
USA und Iran setzen militärische Eskalation fort – Angriffe auf Stützpunkte in Golfstaaten
Nach dem Kollaps der Waffenruhe bombardierten die USA erneut Ziele im Iran, während Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf amerikanische Einrichtungen in Kuwait, Bahrain und Jordanien antwortete.
Die Vereinigten Staaten haben in der Nacht zum Donnerstag eine weitere Welle von Luftangriffen gegen militärische Ziele im Iran durchgeführt. Nach Angaben des US Central Command (CENTCOM) galten die Schläge rund 90 Objekten, darunter Raketenstellungen und Flugplatzinfrastruktur, mit dem erklärten Ziel, die Fähigkeit Teherans zur Bedrohung der Schifffahrt in der Straße von Hormus weiter zu verringern. Iranische Stellen bezifferten die Opfer der zweitägigen Bombardements auf mindestens 14 Tote und 78 Verletzte, überwiegend Angehörige der Streitkräfte. Die Angriffe markieren den dritten Tag in Folge militärischer Aktionen, nachdem Präsident Donald Trump die im Juni vereinbarte vorläufige Waffenruhe für beendet erklärt hatte.
Aus Teheraner Sicht handelt es sich um eine Reaktion auf eine anhaltende amerikanische Aggression. Die iranischen Revolutionsgarden reklamierten noch in der Nacht Vergeltungsschläge für sich und erklärten, wichtige Infrastruktur amerikanischer Stützpunkte in Kuwait – namentlich Arifjan und Ali Al Salem – sowie eine Basis in Jordanien angegriffen zu haben. Kuwait meldete die Abwehr von drei ballistischen Raketen, einem Marschflugkörper und zehn Drohnen; eine Person wurde durch herabfallende Trümmer verletzt. Jordanien fing nach eigenen Angaben acht Raketen ab, Bahrain aktivierte mehrfach die Luftabwehr, und Katar rief zeitweise eine hohe Sicherheitswarnstufe aus. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums verurteilte die US-Angriffe als Verstoß gegen die UN-Charta und das Völkerrecht.
Die militärische Konfrontation hat die Spannungen in der gesamten Golfregion verschärft. Die Mitglieder des Golfkooperationsrates – Saudi-Arabien, Oman, Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar – appellierten an den UN-Sicherheitsrat, eine „feste Haltung“ gegenüber den iranischen Attacken einzunehmen und die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten. Der strategische Wasserweg, über den rund ein Fünftel des global gehandelten Öls und Erdgases transportiert wird, ist seit Beginn des Konflikts Ende Februar weitgehend blockiert. Nach vorläufigen Daten von Lloyd’s List Intelligence passierten im Juni zwar wieder 576 Schiffe die Meerenge, verglichen mit 233 im Mai, doch liegt das Aufkommen weit unter dem Vorkriegsniveau von über 3.100 Schiffen im Juni 2024. Die erneuten Feindseligkeiten ließen die Rohölpreise steigen und nährten an den internationalen Märkten die Sorge vor einer längerfristigen Unterbrechung der Energielieferungen.
Diplomatische Kanäle blieben trotz der Eskalation nicht vollständig geschlossen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi telefonierte mit seinen Amtskollegen aus Saudi-Arabien, der Türkei und Oman sowie mit Pakistans Armeechef. Präsident Trump schloss Verhandlungen nicht grundsätzlich aus, äußerte jedoch Skepsis. In Iran wurde unterdessen der Leichnam des bei den ersten Angriffen getöteten obersten Führers Ali Khamenei in Maschhad beigesetzt; Zehntausende Trauernde skandierten anti-amerikanische Parolen. Die Lage bleibt unberechenbar: Während Washington mit weiteren Schlägen droht, sollte Teheran erneut Schiffe attackieren, kündigte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf an, die Straße von Hormus werde nur unter iranischen Bedingungen wieder geöffnet.
| Lateinamerikanische Presse | −0.50 | critical |
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| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
| Südostasiatische Presse | −0.20 | neutral |
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