
Waffenruhe zwischen USA und Iran kollabiert: Neue Angriffe und Vergeltungsschläge erschüttern die Golfregion
Nach erneuten US-Luftschlägen auf militärische Ziele im Iran antwortete Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf amerikanische Einrichtungen in Kuwait, Katar, Bahrain und Jordanien.
Die seit drei Wochen geltende Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran ist am Donnerstag faktisch zusammengebrochen. Nach Darstellung des US-Zentralkommandos (CENTCOM) griffen amerikanische Streitkräfte in der Nacht rund 90 militärische Ziele im Iran an, darunter Raketenstellungen und Luftabwehrsysteme, um Teherans Fähigkeit zur Bedrohung der Schifffahrt in der Straße von Hormus weiter zu verringern. Iranische Staatsmedien meldeten daraufhin den Abschuss von ballistischen Raketen und Drohnen auf US-amerikanische Militärinfrastruktur in mehreren Golfstaaten. Die Streitkräfte Kuwaits fingen nach eigenen Angaben drei ballistische Raketen, einen Marschflugkörper und zehn Drohnen ab; in Bahrain heulten mehrfach Luftschutzsirenen, und Jordanien erklärte, alle in seinen Luftraum eingedrungenen Flugkörper zerstört zu haben. Das iranische Militär reklamierte Treffer auf ein Treibstofflager der US-Marine in Bahrain, eine Frühwarnanlage in Katar und Patriot-Systeme in Kuwait.
Aus Washingtoner Sicht waren die Angriffe eine Vergeltung für iranische Attacken auf drei Handelsschiffe im Hormus-Gebiet, die Präsident Donald Trump als Ende der interimistischen Waffenruhe wertete. Das Pentagon erklärte, die Operationen dienten der Sicherung der Freiheit der Schifffahrt in der strategischen Wasserstraße, durch die rund ein Fünftel des globalen Ölhandels läuft. Teheran wies die Verantwortung für die Schiffsangriffe nicht explizit zurück, warf den USA jedoch vor, die von Iran kontrollierte schrittweise Wiedereröffnung der Passage zu stören. Die Revolutionsgarden bezifferten den Anteil der unter iranischer Aufsicht passierenden Schiffe auf etwa die Hälfte des Vorkriegsniveaus und drohten mit einer „vernichtenden Antwort“ auf jede weitere amerikanische Intervention. Iranische Behörden bezifferten die Opfer der zweitägigen US-Luftschläge auf mindestens 14 Tote und 78 Verletzte, überwiegend Angehörige der Streitkräfte, und meldeten zudem einen Einschlag im Umkreis des Kernkraftwerks Buschehr.
Die militärische Eskalation fiel mit dem Abschluss der Trauerfeierlichkeiten für den bei einem US-Angriff im Februar getöteten obersten Führer Ali Khamenei zusammen. Zehntausende säumten die Straßen Maschhads, als der Leichnam zum Schrein von Imam Reza überführt wurde. Der designierte Nachfolger Mojtaba Khamenei trat weiterhin nicht öffentlich in Erscheinung, was in regionalen Analystenkreisen Spekulationen über den Zeitpunkt der formellen Machtübernahme nährte. An den Rohstoffmärkten gaben die Ölpreise nach anfänglichem Anstieg wieder nach, da Händler die jüngsten Feindseligkeiten vorerst als taktische Zuspitzung und nicht als endgültigen Kollaps der Gespräche bewerteten.
Trotz der Kampfhandlungen blieben diplomatische Kanäle aktiv. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi telefonierte mit seinen Amtskollegen aus Saudi-Arabien, der Türkei und Oman sowie mit Pakistans Armeechef. Aus Ankara und Maskat verlautete, beide Seiten hätten die Notwendigkeit betont, eine weitere militärische Eskalation zu vermeiden. Katar, das die größte US-Basis in der Region beherbergt und mehrfach zwischen Washington und Teheran vermittelt hat, verurteilte die Angriffe auf die Handelsschifffahrt, rief aber zugleich zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Präsident Trump erklärte die Waffenruhe zwar für „beendet“, ließ jedoch die Möglichkeit weiterer Gespräche offen. Formelle Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden sind damit vorerst ausgesetzt, während regionale Vermittler weiter auf eine Wiederbelebung des Prozesses drängen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.10 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.50 | critical |
| Arabische Golfpresse | −0.20 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
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