
Südeuropa: Zehntausende fliehen vor Waldbränden, mehrere Tote unter Einsatzkräften
In Frankreich wurden über 20.000 Menschen vor einem Brand nahe Bordeaux evakuiert; in Spanien und Italien kämpfen Einsatzkräfte gegen weitere Großfeuer, bei denen mindestens drei Feuerwehrleute ums Leben kamen.
Am Donnerstag haben die Behörden im südwestfranzösischen Département Gironde die Evakuierung von mehr als 20.000 Menschen angeordnet. Betroffen sind Urlauber auf Campingplätzen sowie Anwohner der Gemeinden Le Porge und Lège-Cap-Ferret, nachdem ein Waldbrand am Mittwoch nahe Saumos ausgebrochen war und sich rasch in Richtung des Bassin d’Arcachon ausbreitete. Nach Angaben der Präfektur hat das Feuer bislang eine Fläche von rund 3.400 Hektar erfasst; etwa 700 Feuerwehrleute sind im Einsatz, unterstützt von Löschflugzeugen. Die Lage wird als „ungünstig“ beschrieben, da starker Wind und Temperaturen über 30 Grad Celsius die Löscharbeiten erschweren.
Bereits am Dienstag waren bei einem separaten Brand nahe dem Flughafen Bordeaux zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. In Italien starb ein Feuerwehrmann bei einem Einsatz auf Sizilien, wo nach Behördenangaben mehr als 350 Brände gemeldet wurden. Die italienische Zivilschutzbehörde sprach von einer „ernsten“ Lage; in der Region Kalabrien wurden über 160 weitere Feuer registriert. Auf Sizilien mussten rund 100 Bewohner sowie Patienten einer Klinik evakuiert werden. Lokale Behördenvertreter brachten in einigen Fällen Brandstiftung ins Spiel, ohne dass dies offiziell bestätigt wurde.
In Spanien konzentriert sich das Einsatzgeschehen auf die Provinz Guadalajara nordöstlich von Madrid, wo ein Großbrand seit dem vergangenen Donnerstag etwa 32.000 Hektar zerstört hat. Nach Angaben der Regionalregierung wurden 34 Ortschaften evakuiert; rund 1.200 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach bei einem Besuch im Brandgebiet von einer der schwersten Feuerkatastrophen der jüngeren Geschichte und rief zu einem parteiübergreifenden Klimapakt auf. Auch westlich von Madrid, in Aldea del Fresno, wurden 3.500 Einwohner vorsorglich in Sicherheit gebracht. Die spanische Wetteragentur AEMET warnte vor „außergewöhnlicher Gefahr“ durch Temperaturen von bis zu 44 Grad; der Bahnverkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Barcelona war zeitweise unterbrochen.
Die Brände treffen auf eine seit Wochen anhaltende Hitzewelle, die in Frankreich nach Angaben der Gesundheitsbehörde zu 5.764 zusätzlichen Todesfällen im Juni geführt hat. Das europäische Waldbrandinformationssystem EFFIS stuft das laufende Jahr als das zweitschlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen vor 20 Jahren ein. In Frankreich sind seit Januar bereits 44.000 Hektar verbrannt – mehr als im gesamten Jahr 2022. Die Ursachen der einzelnen Brände sind noch nicht abschließend geklärt; im Fall des Feuers in der Gironde gehen die Ermittler einem möglichen Auslöser durch eine Buschrodungsmaschine nach. Die Behörden in allen betroffenen Ländern betonen, dass die Gefahr weiterhin hoch bleibt und die Einsatzkräfte mit unberechenbaren Windverhältnissen zu kämpfen haben.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.40 | critical |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | 0.00 | neutral |
Die Situation ist eine Naturkatastrophe beispiellosen Ausmaßes, die dringende internationale Aufmerksamkeit und koordinierte Reaktion erfordert.
Durch die Betonung von Rekordzahlen bei Evakuierungen und Temperaturen erzeugt die Erzählung ein Gefühl überwältigender Krise, das es rechtfertigt, sich auf die unmittelbare Reaktion statt auf die zugrunde liegenden Ursachen zu konzentrieren.
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