
Washington entsendet über 900 Soldaten nach Venezuela – Erdbebenhilfe wenige Monate nach versuchter Festnahme Maduros
Die US-Streitkräfte haben eine umfangreiche humanitäre Mission in Venezuela begonnen, die einen markanten Wendepunkt in den bilateralen Beziehungen darstellt.
Die Vereinigten Staaten haben nach den verheerenden Erdbeben der vergangenen Woche mehr als 900 Militärangehörige nach Venezuela entsandt und weitere rund 800 Kräfte auf Stützpunkten in Puerto Rico und Curaçao in Bereitschaft versetzt. Wie der Kommandeur des US-Südkommandos, General Francis Donovan, mitteilte, beteiligen sich die Einheiten an Such- und Rettungseinsätzen, haben bei der Wiederinbetriebnahme des Flughafens geholfen und logistische Kapazitäten mobilisiert, um die Ankunft internationaler Hilfsgüter zu ermöglichen. Zudem wurden mindestens vier oder fünf MQ-9-Reaper-Drohnen über venezolanischem Territorium eingesetzt, die gemeinsam mit einer Fusionszelle in Miami ein detailliertes Lagebild für die örtlichen Behörden erstellen.
Aus Washingtoner Sicht handelt es sich um eine zeitlich begrenzte humanitäre Operation. General Donovan betonte, das US-Militär bereite sich nicht auf einen langfristigen Einsatz am Boden vor, und verwies für die Gesamtdauer der Mission an das Außenministerium, das die übergeordnete Hilfsaktion leitet. Die eingesetzten Aufklärungsressourcen, so Donovan, würden nun genutzt, um Straßen freizuhalten und beschädigte Gebäude zu identifizieren – Fähigkeiten, die sonst der Überwachung von Bedrohungen in der westlichen Hemisphäre dienten. Ein Logistikelement des Marine Corps sei mit Lastwagen, Geländefahrzeugen und Ambulanzeinrichtungen eingetroffen, um den Transport von Hilfsgütern sicherzustellen.
In Caracas wurde unterdessen Kritik an der anfänglich zögerlichen Reaktion der Regierung laut. Wie aus der Region berichtet wird, blieben in den ersten Tagen nach den Beben der Stärke 7,2 und 7,5 schwere Räumgeräte und organisierte Rettungsteams aus, sodass Anwohner mit bloßen Händen und einfachen Werkzeugen nach Verschütteten suchten. Erst mit dem Eintreffen ausländischer Kräfte, darunter US-Marines und ein Team aus Fairfax, Virginia, verbesserte sich die Lage. Die Zahl der Todesopfer stieg nach offiziellen Angaben auf mindestens 1.943, Hunderte Gebäude wurden zerstört, Krankenhäuser und der Hauptflughafen beschädigt.
Der Einsatz markiert eine bemerkenswerte Kehrtwende in den Beziehungen zwischen Washington und Caracas. Erst am 3. Januar hatte das US-Militär eine Operation zur Ergreifung des damaligen Präsidenten Nicolás Maduro durchgeführt, um ihn in New York wegen Drogenhandels vor Gericht zu stellen. Dass nun gemeinsame Rettungs- und Aufklärungsarbeit stattfindet, wertete Donovan als möglichen Ausgangspunkt für eine künftige Vertiefung der militärischen Kontakte. Bereits im vergangenen Monat hatten beide Seiten bei einem Schlag gegen den Anführer der kriminellen Bande Tren de Aragua kooperiert. Über die Dauer der aktuellen Mission ist noch nicht entschieden; die Abstimmung zwischen dem US-Außenministerium und den venezolanischen Stellen dauert an.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Entsendung von über 900 US-Soldaten nach Venezuela markiert eine scharfe Wende von der jüngsten Razzia gegen Maduro hin zu einer groß angelegten humanitären Mission. Amerikanische Kräfte leiten Such- und Rettungsaktionen, öffnen den Flughafen wieder und setzen Drohnen zur Koordinierung der Hilfslieferungen ein. Diese Kehrtwende unterstreicht Washingtons Fähigkeit, in der Region sowohl harte als auch weiche Macht zu projizieren.
Mehr als 900 US-Soldaten befinden sich nun auf venezolanischem Boden, angeblich zur Erdbebenhilfe, doch der Einsatz folgt auf eine kürzliche amerikanische Razzia gegen Maduro. Die massive militärische Präsenz, einschließlich Drohnen und Stützpunkten in der Karibik, weckt Misstrauen gegenüber Washingtons wahren Absichten. Die USA nutzen die Katastrophe, um ihre Präsenz in einem Land zu verfestigen, das sie seit langem destabilisieren wollen.
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