
Trumps Warnung zur Panama-Kanal: Pekings Einfluss und die strategische Wasserstraße
Der US-Präsident bekräftigt seinen Anspruch auf die Wasserstraße und erhebt schwere Vorwürfe gegen China – Panama verweist auf seine Souveränität.
US-Präsident Donald Trump hat bei einer Rede in Medora, North Dakota, erklärt, die Vereinigten Staaten würden es nicht zulassen, dass China die Kontrolle über den Panama-Kanal übernehme. Die Äußerung fiel im Rahmen der Eröffnung der Theodore Roosevelt Presidential Library und reiht sich in eine Serie von Forderungen Trumps ein, die strategische Wasserstraße wieder unter amerikanische Hoheit zu bringen. Aus Washingtoner Sicht wird der Kanal als kritische Infrastruktur für die Lieferketten der USA betrachtet: Rund 40 Prozent des amerikanischen Containerverkehrs passieren jährlich die 82 Kilometer lange Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik.
Die Vorwürfe Trumps stützen sich auf die Präsenz des in Hongkong ansässigen Konzerns CK Hutchison Holdings, dessen lokale Tochter Panama Ports Company (PPC) bis Februar 2026 die Häfen Balboa und Cristóbal an den beiden Enden des Kanals betrieb. Der Oberste Gerichtshof Panamas erklärte das Konzessionsgesetz von 1997 für verfassungswidrig, woraufhin die Regierung in Panama-Stadt die Verwaltung der Terminals vorübergehend selbst übernahm. Beobachter in Peking werteten diesen Schritt als Ergebnis amerikanischen Drucks. Das Büro für Hongkong- und Macau-Angelegenheiten des chinesischen Staatsrats bezeichnete die Entscheidung als unvernünftig und als Verletzung der Rechte des Unternehmens. Ohne die USA direkt zu nennen, warf Peking Panama vor, sich „Hegemonie“ und „Einschüchterung“ zu beugen, und warnte vor möglichen politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen.
Für die deutsche und europäische Wirtschaft ist der Panama-Kanal eine zentrale Handelsroute, über die ein erheblicher Teil des Warenverkehrs zwischen Asien und der europäischen Atlantikküste abgewickelt wird. Eine Destabilisierung der Betriebsverhältnisse oder steigende Transitgebühren – Trump beklagte eine Vervierfachung der Preise nach der Übergabe – würden Lieferketten belasten und könnten zu höheren Frachtkosten für Importeure in der EU führen. Die Kanalbehörde hat solche Preissprünge bislang nicht bestätigt, doch die politische Aufladung des Themas erhöht die Unsicherheit für Reedereien und Logistikkonzerne.
Die Regierung Panamas pocht auf ihre Souveränität. Bereits im Januar 2025 hatte das Land nach ähnlichen Äußerungen Trumps Beschwerde bei den Vereinten Nationen eingelegt. Der panamaische UN-Botschafter Álvaro de Alba verwies damals auf die Charta, die die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Integrität eines Staates verbiete. Die USA hatten den Kanal 1914 fertiggestellt und ihn 1999 gemäß den Torrijos-Carter-Verträgen vollständig an Panama übergeben. Das Dossier bleibt in Bewegung: Während Washington eine Revision des Status quo nicht ausschließt, hält Panama-Stadt an der Rechtmäßigkeit der eigenen Kontrolle fest, und Peking signalisiert, jede Einmischung Dritter in seine Wirtschaftsbeziehungen mit Mittelamerika zurückzuweisen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die iranische Presse stellt Trumps Anschuldigungen als leere Prahlerei dar und betont, dass der US-Präsident mit seinem Umgang mit Iran und Venezuela prahlt, während er unbegründete Vorwürfe gegen China bezüglich des Panamakanals erhebt. Es ist der jüngste rhetorische Schachzug einer Regierung, die es gewohnt ist, als Weltpolizist aufzutreten.
Lateinamerikanische Medien berichten über Trumps Versprechen, eine chinesische Kontrolle des Kanals zu verhindern, erinnern aber an die menschlichen und wirtschaftlichen Kosten seines Baus und die Kritik an den Transitgebühren nach der Übergabe an Panama im Jahr 1999. Die Geschichte wird in eine lange Geschichte der Spannungen zwischen panamaischer Souveränität und US-Strategieinteressen eingeordnet.
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