
Weißes Haus beruft Rüstungsgipfel ein – Autokonzerne sollen Raketenproduktion übernehmen
Nach erheblichen Materialverlusten im Iran-Krieg will Präsident Trump mit Vertretern von Pentagon und Rüstungsindustrie die Fertigung von Lenkflugkörpern beschleunigen und dabei ungenutzte Kapazitäten der Automobilbranche nutzen.
Das Weiße Haus hat für Mittwoch eine Sitzung mit führenden Rüstungskonzernen und der Pentagon-Spitze anberaumt, um eine deutliche Ausweitung der Munitions- und Raketenproduktion zu erörtern. Auslöser sind nach Darstellung aus Washingtoner Regierungskreisen die infolge des knapp viermonatigen Krieges gegen Iran stark beanspruchten Bestände. Präsident Donald Trump bestätigte das Treffen und erklärte, einige Automobilhersteller mit freien Fertigungskapazitäten stünden bereits in Verhandlungen, um insbesondere Flugabwehrraketen des Typs Patriot sowie Marschflugkörper vom Typ Tomahawk zu produzieren. Nach Angaben des Wall Street Journal und von CBS News werden unter anderem Vertreter von RTX, Lockheed Martin, Boeing, L3Harris, Northrop Grumman und Honeywell Aerospace erwartet.
Aus Sicht der Administration ist die Einbindung ziviler Industrien Teil einer breiter angelegten Strategie, die bereits vor dem Iran-Konflikt eingeleitet wurde. Trump hatte im März nach einem ersten Treffen mit Waffenherstellern eine Vervierfachung der Produktion angekündigt und kürzlich per Dekret den Defense Production Act aktiviert, um systemische Engpässe in der wehrtechnischen Industriebasis zu beheben. Das Pentagon hat nach eigenen Angaben mit Herstellern wie BAE Systems, Lockheed Martin und Honeywell Aerospace Vorvereinbarungen zur Steigerung des Ausstoßes getroffen. Für das Haushaltsjahr 2027 ist eine Erhöhung des Militäretats um 42 Prozent auf 1,5 Billionen Dollar vorgesehen; allein für Raketen und Geschosse sollen im kommenden Jahr 30,6 Milliarden Dollar bereitgestellt werden – ein Anstieg von zwölf Prozent. Die Zustimmung des Kongresses steht noch aus.
Aus der amerikanischen Automobilindustrie verlautete, General Motors sei an einer Kooperation stark interessiert und wolle mehrere Werke umrüsten. Gleichzeitig wiesen Branchenvertreter in der Vergangenheit darauf hin, dass eine Verlagerung der Produktion in die Vereinigten Staaten mit hohen Kosten und logistischen Hürden verbunden sei und nicht in kurzer Zeit realisiert werden könne. Die von Trump verhängte Zollpolitik schaffe zudem Unsicherheit bei Standortentscheidungen. Unabhängig davon berichtete Bloomberg, General Motors führe Gespräche mit RTX und anderen Rüstungsunternehmen über eine Zusammenarbeit, die an ein bestehendes Abkommen mit Lockheed Martin anknüpfen könnte.
Die Dringlichkeit des Vorhabens unterstreichen Zahlen, die in US-Medien kursieren: Demnach sollen innerhalb von sieben Wochen nahezu die Hälfte der Patriot-Raketen und rund 30 Prozent der Tomahawk-Bestände eingesetzt worden sein. Vor diesem Hintergrund prüft Washington nach Informationen des Wall Street Journal auch die Möglichkeit, amerikanische Raketen in Lizenz in Europa und der Ukraine fertigen zu lassen. Das für diese Woche angesetzte Treffen war ursprünglich für Mitte Juni geplant, wurde jedoch wegen der laufenden Verhandlungen mit Iran verschoben. Mit einer Entscheidung über die Finanzierung der Produktionsausweitung wird im Kongress in den kommenden Wochen gerechnet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Das Weiße Haus versammelt Waffenhersteller, um die Munitionsproduktion zu steigern, da die Bestände nach dem Iran-Krieg unter Druck stehen. Trotz einer Schlagzeile über 'Überschussreserven' ist die Realität, dass sich die Arsenale leeren. Das Treffen mit Rüstungsfirmen und Fahrzeugbauern soll verbrauchte Raketen schnell ersetzen.
Trump kündigt an, dass US-Autobauer Waffen produzieren werden, darunter Patriot- und Tomahawk-Raketen. Der Konflikt mit dem Iran hat die US-Arsenale erheblich geleert und birgt die Gefahr neuer Kriege. Das Weiße Haus versucht, Autofabriken in Raketenproduktionslinien umzuwandeln, um den Notstand zu bewältigen.
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