
Trump würdigt Pekings und Moskaus Neutralität im Iran-Krieg – ein Affront gegen die G7-Partner
Während des Gipfels in Évian-les-Bains dankte der US-Präsident Xi Jinping und Wladimir Putin für ihre Zurückhaltung im Konflikt mit Teheran und stellte sie damit über die eigenen Verbündeten.
In einer bemerkenswerten Kehrtwende hat US-Präsident Donald Trump auf dem G7-Gipfel im französischen Évian-les-Bains die Führungen Chinas und Russlands ausdrücklich für ihre „neutrale Haltung“ im jüngsten Krieg mit dem Iran gelobt. Xi Jinping und Wladimir Putin hätten es vermieden, die amerikanischen Bemühungen um eine Eindämmung des iranischen Nuklearprogramms zu erschweren, sagte Trump vor Journalisten. „Sie hätten es uns deutlich schwieriger machen können“, fügte er hinzu und unterstrich, dass beide Länder auf Waffenlieferungen an Teheran verzichtet hätten. Die Danksagung erfolgte im Anschluss an die Verabschiedung eines Waffenstillstandsabkommens, das den mehrwöchigen militärischen Konflikt beendete.
Aus Washingtoner Sicht markiert diese öffentliche Anerkennung eine strategische Neuausrichtung: Während Trump traditionelle Verbündete wie Japan und europäische Staaten wiederholt für mangelnde Unterstützung kritisierte, rückte er die beiden systemischen Rivalen in ein positives Licht. Beobachter in Peking und Moskau werteten die Äußerungen als diplomatischen Erfolg, der die eigene Zurückhaltung bestätigt. Russische Medien zitierten zudem eine frühere Aussage Putins vom St. Petersburger Wirtschaftsforum, wonach Moskau während der Kampfhandlungen keine Waffen an den Iran geliefert habe – eine Position, die nun von Washington indirekt honoriert wurde.
Für die europäischen G7-Partner, insbesondere Deutschland, Frankreich und Italien, enthält die Episode eine doppelte Botschaft. Einerseits zeigt sie, dass Washington bereit ist, geopolitische Konkurrenten dann zu schätzen, wenn sie sich nicht aktiv gegen amerikanische Militäroperationen stellen. Andererseits vertieft sie die Entfremdung innerhalb des Bündnisses, da Trump die Zurückhaltung Pekings und Moskaus explizit über das Engagement der Nato-Partner stellte. Europäische Diplomaten sehen darin eine Fortsetzung des transaktionalen Ansatzes, der die G7 seit Jahren belastet und die Frage aufwirft, welchen Wert Washington kollektiven Sicherheitsgarantien noch beimisst.
Die Danksagung an Peking und Moskau ist auch vor dem Hintergrund der iranischen Nuklearfrage zu lesen. Der Konflikt, der nach einem Scheitern der Verhandlungen über das Atomprogramm eskalierte, endete mit einem Memorandum, dessen Details noch nicht vollständig bekannt sind. Dass Trump nun ausdrücklich die Waffenembargos Chinas und Russlands hervorhebt, deutet darauf hin, dass die militärische Zurückhaltung dieser Mächte entscheidend für den amerikanischen Operationserfolg war. In Teheran dürfte die Botschaft ankommen, dass die traditionellen Partner des Landes in der Krise nicht bereit waren, militärischen Beistand zu leisten.
Für die deutschsprachigen Länder bleibt die Lage ambivalent. Die Bundesregierung, die sich im Konflikt ebenfalls neutral verhielt, aber humanitäre Hilfe leistete, wurde von Trump nicht erwähnt. Dies nährt in Berlin und Wien die Sorge, dass Washington künftig noch stärker zwischen „nützlichen“ und „unnützen“ Partnern unterscheiden könnte. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die transatlantische Koordination in der Iran-Politik noch eine gemeinsame Grundlage besitzt oder ob sich die G7-Partner endgültig in einer Nebenrolle wiederfinden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Russische Medien berichten, dass Präsident Trump Putin und Xi Jinping öffentlich für ihre neutrale Haltung im Iran-Krieg gedankt hat, und betonen, dass sie sonst die Aufgabe der USA erheblich erschwert hätten. Die Berichterstattung hebt die Anerkennung der konstruktiven Rolle Russlands und den Wert seiner ausgewogenen Position hervor.
Die angelsächsische Presse berichtet, dass Trump Xi und Putin für ihre Neutralität gedankt hat, und wertet dies als Brüskierung der nicht erwähnten westlichen Verbündeten. Die Berichterstattung legt nahe, dass der US-Präsident die Beziehungen zu Gegnern über die zu traditionellen Partnern stellt, was Fragen zur Verlässlichkeit der Bündnisse aufwirft.
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