
UniCredit erreicht Kontrollschwelle bei Commerzbank – Berlin bleibt ablehnend
Mit 47,6 Prozent der Anteile hat die italienische Großbank faktischen Einfluss auf die deutsche Commerzbank erlangt; der politische Widerstand der Bundesregierung hält jedoch an.
UniCredit hat nach Abschluss des öffentlichen Umtauschangebots einen Anteil von 47,6 Prozent an der Commerzbank erreicht. Zusammen mit derivativen Instrumenten, die eine spätere Lieferung von Aktien vorsehen, könnte der Stimmrechtsanteil auf über 60 Prozent steigen. Damit verfügt das Mailänder Institut über eine faktische Hauptversammlungsmehrheit, da bei deutschen Aktiengesellschaften selten das gesamte Kapital präsent ist. Die Beteiligungsschwelle verändert die Machtverhältnisse in der zweitgrößten deutschen Privatbank grundlegend.
Dem Angebot, das am 3. Juli endete, wurden 17,6 Prozent des Grundkapitals angedient. Die Commerzbank-Führung in Frankfurt betont, dass davon weniger als zwei Prozentpunkte von institutionellen Investoren und Privatanlegern stammten; der Großteil sei von mit UniCredit verbundenen Banken gekommen. Die Mailänder Bank wertet das Ergebnis hingegen als Erfolg, der über den ursprünglichen Erwartungen liege. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat unterdessen eine vom Gesamtbetriebsrat der Commerzbank angestrengte Prüfung wegen des Verdachts der Marktmanipulation eingestellt, da keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte vorlagen.
Aus Berliner Sicht bleibt der Übernahmeversuch inakzeptabel. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums bezeichnete das Vorgehen UniCredits als aggressiv und feindselig. Die Bundesregierung hält weiterhin zwölf Prozent der Anteile und hat sich nicht an dem Angebot beteiligt. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein rief beide Seiten zu einem konstruktiven Dialog auf. In Frankfurt zeigen sich Vertreter der Europäischen Zentralbank nach Berichten wenig verständnisvoll für den nationalen Widerstand, da dieser mit dem Ziel eines vertieften europäischen Bankenmarkts unvereinbar sei.
Die nächste Etappe ist die aufsichtsrechtliche Prüfung durch die EZB, die voraussichtlich bis September über die Kontrollerlangung entscheiden wird. Erst danach kann UniCredit ihre Stimmrechte ausüben und Einfluss auf die Besetzung des Aufsichtsrats nehmen. Eine vollständige rechtliche Fusion dürfte nach Einschätzung von UniCredit-Chef Andrea Orcel 18 bis 24 Monate in Anspruch nehmen. Die Commerzbank-Hauptversammlung im Mai kommenden Jahres wird zum ersten formalen Schauplatz der neuen Kräfteverhältnisse.
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UniCredit rückt vor, aber Deutschland bremst mit politischen Unwägbarkeiten.
Die Erzählung wechselt zwischen italienischem Triumphalismus und deutscher Abwehrhaltung und erzeugt eine ausgewogene Spannung, die den tatsächlichen Stillstand widerspiegelt.
Der deutsche politische Widerstand wird in italienischen Darstellungen heruntergespielt, während deutsche Berichte die Marktlogik hinter UniCredits Schritt auslassen.
UniCredit nähert sich seinem Preis; der Kampf ist fast vorbei.
Die Erzählung reduziert einen komplexen politisch-ökonomischen Kampf auf ein finanzielles Endspiel und verwendet Begriffe wie 'Preis' und 'unvermeidlich', um den Ausgang zu naturalisieren.
Der starke politische Widerstand in Deutschland und die souveränen Bedenken der deutschen Regierung werden erwähnt, aber nicht vertieft, sodass sie marginal erscheinen.
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