
Abschied und Aufbruch: Wie Musik von Mexiko bis Manaus neue Wege findet
Während Elton John seine lange verschobenen Konzerte in Mexiko-Stadt ankündigt, sucht das Label HYBE weltweit nach Produzenten und die Gruppe ENHYPEN füllt erstmals mexikanische Arenen.
Es war ein kurzer Satz, den der britische Sänger in seine sozialen Netzwerke tippte, doch er trug das Gewicht jahrelanger Versprechen: „Me emociona anunciar que ofreceré dos conciertos en el Estadio Banorte los días 2 y 3 de octubre.“ Elton John, der sich 2023 in Stockholm von der großen Bühne verabschiedet hatte, kehrt im Oktober für zwei Abende nach Mexiko-Stadt zurück – ein Nachholen jener Begegnung, die ihm die Pandemie einst verwehrte. „La Ciudad de México siempre ha ocupado un lugar especial en mi corazón“, schrieb er, und die Enttäuschung über die ausgefallene Lateinamerika-Tournee klingt in seinen Worten noch nach. Die Vorfreude der mexikanischen Fans materialisiert sich in gestaffelten Vorverkäufen: Zuerst dürfen Mitglieder des Rocket Club zugreifen, dann Karteninhaber der Banorte-Bank, ehe am 16. Juli der allgemeine Verkauf beginnt.
Während eine Legende ihren späten Abschied zelebriert, wird anderswo die Zukunft der Popmusik neu vermessen. Das südkoreanische Unternehmen HYBE, Heimat von BTS und ENHYPEN, hat die globale Ausschreibung „Next New Creator“ gestartet. Vom 14. Juli bis zum 12. August können Produzenten und Songwriter ab 18 Jahren – ohne Beschränkung von Ausbildung oder Erfahrung – zwei bis fünf Demos einreichen. Gefragt sind „Originalität, Individualität und das Potenzial, weltweit konkurrenzfähige Popmusik zu schaffen“. Künstliche Intelligenz ist ausdrücklich verboten; HYBE verfügt über eigene Erkennungssoftware. Die Gewinner erhalten umgerechnet rund 3.300 US-Dollar und die Chance, mit einem der großen Labels wie BIGHIT MUSIC oder PLEDIS Entertainment zusammenzuarbeiten. Die Liste der internationalen Produzenten, die bereits für HYBE-Gruppen gearbeitet haben – von Ryan Tedder über Diplo bis Kevin Parker – liest sich wie ein Who’s who der globalen Hitfabriken.
Dass diese Suche kein abstraktes Casting bleibt, zeigt der erste Besuch von ENHYPEN in Mexiko. Die siebenköpfige Gruppe, 2020 aus der Show „I-Land“ hervorgegangen, spielt im Juli gleich vier Konzerte in der Hauptstadt: drei in der Arena CDMX und ein Open-Air-Event auf dem Campo Marte, bei dem sie mit der von HYBE Latinoamérica geformten Band Santos Bravos die Bühne teilt. Die Nachfrage der „Engene“ genannten Fangemeinde war so groß, dass aus einem ursprünglich einzelnen Termin ein ganzes Konzertpaket wurde. Die Setlist, die sich aus Stücken wie „Bite Me“, „Future Perfect“ und „Drunk-Dazed“ speist, spiegelt eine Karriere, die in nur wenigen Jahren von Seoul in die Welt gewachsen ist.
Die Verbindungslinien reichen bis ins Herz des Amazonas. Am 25. Juli tritt der südkoreanische Produzent und DJ EL CAPITXN – bürgerlich Jang Yi-jeong – im Centro de Convenções in Manaus auf. Er hat Hits für BTS („Take Two“) und Agust D geschrieben und arbeitete mit Steve Aoki. In einem Video lud er seine Fans, die er „Queens de Manaus“ nennt, zu einem Abend ein, der seine eigene Musik und die Ästhetik seiner Produktionen verschmelzen soll. Die lokale Veranstalterin Ingrid Celeste sieht darin eine Stärkung der K-Pop-Szene im Norden Brasiliens: „Es ist eine Gelegenheit, die zeigt, dass Manaus das Potenzial hat, internationale Künstler dieses Kalibers zu empfangen.“
So entsteht ein vielstimmiges Bild: Ein britischer Ritter, der in Mexiko-Stadt ein letztes Mal sein Klavier öffnet; ein koreanischer Konzern, der in digitalen Bewerbungsportalen nach dem nächsten großen Klang sucht; eine Boygroup, die auf 2.200 Metern Höhe ihre Choreografien entfaltet; und ein Produzent, der im „Coração da Amazônia“ den Takt vorgibt. Die Musikindustrie schreibt ihre Partitur längst nicht mehr in einem einzigen Tonart.
| Lateinamerikanische Presse | +0.80 | aligned |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
Mexican and Amazonian audiences enthusiastically welcome Elton John's return and K-pop's arrival, showing that the periphery is now a center of global pop.
The emotional reaction of local audiences is emphasized, and practical details are provided to create a sense of direct participation.
The global strategy of HYBE to discover new producers, which links these events to a broader industrial plan, is not mentioned.
HYBE Corporation seeks new producers worldwide, positioning itself as the engine of global pop's future.
Corporate language and emphasis on the absence of geographic barriers present the initiative as a global meritocracy.
The specific concerts in Mexico and the Amazon, and the local audience excitement that shows the concrete impact of global pop, are not mentioned.
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