
Tottenhams Transferoffensive: Rekordablöse für Fernandes, Tonali-Deal vor Abschluss
Nach dem Beinahe-Abstieg investieren die Spurs massiv: Mateus Fernandes kommt für 85 Millionen Pfund, Sandro Tonali soll für bis zu 100 Millionen folgen.
Tottenham Hotspur hat den portugiesischen Mittelfeldspieler Mateus Fernandes von West Ham United verpflichtet. Die Ablösesumme von 85 Millionen Pfund (rund 100 Millionen Euro) ist die höchste in der Geschichte des Klubs aus dem Norden Londons. Der 21-Jährige, der in der vergangenen Saison mit West Ham aus der Premier League abstieg, unterschrieb am Donnerstag einen langfristigen Vertrag. Fernandes selbst erklärte, Trainer Roberto De Zerbi sei ein zentraler Grund für seinen Wechsel gewesen: „Wir sehen den Fußball auf dieselbe Weise – als starkes Team mit Kampf und Energie auf den Platz zu gehen und jedes Spiel gewinnen zu wollen.“ De Zerbi, der die Spurs in der Vorsaison nur knapp vor dem Absturz in die Championship bewahrte, lobte die Kombination aus Ballqualität, Intensität und taktischer Intelligenz des einmaligen Nationalspielers, der für Portugals WM-Kader nicht berücksichtigt wurde.
Der Transfer ist Teil einer umfassenden Kadererneuerung, die durch den Rücktritt des langjährigen Vorsitzenden Daniel Levy und das Versprechen der Mehrheitseigentümerfamilie Lewis ermöglicht wurde. Neben ablösefreien Zugängen wie Andy Robertson, Marcos Senesi und Torhüter Martin Dubravka investierte Tottenham bereits 52 Millionen Pfund für den niederländischen Verteidiger Jan Paul van Hecke von Brighton & Hove Albion. Britische Medien berichten übereinstimmend, dass der Klub zudem eine Einigung mit Newcastle United über den Transfer des italienischen Nationalspielers Sandro Tonali erzielt hat. Die kolportierte Summe von zunächst 92,5 Millionen Pfund plus erfolgsabhängige Zahlungen von 7,5 Millionen Pfund würde den Fernandes-Rekord binnen Tagen erneut brechen.
Tonali, 26, war im Sommer 2023 für 55 Millionen Pfund von der AC Mailand nach Newcastle gewechselt, wurde jedoch kurz darauf wegen Verstößen gegen Wettregeln für zehn Monate gesperrt. Nach seiner Rückkehr verhalf er dem Klub zum Gewinn des Carabao Cups – dem ersten großen nationalen Titel seit 70 Jahren – und zur Qualifikation für die Champions League. Aus Londoner Sicht unterstreicht die doppelte Verpflichtung im zentralen Mittelfeld den Willen, die Mannschaft nach dem enttäuschenden 17. Tabellenplatz grundlegend zu verstärken. Newcastle wiederum sucht nach dem Abgang von Anthony Gordon zum FC Barcelona Ersatz und hat laut Berichten Fortschritte bei der Verpflichtung des ivorischen Flügelspielers Bazoumana Touré von der TSG Hoffenheim erzielt.
Die Ausgaben der Spurs spiegeln einen anhaltenden Trend in der Premier League wider, deren Klubs im Jahr 2025 insgesamt 3,82 Milliarden Dollar für Transfers ausgaben – mehr als die Hälfte des weltweiten Rekordvolumens von 13,08 Milliarden Dollar. Die Praxis, hohe Ablösen über langfristige Verträge bilanziell zu strecken, stößt bei der UEFA auf Regulierungsversuche: Seit 2023 ist die maximale Vertragslaufzeit auf fünf Jahre begrenzt. Dennoch bleiben die Preise für Spitzenpersonal hoch, was nach Einschätzung von Marktbeobachtern vor allem den finanzstarken englischen Klubs zugutekommt.
Für Tottenham steht nun die medizinische Untersuchung Tonalis an, die noch am Donnerstag erwartet wurde. Mit den beiden Rekordzugängen und den erfahrenen Neuzugängen formt De Zerbi ein deutlich verändertes Aufgebot, das in der kommenden Saison den Abstand zur Abstiegszone vergrößern soll. Der Druck, die enormen Investitionen sportlich zu rechtfertigen, lastet auf dem italienischen Trainer und seiner neu zusammengestellten Mannschaft.
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Der Abstieg von West Ham erzwang den Verkauf des portugiesischen Mittelfeldspielers an Tottenham, das selbst nur knapp dem Absturz in die Championship entging. Die Rekordsumme von 85 Millionen Pfund ist Teil einer gewaltigen Ausgabenwelle, und ein weiterer 100-Millionen-Deal für Tonali steht unmittelbar bevor, was Fragen zur Nachhaltigkeit solcher Investitionen nach einer enttäuschenden Saison aufwirft.
Nachdem Tottenham mit dem Abstieg geflirtet hat, reagiert der Klub mit einem Rekordtransfer und verpflichtet einen Mittelfeldspieler von einem abgestiegenen Rivalen. Der Schritt wird als risikoreiches Glücksspiel dargestellt, um das Blatt zu wenden – der Spieler zeigt sich begeistert, doch der Kontext deutet auf Verzweiflung hin.
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