
Trump nennt sich Irans 'Ziel Nummer eins' und verkündet Ende der Waffenruhe
Nach dem Scheitern der Waffenruhe mit Teheran und neuen US-Luftangriffen bezeichnete sich Präsident Trump als oberstes Anschlagsziel der Islamischen Republik und drohte mit einer Ausweitung der Militäroperationen.
US-Präsident Donald Trump hat sich am Mittwoch am Rande des NATO-Gipfels in Ankara als „Ziel Nummer eins“ der iranischen Führung bezeichnet und zugleich das Scheitern der vor wenigen Wochen vereinbarten Waffenruhe mit Teheran verkündet. Nach einer neuen Welle amerikanischer Luftangriffe auf iranische Luftabwehrsysteme und mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden erklärte Trump, die Vereinbarung sei „vorbei“. Das US-Zentralkommando begründete die Angriffe mit iranischen Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen in mehreren Städten, darunter Buschehr, sowie den Tod eines Revolutionsgardisten. Als Vergeltung griffen die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben US-Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait an; beide Staaten lösten Raketenalarm aus und fingen nach kuwaitischen Angaben zwei ballistische Raketen und 13 Drohnen ab.
Aus Washingtoner Sicht stellt die Eskalation eine notwendige Reaktion auf die Bedrohung der Schifffahrt und das iranische Nuklearprogramm dar. Trump bekräftigte, der Iran dürfe niemals Atomwaffen erhalten, und fügte hinzu, ohne sein Eingreifen existiere Israel nicht mehr. Er nannte die iranische Führung „Abschaum“ und „verrückt“, räumte aber ein, die derzeitige Führungsriege sei „rationaler“ als ihre Vorgänger. Aus Teheraner Perspektive wird der Bruch der Waffenruhe als Beleg für die Unzuverlässigkeit Washingtons gewertet. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, das Memorandum of Understanding sei nie auf Vertrauen, sondern auf dem Prinzip „Verpflichtung gegen Verpflichtung“ aufgebaut gewesen. Ein ranghoher Diplomat kündigte an, man werde Trump „in seiner eigenen Sprache“ begegnen. Gleichzeitig drohte eine mit den Revolutionsgarden verbundene Quelle mit der Schließung der Straße von Hormus und einer Verdopplung der Vergeltung bei weiteren Angriffen.
Die Konfrontation hat unmittelbare wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen. Die Ölpreise stiegen sprunghaft, während die Gefahr einer Blockade der für den globalen Energietransport zentralen Wasserstraße wächst. In Kuwait fielen durch Raketentrümmer Stromleitungen aus. In den USA wächst innenpolitisch der Druck: Umfragen zeigen Unzufriedenheit mit dem Kriegskurs, was republikanische Strategen mit Blick auf die Kongresswahlen alarmiert. Trumps persönliche Sicherheit ist seit der Tötung von General Soleimani 2020 ein Dauerthema; während des Wahlkampfs 2024 nutzte er aus Furcht vor iranischen Raketen ein unmarkiertes Flugzeug. Im März wurde ein Mann in New York wegen eines vom Iran gesteuerten Mordkomplotts gegen Trump verurteilt.
Die Krise markiert das vorläufige Ende eines fragilen Entspannungsversuchs. Die 60-tägige Waffenruhe sollte Verhandlungen über das angereicherte Uran ermöglichen. Mit der Aufkündigung durch Trump und den wechselseitigen Angriffen ist dieser Prozess gescheitert. Der US-Präsident kündigte für die kommende Nacht weitere Schläge an und schloss Angriffe auf zivile Infrastruktur nicht aus. Beobachter in der Region sehen die Gefahr einer unkontrollierten Eskalation, da direkte Kommunikationskanäle derzeit nicht erkennbar sind. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob Iran seine Drohung einer massiven Gegenreaktion wahrmacht und ob die USA ihre Operationen ausweiten.
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Trump präsentiert sich als Hauptziel des Iran und schreibt sich das Verdienst für Israel zu.
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