
Todesfälle überschatten Vorfreude auf Englands Duell mit Mexiko
Nach vier Toten bei den Feiern zum Ecuador-Sieg rufen Mexikos Präsidentin und die Stadtregierung zu Mäßigung auf, während England mit Geheimtraining und Schlaftaktik auf das Azteca-Spiel reagiert.
Die Euphorie über den 2:0-Sieg Mexikos gegen Ecuador und den damit verbundenen Einzug ins Achtelfinale der Heim-Weltmeisterschaft schlug in der Nacht zum 1. Juli in eine Tragödie um. Am Paseo de la Reforma, wo sich über eine Million Menschen versammelt hatten, starben vier Personen – drei durch Ersticken in der dichten Menge, eine weitere nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand im Krankenhaus. Die Vorfälle, die sich nahe dem Ángel de la Independencia ereigneten, haben die Sicherheitsdebatte vor dem anstehenden Spiel gegen England am Sonntag im Estadio Azteca grundlegend verändert.
Aus Sicht der mexikanischen Regierung ist die Verantwortung nun geteilt. Präsidentin Claudia Sheinbaum appellierte an die Bevölkerung, den Alkoholkonsum zu mäßigen und überfüllte Orte zu meiden. „Wir müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen“, sagte sie und verwies auf die von Stadtregierungschefin Clara Brugada angekündigte Strategie, entlang der Reforma zusätzliche Leinwände aufzustellen, um die Massen zu entzerren. Brugada selbst rief dazu auf, bei Sättigung des Ángel-Bereichs auf andere Plätze auszuweichen. Gleichzeitig betonte Sheinbaum, Mexiko sei ein sicheres Reiseland – eine Reaktion auf die Reisewarnung der britischen Regierung, die vor Taschendiebstählen, K.-o.-Tropfen und den Risiken von Menschenansammlungen gewarnt hatte.
Die englische Mannschaft reagiert mit einem Bündel von Vorsichtsmaßnahmen. Trainer Thomas Tuchel ließ das Training in Kansas City unter strenger Bewachung abhalten und hielt den Hotelstandort in Mexiko-Stadt geheim, um Störungen durch feiernde Anhänger zu verhindern. Aus dem Umfeld des Teams verlautete, man habe aus den Erfahrungen Ecuadors gelernt, dessen Spieler in der Nacht vor dem Duell mit Mexiko durch Hupkonzerte und Feuerwerk um den Schlaf gebracht worden waren. Englands Betreuerstab setzt auf Geräte mit weißem Rauschen sowie natürliche Schlafmittel, um die Regeneration zu sichern. Zudem reist das Team abweichend von der bisherigen Turnierroutine bereits zwei Tage vor dem Anpfiff an, um sich zumindest ansatzweise an die Höhenlage von 2.240 Metern zu gewöhnen.
Tuchel bezeichnete die dünne Luft als „großen Vorteil für Mexiko“ und verwies auf die veränderten Flugeigenschaften des Balls. Die ideale Anpassungszeit von zehn Tagen sei nicht realisierbar, eine Anreise erst am Spieltag von der FIFA untersagt. So bleibt ein Kompromiss, der die physische Herausforderung kaum mildert. Sportlich treffen zwei noch ungeschlagene Teams aufeinander: Mexiko gewann alle vier Spiele ohne Gegentor, England mühte sich nach einem 4:2 gegen Kroatien zu einem 0:0 gegen Ghana und einem 2:0 gegen Panama, ehe Harry Kane mit zwei späten Toren ein 2:1 gegen die Demokratische Republik Kongo sicherte.
Für die mexikanischen Behörden steht nicht nur der sportliche Erfolg auf dem Spiel. Die Stadtverwaltung hat entlang der Reforma acht „Apoyos Mundialistas“ genannte Anlaufstellen mit Sanitätern, Sicherheitspersonal und Leinwänden eingerichtet, um im Fall eines erneuten Jubelsturms die medizinische Versorgung zu gewährleisten. Der Ausgang der Partie entscheidet über den Einzug ins Viertelfinale, doch die dringlichere Frage lautet, ob die Feierlichkeiten diesmal ohne weitere Opfer bleiben.
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Präsidentin Sheinbaum sagt einen Sieg gegen England voraus und mahnt die Fans gleichzeitig zu verantwortungsvollem Feiern, nachdem bei den vorherigen Feierlichkeiten vier Menschen ums Leben kamen. Die örtlichen Behörden haben die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, doch einige Fans zögern nun, sich am Unabhängigkeitsengel zu versammeln.
Die mexikanischen Behörden gaben vor dem Spiel gegen England eine Sicherheitswarnung für Fans heraus, nachdem bei den vorherigen Siegesfeiern mindestens vier Menschen in einer tödlichen Massenpanik ums Leben gekommen waren. Die Präsidentin mahnte zu maßvollem Alkoholkonsum und zur Meidung überfüllter Orte.
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