
Trump attackiert New York Times scharf – Zweifel an Erfolgen im Iran-Konflikt wachsen
Während die Verhandlungen in der Schweiz andauern, wirft der US-Präsident dem Blatt „Verrat“ vor und droht mit einer Milliardenklage – eine Umfrage zeigt breite Skepsis in der amerikanischen Bevölkerung.
US-Präsident Donald Trump hat die New York Times in ungewöhnlich scharfer Form attackiert, nachdem das Blatt eine Analyse zu den Ergebnissen des knapp viermonatigen Militärkonflikts mit Iran veröffentlicht hatte. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Trump die Berichterstattung als „fake & erfundene Fakten“ und „verräterisch“; er kündigte an, die falschen und lächerlichen Darstellungen in seine milliardenschwere Klage gegen das Medienhaus aufzunehmen. Der Artikel unter der Überschrift „What Changed After Almost 4 Months of War? Analysts Say Not Much“ hatte unter Berufung auf Fachleute konstatiert, dass die im Memorandum of Understanding festgehaltene Waffenruhe zentrale Bedrohungen – das iranische Nuklearprogramm, ballistische Raketen und regionale Stellvertreter – nicht beseitigt habe und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus bereits gefährdet sei.
Aus Washingtoner Sicht hält das Weiße Haus dem eine Liste eigener Erfolge entgegen: die iranischen Streitkräfte, die Marine und die Luftwaffe seien weitgehend zerstört, Abschussrampen, Raketen und Drohnen nahezu eliminiert, zwei Führungsränge ausgeschaltet, die Inflation im Iran liege bei 250 Prozent, die Wirtschaft sei gebrochen, die Soldaten erhielten keinen Sold. Demgegenüber stehe eine geöffnete Straße von Hormus, ungehinderter Ölexport sowie Rekordstände an den US-Börsen und auf dem Arbeitsmarkt. In Teheran wiederum wertet man die Fähigkeit, während der Kampfhandlungen globale Schifffahrtswege zu stören, als strategischen Gewinn; Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sprach von einem Potenzial, das der Gegner durch sein Handeln zur Realität gemacht habe. Gleichzeitig drohte Iran im Zuge der stockenden Gespräche erneut mit einer Blockade der Meerenge.
Das in der Schweiz unter Vermittlung Katars und Pakistans ausgehandelte Memorandum sieht neben einer Waffenruhe umfangreiche wirtschaftliche Vorteile für Teheran vor, darunter die Aufhebung von Sanktionen und einen Wiederaufbaufonds im Umfang von mehreren hundert Milliarden Dollar. Ein bislang wenig beachteter Passus verpflichtet die USA zudem, nicht näher spezifizierte Truppen innerhalb von 30 Tagen aus der „Nähe“ Irans abzuziehen – eine Bestimmung, die ein früherer amerikanischer Botschafter in der Region als präzedenzlos kritisierte. In israelischen Sicherheitskreisen wird das Abkommen als Einbruch der langjährigen Iran-Strategie bewertet; ein ehemaliger Geheimdienstoffizier sprach von einem „Kollaps der gesamten Strategie, die wir gegenüber Iran hatten“. Internationale Analysten, darunter der Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri, erwarten eine dauerhaft destabilisierte Region.
Die verbale Eskalation gegen die New York Times reiht sich in eine Serie von Angriffen Trumps auf große US-Medien ein, die er regelmäßig als „korrupt“, „unehrlich“ oder „Fake News“ bezeichnet. Während seine Anhänger darin eine Reaktion auf voreingenommene Berichterstattung sehen, deuten Kritiker dies als Versuch, kritische Stimmen systematisch zu delegitimieren. Einer CBS-Umfrage zufolge halten nahezu drei Viertel der Amerikaner den Konflikt mit Iran für nicht lohnenswert. Die hochrangigen Gespräche in der Schweiz sollten am Montag zum Abschluss kommen; technische Stäbe bleiben für die Ausarbeitung von Implementierungsdetails vor Ort. Senator Lindsey Graham, ein Vertrauter des Präsidenten, erklärte, sollte die Diplomatie scheitern, werde Trump die Straße von Hormus einnehmen und von den passierenden Schiffen Gebühren erheben.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der US-Präsident, als kriegstreibender Verbrecher bezeichnet, wiederholte seine wahnhaften Behauptungen, die iranischen Streitkräfte seien vollständig zerstört. Iranische Quellen weisen dies als falsche Prahlerei zurück, die das Scheitern der amerikanischen Aggression verschleiern soll.
Präsident Trump wies einen Bericht, der die Errungenschaften des Krieges in Frage stellte, entschieden zurück und listete umfangreiche Schäden an Irans Armee, Marine, Luftwaffe und Raketenproduktion auf. Die Reaktion erfolgte inmitten historischer diplomatischer Gespräche mit dem Iran in der Schweiz und unterstrich, dass der militärische Druck greifbare Ergebnisse gebracht hat.
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