
Englands WM-Auftakt ohne Livramento: Tuchel beruft überraschend Chalobah
Kurz vor dem ersten Gruppenspiel gegen Kroatien muss Englands Trainer Thomas Tuchel den verletzten Tino Livramento durch den Chelsea-Verteidiger Trevoh Chalobah ersetzen – eine Entscheidung, die in der britischen Öffentlichkeit Kontroversen auslöst.
Nur 24 Stunden vor dem Eröffnungsspiel Englands bei der Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika hat sich die personelle Lage im Lager der Three Lions dramatisch zugespitzt. Der 23-jährige Außenverteidiger von Newcastle United, Tino Livramento, zog sich am Sonntag im Mannschaftsquartier in Kansas City eine Wadenverletzung zu. Nach eingehenden Untersuchungen am Montag bestätigte der englische Verband, dass der Defensivspieler für das gesamte Turnier ausfällt. Thomas Tuchel reagierte umgehend und nominierte Trevoh Chalobah vom FC Chelsea nach – eine Maßnahme, die das FIFA-Reglement erlaubt, wonach bis 24 Stunden vor dem ersten Gruppenspiel ein verletzungsbedingter Austausch im 26-köpfigen Kader möglich ist. Chalobah, der erst eine einzige A-Länderspielminute vorweisen kann, wird allerdings nicht rechtzeitig zur Partie gegen Kroatien am Mittwoch in Dallas eintreffen, sondern erst im weiteren Turnierverlauf zur Verfügung stehen.
Die Nachricht von Livramentos Ausfall beherrschte am Dienstag die Schlagzeilen der internationalen Sportpresse. Während britische Leitmedien wie der Telegraph und The Athletic die verpasste Chance für den vielseitigen Außenverteidiger betonten, der sich nach einer von Verletzungen geprägten Saison mühsam zurückgekämpft hatte, sprachen argentinische und spanischsprachige Blätter von einem „golpe“ und einer „baja sensible“ für den vermeintlichen Mitfavoriten. In Indonesien und Indien wurde die Eile hervorgehoben, mit der Tuchel auf die Zwangslage reagieren musste. Aus Washingtoner Sicht wiederum rückt der Vorfall die logistischen Herausforderungen eines über drei Länder verteilten Turniers in den Blick: Die englische Delegation hatte ihr Basislager im Herzen der USA aufgeschlagen, doch die medizinische Infrastruktur konnte die schwere Muskelverletzung nicht verhindern.
Die Personalentscheidung des deutschen Trainers sorgt indes für Diskussionen auf der Insel. Wayne Rooney, als BBC-Experte beim Parallelspiel Frankreich gegen Senegal im Einsatz, bezeichnete Chalobahs Berufung als „etwas seltsam“ und hätte stattdessen Luke Shaw von Manchester United bevorzugt. Auch die Namen Trent Alexander-Arnold und Lewis Hall wurden in englischen Analysen als mögliche Alternativen gehandelt. Tuchel entschied sich jedoch bewusst für einen Innenverteidiger mit der Fähigkeit, auch rechts außen zu agieren, und nicht für einen weiteren klassischen Außenverteidiger. Damit verfügt England im Kader nun nur noch über drei gelernte Spieler für die defensiven Flügelpositionen – ein Risiko, das in der Gruppenphase mit Gegnern wie Ghana und Panama noch beherrschbar erscheinen mag, in der K.-o.-Runde jedoch zum strukturellen Problem werden könnte.
Für den englischen Verband ist der personelle Rückschlag der erste ernste Stresstest einer ohnehin von Skepsis begleiteten Kampagne. Tuchel selbst hatte im Vorfeld erklärt, sein Team zähle nicht zum engsten Favoritenkreis. Der Verlust eines Spielers, der sowohl rechts als auch links verteidigen kann, schmälert die taktische Flexibilität erheblich. Die unmittelbare Aufgabe gegen Kroatien, das 2018 im Halbfinale als Stolperstein fungierte, muss nun ohne Livramento und ohne den nachgereisten Chalobah bewältigt werden. Der Blick richtet sich daher auf die verbliebenen Kräfte um Reece James und Djed Spence, die gegen eine technisch versierte kroatische Mannschaft bestehen müssen. Wie schwer die Hypothek wiegt, wird sich spätestens im texanischen Stadion von Dallas zeigen, wenn England den ersten Schritt in einer Gruppe machen will, die auf dem Papier machbar wirkt, aber nach diesem Auftakt keine weiteren Ausfälle mehr verzeiht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der englische Verband bestätigte, dass Tino Livramento sich im Training eine Wadenverletzung zugezogen hat und durch Trevoh Chalobah vom Chelsea für die WM 2026 ersetzt wurde. Der Wechsel erfolgte vor Englands Auftaktspiel.
Ein Schock für Thomas Tuchel: Englands Star Tino Livramento fällt nach einer Wadenverletzung im Training für die WM aus. Der Trainer musste sofort reagieren und Chelseas Trevoh Chalobah als Notlösung kurz vor dem Auftaktspiel gegen Kroatien nachnominieren.
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