
Trump überweist 5,6 Millionen Dollar an E. Jean Carroll nach gescheiterter Supreme-Court-Anrufung
Die Zahlung beendet eine dreijährige juristische Auseinandersetzung um sexuellen Missbrauch und Verleumdung; der US-Präsident will weitere Rechtsmittel einlegen.
Die amerikanische Autorin und Journalistin E. Jean Carroll hat am 13. Juli 2026 die ihr von einem Bundesgericht zugesprochene Entschädigung in Höhe von 5,625 Millionen US-Dollar erhalten. Das Geld war zuvor auf einem gerichtlich kontrollierten Konto hinterlegt, nachdem ein Geschworenengericht in Manhattan Präsident Donald Trump im Mai 2023 der sexuellen Misshandlung und Verleumdung für schuldig befunden hatte. Die Freigabe erfolgte, nachdem der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten im Juni 2026 ohne Begründung abgelehnt hatte, Trumps Revisionsantrag zur Anhörung anzunehmen. Der zuständige Bundesrichter Lewis Kaplan ordnete daraufhin die Auszahlung an den Rechtsteam Carrolls an.
Aus dem Weißen Haus hieß es, man verweise für eine Stellungnahme an die persönlichen Anwälte des Präsidenten. Deren Sprecher Aaron Harison erklärte, das amerikanische Volk stehe hinter Trump und fordere ein Ende aller „Hexenjagden“, zu denen er auch die von Demokraten finanzierte „Farce“ im Fall Carroll zähle. Trump selbst hatte die Vorwürfe stets bestritten und Carroll vorgeworfen, mit der Beschuldigung ihr Buch bewerben zu wollen. Nach der Entscheidung des Supreme Court bezeichnete er das Verfahren auf seiner Plattform Truth Social als „falschen Fall“. Seine Anwälte haben angekündigt, eine erneute Anrufung des Obersten Gerichts zu prüfen, um Fragen der präsidialen Immunität klären zu lassen; die Frist für einen entsprechenden Schriftsatz läuft Ende Juli ab.
Carroll, die nach eigenen Angaben die Summe für ihre Altersvorsorge verwenden will, hatte Trump 2019 öffentlich beschuldigt, sie Mitte der 1990er Jahre in einer New Yorker Luxusboutique vergewaltigt zu haben. Das Geschworenengericht verneinte zwar den Straftatbestand der Vergewaltigung, bejahte jedoch den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs und der anschließenden Verleumdung. Ein zweites, separates Verfahren wegen weiterer diffamierender Äußerungen Trumps endete im Januar 2024 mit einer Verurteilung zu 83,3 Millionen Dollar Schadensersatz. Auch gegen dieses Urteil hat Trumps Verteidigung Berufung eingelegt; Beobachter in Washington erwarten, dass der Fall ebenfalls vor dem Supreme Court landen könnte.
In diesen juristischen Kontext fällt ein weiterer Vorgang: Der wegen Sexualverbrechen zu dreißig Jahren Haft verurteilte R&B-Sänger R. Kelly hat über seine Anwälte offiziell ein Gnadengesuch an Präsident Trump gerichtet. Das Gesuch auf Strafmilderung wurde diese Woche beim Justizministerium eingereicht und öffentlich. Kelly war 2021 in New York wegen Sexhandels und 2023 in Chicago wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden. Aus Sicht von Rechtsexperten in den USA unterstreicht die zeitliche Nähe der beiden Fälle die politische Dimension präsidialer Begnadigungsmacht in Verfahren mit sexualstrafrechtlichem Hintergrund. Eine Entscheidung über das Gesuch Kellys steht noch aus; die nächste verfahrensrechtliche Etappe im Fall Carroll ist die mögliche Einreichung eines Immunitätsschriftsatzes beim Supreme Court bis Ende Juli.
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
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| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Die Gerechtigkeit hat gesprochen: Trump wurde gezwungen, für seinen Missbrauch zu zahlen.
Der Block stützt sich auf Gerichtsberichte und Gerichtsentscheidungen, um Trumps Verurteilung zu legitimieren, und stellt die Zahlung als unvermeidliche Folge des rechtlichen Verfahrens dar.
Der Block lässt R. Kellys Gnadengesuch aus, eine weitere Geschichte sexuellen Missbrauchs mit Trump, und trennt die beiden Fälle.
R. Kelly appelliert an Trump um Gnade.
Der Block berichtet über den Antrag als bürokratische Tatsache, ohne Kommentar, und normalisiert die Vorstellung, dass ein verurteilter Sexualstraftäter den Präsidenten um Gnade bitten kann.
Der Block lässt Trumps Zahlung an Carroll aus, die einen Interessenkonflikt oder einen doppelten Standard hätte aufzeigen können.
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