
Trotz Todesstrafe: Hasina kündigt Rückkehr für 2025 an
Im Exil in Indien gibt die ehemalige Regierungschefin ein Interview und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Dhaka – während das bilaterale Verhältnis angespannt bleibt.
Die ehemalige bangladeschische Premierministerin Sheikh Hasina, die sich seit August 2024 im indischen Exil befindet, hat in einem Interview mit dem indischen Fernsehsender NDTV ihre Absicht bekräftigt, noch in diesem Jahr nach Bangladesch zurückzukehren. Sie wurde in Abwesenheit von einem Gericht in Dhaka zum Tode verurteilt, weil sie für Menschenrechtsverletzungen während ihrer Amtszeit verantwortlich gemacht wird. Die von ihr geführte Partei, die Awami-Liga, wurde zudem landesweit verboten. Hasina bezeichnete das Urteil als „Teil eines illegalen, verfassungswidrigen und politisch motivierten Prozesses“ und erklärte, sie fürchte den Tod nicht.
Aus Dhakaer Sicht stellt die Ankündigung eine Herausforderung für den politischen Neuanfang dar, den die Übergangsregierung unter Muhammad Yunus und die im Februar 2025 gewählte Regierung unter Premierminister Tarique Rahman vorantreiben wollen. Die Behörden in Dhaka werfen Hasina vor, während ihrer fünfzehnjährigen Amtszeit autoritär regiert zu haben, und fordern von Indien wiederholt ihre Auslieferung. Hasina hingegen wirft der derzeitigen Führung vor, demokratische Institutionen zu untergraben, die Wirtschaft zu schwächen und religiösen Extremismus zu fördern. Sie beharrt darauf, dass die Awami-Liga tief in der Bevölkerung verwurzelt sei und trotz des Verbots politisch überleben werde.
Aus indischer Perspektive belastet die Präsenz Hasinas auf indischem Boden das bilaterale Verhältnis zu Bangladesch erheblich. Die Ankündigung Neudelhis, am heutigen Sonntag wieder Touristenvisa für bangladeschische Staatsbürger auszustellen, wird von Beobachtern als vertrauensbildende Maßnahme gewertet, nachdem die Visadienste im August 2024 ausgesetzt worden waren. Indien hatte zuvor auch medizinische Visa für Tausende bangladeschische Patienten gewährt, was die anhaltende humanitäre Dimension der Beziehungen unterstreicht. Dennoch bleibt die Auslieferungsfrage ein zentraler Streitpunkt.
Die anhaltenden Spannungen und die Zuspitzung durch Hasinas Rückkehrpläne bergen das Risiko weiterer politischer Instabilität in Bangladesch, warnen politische Analytiker in der Region. Die Minderheitenrechte, insbesondere die der Hindus, bleiben ein Thema, das Hasina in ihrem Interview ansprach und für das sie die aktuelle Regierung verantwortlich macht. Mit der Ankündigung Hasinas, noch 2025 zurückzukehren, und den wiederholten Auslieferungsforderungen Dhakas steht zu erwarten, dass das Dossier der bilateralen Beziehungen zwischen Indien und Bangladesch weiter an Brisanz gewinnt und die nächsten diplomatischen Schritte beider Seiten genau beobachtet werden.
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Die ehemalige Premierministerin Sheikh Hasina, von den derzeitigen Behörden als Flüchtige bezeichnet, gelobt, trotz eines Todesurteils in Abwesenheit noch in diesem Jahr nach Bangladesch zurückzukehren. Ihr Versprechen kommt zu einer Zeit, in der sich eine Entspannung in den bilateralen Beziehungen abzeichnet und Indien wieder Touristenvisa für bangladeschische Staatsbürger ausstellt.
Sheikh Hasina stellt ihre geplante Rückkehr als Kampf zur Wiederherstellung der Demokratie und zum Schutz der in Bangladesch angegriffenen Minderheiten dar. Ihre aus Dubai berichteten Aussagen werten das Todesurteil und das Verbot ihrer Partei als politisch motivierte Schachzüge eines illegitimen Regimes.
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