
Verfassungsschutzbericht 2025: Rechtsextremismus größte Bedrohung – Jugendliche im Fokus
Der Verfassungsschutz verzeichnet einen starken Anstieg rechtsextremer Personen und warnt vor gezielter Radikalisierung Minderjähriger über soziale Medien.
Der am Dienstag in Berlin vorgestellte Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2025 weist einen deutlichen Anstieg des rechtsextremistischen Personenpotenzials auf 59.850 Personen aus – ein Zuwachs von mehr als 8.000 gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl rechtsextremistischer Gewalttaten stieg um knapp neun Prozent auf 1.395. Das Bundesinnenministerium stuft den Rechtsextremismus in dem Bericht als „größte Bedrohung“ für die freiheitliche demokratische Grundordnung ein. Die AfD wird weiterhin als rechtsextremistischer Verdachtsfall geführt; die Zahl ihrer Mitglieder mit extremistischem Potenzial beziffert der Bericht auf rund 28.000, nach 20.000 im Jahr zuvor. Die Partei weist die Einstufung zurück und hat auf dem Rechtsweg ein Verbot der Bezeichnung als „gesichert rechtsextrem“ erwirkt.
Die Verfassungsschützer zeigen sich besonders beunruhigt über eine „Verjüngung, Vernetzung und Aktionsorientierung“ der rechtsextremen Szene. Laut dem Bericht nutzen extremistische Akteure gezielt soziale Medien wie Instagram und TikTok sowie Messenger-Dienste, um Kinder und Jugendliche mit niedrigschwelligen Angeboten anzusprechen. Die Szene arbeite „systematisch“ an der Radikalisierung der nächsten Generation. Parallel verzeichnet der Bericht einen Anstieg linksextremistischer Straftaten um 39 Prozent auf 8.133 Delikte, die Gewalttaten nahmen um 61 Prozent zu. Auch hier beobachten die Sicherheitsbehörden eine wachsende Gewaltbereitschaft junger Aktivisten, etwa bei der Gründung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“.
Als äußere Bedrohung benennt der Bericht vor allem Russland, das Deutschland als zentralen Gegner in Europa betrachte und das gesamte Spektrum hybrider Instrumente – von Spionage über Sabotage bis zu Desinformationskampagnen – einsetze. Auch China und Iran werden als Akteure genannt. In Russland selbst meldete der Ermittlungsausschuss für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der Jugendkriminalität um neun Prozent; die Zahl extremistischer und terroristischer Straftaten Minderjähriger habe sich verdoppelt. Behördenchef Alexander Bastrykin verwies auf Versäumnisse der Präventionssysteme und ordnete eine Überprüfung der Wirksamkeit staatlicher Jugendprogramme an.
In einem zeitgleich veröffentlichten Appell warnen 350 deutsche Verlage vor einer Aushöhlung der Demokratie durch die Monopolmacht digitaler Plattformen und die Flut von Desinformation. Studien der Landesmedienanstalten zufolge befürchten 87 Prozent der Menschen in Deutschland eine gesellschaftliche Spaltung durch Falschinformationen, 83 Prozent eine Radikalisierung politischer Debatten. Die Verlage fordern ein Sofortprogramm zum Schutz der freien Presse, deren ökonomische Basis durch die Aufmerksamkeitsökonomie der Tech-Konzerne massiv destabilisiert werde.
Die AfD hält an diesem Wochenende in Erfurt ihren Bundesparteitag ab, um ihre Kampagne für die Landtagswahlen im September abzustimmen, bei denen sie in Sachsen-Anhalt erstmals Regierungsverantwortung übernehmen könnte. Das Bundesinnenministerium drängt unterdessen auf eine rasche Stärkung der Befugnisse der Nachrichtendienste und eine Lockerung der Beschränkungen für verdeckte Operationen. Die Debatte über Maßnahmen gegen die Radikalisierung Jugendlicher – durch Bildung ebenso wie durch Regulierung digitaler Plattformen – dürfte sich in den kommenden Monaten intensivieren.
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Russische Behörden melden einen Anstieg der Jugendkriminalität um 9 % im Jahr 2026 mit über 11.000 untersuchten Fällen. Der Fokus liegt ausschließlich auf inneren Herausforderungen, während westliche Einmischungsvorwürfe ignoriert werden. Die Darstellung legt nahe, dass Moskau eigene Sicherheitsprioritäten zu bewältigen hat.
Der deutsche Verfassungsschutz warnt vor einer wachsenden Radikalisierung junger Menschen, befeuert durch digitale Plattformen und den Einfluss ausländischer Mächte wie Russland. Insbesondere der Rechtsextremismus verzeichnet einen starken Zulauf, tausende neue Anhänger werden online rekrutiert. Die demokratischen Institutionen stehen unter Druck, sofortige Gegenmaßnahmen sind erforderlich.
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