
Antonelli dreht in Spa auf: Mercedes-Pilot nach verhaltenem Start Schnellster
Nach einem schwierigen ersten Training setzt sich Kimi Antonelli im zweiten Freien Training an die Spitze, während ein Unfall von Pierre Gasly die Session überschattet.
Der Freitag auf dem Circuit de Spa-Francorchamps stand im Zeichen einer bemerkenswerten Leistungsverschiebung. Hatte am Vormittag noch Max Verstappen im Red Bull die erste Übungseinheit dominiert, konterte am Nachmittag Kimi Antonelli mit einer Runde von 1:45,944 Minuten und verwies Lando Norris (McLaren) sowie Verstappen auf die Plätze. Der Italiener, der im ersten Training noch über ein instabiles Fahrverhalten geklagt hatte, profitierte von umfassenden Umbauten an seinem Mercedes. „Wir haben große Veränderungen vorgenommen, und das Auto fühlte sich sofort viel besser an“, erklärte der WM-Führende, der mit 25 Punkten Vorsprung auf Teamkollege George Russell in das zehnte Saisonrennen geht.
Verstappens Auftaktbestzeit von 1:47,070 Minuten war aus zwei Gründen beachtlich. Zum einen hatte Red Bull nach den spektakulären Unfällen in Österreich und Großbritannien den umstrittenen „Macarena“-Heckflügel verbannt und setzte wieder auf die konventionelle Ausführung. Zum anderen gelang die Runde auf den mittelharten Reifen, während die Konkurrenz bereits weiche Mischungen einsetzte. Die Ferrari-Piloten Lewis Hamilton und Charles Leclerc sortierten sich in der ersten Session unmittelbar hinter dem Niederländer ein, büßten aber im zweiten Training an Boden ein – Leclerc fand sich gar auf Rang elf wieder, Hamilton als Vierter immerhin in Schlagdistanz.
Die zweite Session wurde von einem schweren Unfall Pierre Gaslys überschattet. Der Alpine-Pilot verlor in der schnellen Passage vor Stavelot die Kontrolle über das Heck, schlug in die Streckenbegrenzung ein und riss sich dabei den Heckflügel ab. Die Rennleitung unterbrach das Training für dreizehn Minuten; Gasly blieb unverletzt. „Ich habe plötzlich völlig die Kontrolle verloren, wahrscheinlich hat die Hinterachse blockiert“, funkte der Franzose. Sein Teamkollege Franco Colapinto hingegen steigerte sich vom 15. Platz im ersten Training auf den siebten Rang und untermauerte die aufsteigende Form des Rennstalls.
Für das Rennen am Sonntag zeichnen sich bereits taktische Verschiebungen ab. Norris, der amtierende Weltmeister, muss nach einem Batteriewechsel eine Rückversetzung um zehn Startplätze hinnehmen und rechnet mit einer Aufholjagd. „Wir sind wohl immer noch das viertschnellste Auto“, dämpfte der Brite die Erwartungen. Auch Isack Hadjar (Red Bull) wird nach einem Wechsel der Antriebseinheit aus dem hinteren Feld starten. Die Aston-Martin-Mannschaft blieb erneut chancenlos und belegte geschlossen die letzten Ränge; Fernando Alonso hatte das erste Training an der Boxenmauer verfolgt, um rechtzeitig zum Finale der Fußball-Weltmeisterschaft nach Hause zurückzukehren.
Am Samstag entscheidet sich in der Qualifikation, ob Mercedes seinen Vorteil aus dem zweiten Training konservieren kann oder ob Red Bull und Ferrari aufholen. Die Wetterprognosen für die Ardennen lassen wie üblich rasche Wechsel erwarten – ein Faktor, der die Kräfteverhältnisse noch einmal verschieben könnte.
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