Prozent, Hybride auf 8,3 und Elektrofahrzeuge auf 7,8 Prozent. Die Verkäufe von Benzin- und Dieselfahrzeugen fielen damit unter 60 Prozent. Der Gesamtabsatz von Personenkraftwagen erreichte mit 410.853 Einheiten einen Juni-Rekord, wobei ländliche Regionen mit einem Plus von 35,1 Prozent stärker zulegten als städtische Märkte. Aus Sicht des Verbands begünstigten verbesserte Lieferketten nach der Waffenruhe im Nahen Osten, neue Modellreihen und das anhaltende Interesse an niedrigeren Betriebskosten den Wandel.
In China hingegen geraten japanische Hersteller durch die rasche Elektrifizierung unter Druck. Toyota meldete für das erste Halbjahr einen Absatzrückgang von 17 Prozent auf 694.700 Fahrzeuge, Honda einen Einbruch um 35 Prozent auf 205.818 Einheiten. Beide Konzerne verwiesen auf die Verlagerung der Nachfrage zu Elektro- und Hybridmodellen, die durch hohe Rohölpreise infolge des Nahostkonflikts beschleunigt werde. Bei Toyota machten elektrifizierte Fahrzeuge inzwischen 63 Prozent des China-Absatzes aus, der Absatz reiner Elektroautos stieg um 83 Prozent. Die Gemeinschaftsunternehmen FAW Toyota und GAC Toyota verzeichneten Rückgänge von 27 beziehungsweise 6 Prozent. Ein Honda-Sprecher erklärte, die Inlandsnachfrage stagniere und das schwierige Marktumfeld werde voraussichtlich anhalten.
In Kolumbien erreichten Elektro- und Hybridfahrzeuge im ersten Halbjahr einen Anteil von 43,8 Prozent an den Neuzulassungen. Nach Daten der Branchenverbände Fenalco und Andi wurden 24.477 reine Elektroautos und 44.605 Hybride zugelassen, ein Anstieg von 235,5 beziehungsweise 74,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Tesla führte den Elektromarkt mit einem Anteil von 41,5 Prozent an, gefolgt von BYD mit 23,6 Prozent. Der Banco de Bogotá bezifferte seine Kreditauszahlungen für den Kauf solcher Fahrzeuge im ersten Halbjahr auf umgerechnet rund 112 Milliarden kolumbianische Pesos, ein Plus von 61 Prozent allein im Juni. Das Institut sieht darin einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Städte.
In Argentinien und Russland zeigen sich dagegen rückläufige Tendenzen in Produktion und Absatz. Die argentinische Automobilfertigung sank im ersten Halbjahr um 18,3 Prozent auf 204.658 Einheiten, obwohl die Großhandelsverkäufe im Juni gegenüber Mai um 22,5 Prozent zulegten. Der Verband ADEFA sprach von einer langsamen Erholung und verwies auf die Senkung von Exportabgaben als positives Signal. In Russland fielen die Verkäufe von leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen im Halbjahr um 19 Prozent, mittelschwere Lkw gaben um 7 Prozent nach. Zudem meldete die Aufsichtsbehörde Rosalkogoltabakkontrol einen Rückgang der Weinproduktion um 12,6 Prozent und der Wodkaherstellung um 4 Prozent, was auf eine allgemeinere Konsumzurückhaltung hindeuten könnte. Für das zweite Halbjahr richten sich die Blicke auf Finanzierungskonditionen und die weitere Entwicklung der Rohstoffpreise.
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Indische Verbraucher führen den Vorstoß zu kraftstoffeffizienten Fahrzeugen an, mit Rekordverkäufen von CNG-, Hybrid- und Elektroautos. Der Wandel ist eine rationale Reaktion auf hohe Kraftstoffkosten und ein Zeichen für einen reifenden Markt.
Der Artikel verwendet eine Erzählung von Fortschritt und Verbraucherrationalität, indem er Rekordprozentsätze und strukturelle Veränderungen betont, um den Trend als unvermeidlich und positiv darzustellen.
Der indische Artikel lässt die globale Verlangsamung der Verkäufe konventioneller Autos und die Herausforderungen, denen traditionelle Automobilhersteller in anderen Märkten gegenüberstehen, aus, was den Wandel eher als lokales Phänomen denn als globalen Trend kontextualisieren könnte.
Der lateinamerikanische Markt durchläuft einen komplexen Wandel: Die traditionelle Produktion in Argentinien geht zurück, aber Kolumbien setzt auf Elektrofahrzeuge. Der Rückgang der Verkäufe von Toyota und Honda in China zeigt die globalen Auswirkungen der Elektrifizierung.
Der Artikel präsentiert eine ausgewogene Sichtweise, indem er negative und positive Daten gegenüberstellt und so ein Gefühl einer vielschichtigen Realität erzeugt, ohne eine klare Position zu beziehen.
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