
WHO erklärt Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondius“ nach sechswöchiger Quarantäne für beendet
Nachdem der letzte Kontakt die Quarantäne negativ beendet hat und seit dem 25. Mai keine neuen Fälle gemeldet wurden, gilt der Ausbruch mit 13 Infizierten und drei Toten als abgeschlossen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ offiziell für beendet erklärt. Am Donnerstag schloss die letzte Kontaktperson die sechswöchige Quarantäne ab, wurde negativ getestet und kehrte nach Hause zurück. Seit dem 25. Mai sind keine neuen Infektionen mehr gemeldet worden. Damit bleibt die Gesamtzahl der Fälle bei 13, darunter drei Todesopfer – eine davon eine deutsche Staatsbürgerin.
Der Ausbruch war durch den in Südamerika endemischen Andes-Stamm des Hantavirus verursacht worden, der als einziger Vertreter dieser Virusgruppe eine begrenzte Übertragung von Mensch zu Mensch ermöglicht. Üblicherweise erfolgt die Ansteckung durch Inhalation von Staub, der mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere kontaminiert ist. Das unter niederländischer Flagge fahrende Expeditionsschiff war am 1. April von Ushuaia in Argentinien ausgelaufen und hatte abgelegene Inseln im Südatlantik angelaufen, bevor es nach dem Ausbruch Kurs auf Teneriffa nahm. Dort wurden die verbliebenen Passagiere unter strengen Sicherheitsvorkehrungen evakuiert und in ihre Heimatländer zurückgeführt.
Insgesamt identifizierten und überwachten Gesundheitsbehörden in 33 Ländern und Territorien mehr als 650 Kontaktpersonen. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus dankte ausdrücklich Spanien für die „unglaubliche Solidarität“ bei der sicheren Ausschiffung und Rückführung in Teneriffa sowie Argentinien, Kap Verde, Chile, den Niederlanden, Südafrika und dem Vereinigten Königreich. Das Risiko für die breite Bevölkerung war von der WHO bereits früh als gering eingestuft worden; eine pandemische Ausbreitung stand zu keinem Zeitpunkt zu befürchten.
Obwohl der konkrete Ausbruch nun beendet ist, bleibt das Virus in den Endemiegebieten Südamerikas eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. Die WHO setzt ihre Forschungsarbeit fort und koordiniert eine Studie mit 21 Ländern, um den Krankheitsverlauf besser zu verstehen. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung von Diagnostika, Therapeutika und Impfstoffen für künftige Ausbrüche unterstützen. Ein nächstes konkretes Etappenziel ist der Abschluss dieser Untersuchung, deren Ergebnisse in die internationale Vorbereitung auf Hantavirus-Ereignisse einfließen werden.
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