
Zehn Jahre nach dem Schiedsspruch: Vierzehn Staaten erklären Chinas Ansprüche im Südchinesischen Meer für rechtswidrig
Peking weist die gemeinsame Erklärung scharf zurück und zitiert Japans Gesandten ein; Taiwan bekräftigt eigene Prinzipien zur Achtung des Völkerrechts.
Zum zehnten Jahrestag des Schiedsspruchs des Ständigen Schiedshofs vom 12. Juli 2016 haben die Vereinigten Staaten, Japan, die Philippinen, Deutschland und zehn weitere Staaten in einer gemeinsamen Erklärung bekräftigt, dass die weitreichenden maritimen Ansprüche Chinas im Südchinesischen Meer keine völkerrechtliche Grundlage besitzen. Die Europäische Union schloss sich dieser Position in einer separaten Stellungnahme an. Peking reagierte umgehend mit der Einbestellung des japanischen Geschäftsträgers und bezeichnete das Urteil als „illegales, nichtiges und wertloses Stück Papier“. Das chinesische Außenministerium warf den Unterzeichnerstaaten vor, „Unruhe zu stiften“ und den Frieden in der Region zu gefährden.
Aus Sicht Washingtons und der verbündeten Hauptstädte ist der Schiedsspruch ein „bedeutender Meilenstein“, der endgültig und rechtlich bindend die fehlende Grundlage der chinesischen Neun-Striche-Linie feststelle. Der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi erklärte, die Weigerung Pekings, das Urteil anzuerkennen, untergrabe das Prinzip der friedlichen Streitbeilegung und die regelbasierte internationale Ordnung. Manila betrachtet die Entscheidung als rechtliches Fundament für seine eigenen Ansprüche in der Westphilippinischen See und wirft China gefährliche Manöver in seiner ausschließlichen Wirtschaftszone vor. Taiwan, das nicht zu den Unterzeichnern gehört, bekräftigte über sein Außenministerium die „Vier Prinzipien“ zur Achtung des Völkerrechts und der Freiheit der Schifffahrt und rief alle Parteien zur friedlichen Lösung auf.
Die diplomatische Konfrontation fällt in eine Phase wachsender Spannungen. Nach Darstellung Pekings haben die USA und ihre Partner ihre militärischen Aktivitäten in der Region verstärkt und betrieben damit eine „Militarisierung und Nötigung“, die die eigentliche Herausforderung für die Stabilität darstelle. Chinesische Wissenschaftler erhoben zudem auf einem Symposium in Guangzhou Anspruch auf die philippinische Inselgruppe Batanes, was in Manila als Versuch gewertet wird, ein akademisches Narrativ zur Untermauerung territorialer Forderungen zu testen. Parallel dazu wies Peking Vorwürfe Washingtons und Panamas zurück, es nutze Hafenstaatkontrollen von Schiffen unter panamaischer Flagge als geopolitisches Druckmittel; die Inspektionen dienten allein der Sicherheit der Schifffahrt.
Die gemeinsame Erklärung der vierzehn Staaten mahnt eine friedliche Beilegung der Streitigkeiten an und warnt vor dem Einsatz von Küstenwache oder Militär zur Einschüchterung. Konkrete neue Verhandlungsformate wurden nicht angekündigt. Die Philippinen haben nach eigener Darstellung ihre Abschreckungsfähigkeiten in den vergangenen zehn Jahren so ausgebaut, dass Peking „zumindest zögern“ müsse. Der Dossierstand bleibt von einer grundlegenden Pattsituation geprägt: China lehnt den Schiedsspruch weiterhin ab und pocht auf historische Rechte, während ein breites Bündnis westlicher und asiatischer Staaten auf der Rechtsverbindlichkeit des Urteils beharrt. Mit weiteren diplomatischen und operativen Reibungen ist zu rechnen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.80 | aligned |
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| Kontinentaleuropäische Presse | +0.60 | aligned |
| Japanisch-koreanische Presse | +0.70 | aligned |
The rules-based order defends itself against unilateral violations. The arbitration is final and binding, and destabilizing actions must cease.
The narrative universalizes the arbitration ruling as an unquestionable legal fact, framing non-compliance as a threat to regional stability, thereby delegitimizing any Chinese counter-narrative.
Omits the call for peaceful dialogue present in other blocs, which would soften the confrontational tone.
International law is clear: the ruling is final and binding, and all parties must respect it.
The emphasis on 'final, legally binding, and definitive' presents the ruling as an indisputable judicial fact, depoliticising the issue and making China's non-compliance appear as a legal violation.
Omits the explicit characterization of China's claims as 'illegal' and the term 'destabilising actions', present in the Atlantic bloc, which would strengthen the legal condemnation.
Japan and its partners defend the international maritime order, reminding China that the arbitration ruling is a matter of law, not negotiation.
The use of the 10-year anniversary frames the ruling as a historical milestone that cannot be ignored, thereby moralising the call for compliance.
Omits the reference to 'destabilising actions' and the regional security dimension present in the Atlantic bloc, focusing solely on the legal aspect.
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