
Acht Männer nach vereiteltem Anschlagsplan auf Trump bei UFC-Event am Weißen Haus angeklagt
Ein Bundesgeschworenengericht in Ohio hat Anklage wegen Terrorunterstützung und Mordverschwörung erhoben; die Gruppe soll Drohnen und Scharfschützen einsetzen wollen.
Ein Bundesgeschworenengericht im US-Bundesstaat Ohio hat am Donnerstag Anklage gegen acht Männer im Alter von 19 bis 32 Jahren erhoben. Nach Darstellung des US-Justizministeriums werden ihnen zwei voneinander unabhängige Verschwörungen zur Last gelegt: die Bereitstellung materieller Unterstützung für Terroristen sowie die Verabredung zum Mord auf Bundesgebiet und zur Tötung eines Bundesbeamten. Die Anklageschrift führt die zuvor in verschiedenen Bundesstaaten eingeleiteten Einzelverfahren in einem gemeinsamen Strafverfolgungsvorgang zusammen. Als Ziel des geplanten Angriffs galt die Kampfsportveranstaltung „UFC Freedom 250“, die am 14. Juni auf dem Südrasen des Weißen Hauses stattfand und an der Präsident Donald Trump, Vizepräsident JD Vance sowie weitere hochrangige Regierungsvertreter und Gäste teilnahmen.
Laut den Ermittlungsakten des FBI begannen die Vorbereitungen im Mai. Die Beschuldigten sollen Geld, Schusswaffen, Munition, Schutzwesten, Sprengstoff, Drohnen, medizinische Ausrüstung und Kommunikationsmittel beschafft haben. Die Kommunikation erfolgte nach Behördenangaben über verschlüsselte Chatgruppen auf Plattformen wie Signal, Discord und TikTok. In der Anklageschrift wird ein abgestuftes Beteiligungssystem beschrieben, bei dem sogenannte „Tier-1“-Teilnehmer bereit waren, sich in Gefahr zu begeben und unterzutauchen. Zwei der Beschuldigten sollen in Kalifornien ein Schieß- und Gefechtstraining absolviert haben. Der Plan sah vor, die Nordseite des Weißen Hauses mit sprengstoffbeladenen Drohnen anzugreifen, um die Anwesenden zu einem vorher festgelegten Ausgang zu lenken, wo Scharfschützen auf fliehende Personen schießen sollten. Zu den erklärten Zielen zählten neben Trump und Vance auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der Milliardär Elon Musk sowie weitere als „hochrangig“ eingestufte Persönlichkeiten.
Die Ermittlungen kamen nach Angaben des FBI durch einen Hinweis der Mutter des 19-jährigen Beschuldigten Tycen C. Proper in Gang, die sich besorgt über dessen Waffenkäufe und Online-Gespräche an die Polizei wandte. Am 10. Juni – vier Tage vor der Veranstaltung – erhielten die Strafverfolgungsbehörden erste Kenntnis von der möglichen Bedrohung. Sieben Verdächtige wurden noch am Veranstaltungswochenende sowie in der Folgewoche in Ohio, Missouri, Nebraska, Kalifornien und Washington festgenommen. Der achte Beschuldigte, Chandler D. Scaggs aus West Virginia, dem die Rolle eines Scharfschützen zugewiesen worden sein soll, wurde erst in dieser Woche verhaftet. Sein Anwalt erklärte, man befinde sich in einem frühen Stadium der Akteneinsicht und werde sich erst nach gründlicher Prüfung äußern. Der Verteidiger von Tycen Proper kündigte an, sein Mandant werde auf nicht schuldig plädieren, und rief die Öffentlichkeit dazu auf, das junge Alter des Beschuldigten zu bedenken.
Aus Sicht der Bundesanwaltschaft vertrat die Gruppe randständige regierungsfeindliche Verschwörungstheorien und verfolgte das Ziel, durch den Anschlag die US-Bundesinstitutionen zu destabilisieren. Die Veranstaltung, die ohne Zwischenfall durchgeführt wurde, war zugleich Teil der Feierlichkeiten zu Trumps 80. Geburtstag und zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten. Netanjahu nahm an dem Event nicht teil. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltende Bedrohung durch lose vernetzte, ideologisch motivierte Gruppen im Inland. Das Verfahren befindet sich nun in der Phase nach der Anklageerhebung; mit ersten förmlichen Stellungnahmen der Beschuldigten vor Gericht wird in Kürze gerechnet. Im Falle einer Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu fünfzehn Jahre Haft für die Unterstützung von Terroristen und lebenslange Freiheitsstrafen für die Mordverschwörung.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
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Die amerikanische nationale Sicherheit entlarvt eine Verschwörung isolierter Fanatiker.
Indem die Motive als randständige Verschwörungstheorien dargestellt werden, wird die politische Legitimität der Gruppe verringert und die Erzählung einer beherrschbaren Bedrohung gestärkt.
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